Karneval! Fastelovend! Die Domstadt ist im Ausnahmezustand – und wenn es nach der KoelnMesse geht, gilt das auch für die CCXP Cologne 2019 im Juni.

Fröhlich am Freitag 9/2019: Die wöchentliche Kolumne aus der Chefredaktion

Verehrte GamesWirtschaft-Leser,

kommt Ryan Reynolds? Die „Stranger Things“-Crew? Wenigstens Mark Hamill?

Anders sind die Ticket-Tarife von bis zu 1.450 Euro nicht zu erklären, die die Organisatoren des neuen Kölner Popkultur-Events CCXP Cologne 2019 (27. bis 30.6.) aufrufen. Der Haken: Stand heute – wenige Monate vor der Veranstaltung – wurde noch kein einziger jener versprochenen “Superstars“ aus Hollywood benannt, die Ende Juni nach Köln reisen.

Zugunsten der CCXP Cologne 2019 weicht die Role Play Convention (RPC), die jahrelang traditionell im Mai stattfand. Die beschauliche Fantasy-Messe mit ihrem nerdigen Brettspiel-Tapeziertisch-Charme, dem urigen Mittelaltermarkt, den Cosplayern und authentisch kostümierten („gewandeten“) Rollenspielern existiert nicht mehr als eigenständiges Event, sondern wird – irgendwie – in die neue XXL-Convention eingemeindet.

Für ein reguläres CCXP-Cologne-Tagesticket (Samstag oder Sonntag) sind mindestens 30 Euro im Vorverkauf fällig – wer kurzfristig an der Tageskasse Einlass begehrt, ist mit 45 Euro dabei, die Dauerkarte liegt bei 85 Euro aufwärts. Zum Vergleich: Im Vorverkauf war das RPC-Ticket für schmale 13 Euro zu haben.

Kein Wunder also, dass das Social-Media-Team alle Mühe hat, den Groll der Role Play Convention-Fans mit Blick auf die Ticket-Reiseflughöhe zu kanalisieren. Die Argumente der CCXP-Macher: mehr Fläche, mehr Attraktionen, mehr Stars, mehr Remmidemmi. Der Business-Plan der Messegesellschaft kalkuliert mit 70.000 Besuchern – ein Vielfaches dessen, was die RPC angezogen hat.

In den Vorjahren waren auch Online-Rollenspiele und Fantasy-Games stets ein relevanter Bestandteil der RPC – Aussteller wie Square Enix („Final Fantasy“), Bethesda („The Elder Scrolls Online“) oder Deep Silver („Kingdom Come: Deliverance“) nutzten die Messe zur Promotion ihrer Neuheiten.

Eine GamesWirtschaft-Blitzumfrage zeigt: Bislang fremdelt die Games-Branche mit dem Format, was bei einer frischen Messe zunächst mal nichts allzu Ungewöhnliches ist. Vielerorts ist noch gar nicht angekommen, dass es die RPC in der bisherigen Form nicht mehr gibt. Allerdings: Zwei Monate später steigt an selber Stelle die Gamescom 2019, insofern besteht für potenzielle Aussteller erstmal kein übermäßiger Handlungsdruck. Abschreckend wirken zweifelsfrei die Standpreise, die gegenüber der RPC drastisch gestiegen sind und nun auf Gamescom-Niveau liegen – ohne ansatzweise die Gamescom-Reichweite zu erreichen.

Fakt ist jedenfalls: Angesichts der im Vorfeld kommunizierten Superlative werden KoelnMesse und ihr südamerikanischer Partner Omelete nun erst recht liefern müssen, soll die Premiere glücken. In Köln wird man wissen, dass es nicht reichen wird, ein Rudel Komparsen ranzukarren, die in einer „Game of Thrones“-Episode zufällig für zweieinhalb Sekunden in dritter Reihe im Bild waren.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

Petra Fröhlich
Chefredaktion GamesWirtschaft


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