Das milliardenschwere Startup Magic Leap stellt das Design der gleichnamigen Augmented-Reality-Brille vor – und will Anfang 2018 erste Entwickler beliefern.

Das anthrazitfarbene Accessoire sieht schon auf den ersten Blick aus, als käme es direkt aus der Zukunft: Nach jahrelanger Entwicklungszeit gewährt das sagenumwobene US-Startup Magic Leap einen Ausblick auf das gleichnamige Augmented-Reality-System, mit dem der Markt ab 2018 umgekrempelt werden soll.

Magic Leap mit Sitz in Florida gehört zu den spannendsten Startup-Wetten in den USA: Namhafte Investoren wie Tencent oder Google haben Hunderte Millionen Dollar in die Firma investiert, die inzwischen mit rund 6 Milliarden Dollar bewertet wird.

Magic Leap: Augmented Reality vor dem Durchbruch?

Während Virtual-Reality-Brillen wie PlayStation VR, Occulus Rift oder HTC Vive eine komplett computergenerierte Welt erzeugen, erweitern Augmented-Reality-Brillen das reale Sichtfeld um virtuelle Gegenstände oder Figuren. So kann sich der Anwender zum Beispiel ein Einhorn oder den „Star Wars“-Droiden R2-D2 auf den Wohnzimmer-Teppich „zaubern“.

Die drei Magic Leap-Komponenten im Überblick: Basisstation, Brille, Controller
Die drei Magic Leap-Komponenten im Überblick: Basisstation, Brille, Controller

Ansatzweise war das Prinzip beim 2016-Sommermärchen „Pokémon Go“ zu besichtigen: Die Smartphone-Kamera zeigt die tatsächliche Umgebung, auf der sich Pokémon-Kreaturen tummeln.Magic Leap geht aber einen Schritt weiter: Die Technik soll laut Testanwendern beeindruckend sein.

Das Spektrum der denkbaren Anwendungen reicht deutlich über Games hinaus: Ausbildung, Forschung, Lehre, Handel, Gesundheitswesen, Dating, Sportübertragungen, Tourismus, Kommunikation, Freizeitparks – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. So lässt sich beispielsweise der Inhalt des Internet-Browsers an die Wand projizieren und auf diese Weise bedienen – ein Hauch von „Minority Report“ könnte Einzug in den Alltag halten.

Anwendungsbeispiele für Magic Leap: Per Augmented Reality lässt sich die reale Umgebung durch virtuelle Gegenstände erweitern - prädestiniert für Games.
Anwendungsbeispiele für Magic Leap: Per Augmented Reality lässt sich die reale Umgebung durch virtuelle Gegenstände erweitern – prädestiniert für Games.

Magic Leap: US-Startup präsentiert vorläufiges Design der Augmented-Reality-Brille

Das nun vorgestellte System besteht aus drei Komponenten:

  • die Brille („Lightwear“) in zwei Größen inklusive Mikrofonen und Kameras
  • eine kleine, leistungsstarke Basisstation („Lightpack“) samt Akku, die einfach an die Hosentasche oder an den Gürtel geklippt wird
  • ein kabelloser Ein-Hand-Controller mit Touch-Display, dessen Form an den Wii-Nunchuck erinnert

Anfang 2018 will das Unternehmen die ersten Systeme in Form einer „Creator Edition“ samt Software Development Kit (SDK) an ausgewählte Entwickler ausliefern. Dann steht auch das „Creator Portal“ bereit, das die komplette Dokumentation und Bibliotheken mit vorgefertigten Elementen bereit stellt.

Zu konkreten Terminen und Preisen hat sich der Anbieter noch nicht geäußert. Fest steht aber schon jetzt, dass das System vorerst nur für den Einsatz in Innenräumen konzipiert ist.

 

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