Start Marketing & PR Lootboy in Die Höhle der Löwen: „Das war wie ein Ritterschlag.“

Lootboy in Die Höhle der Löwen: „Das war wie ein Ritterschlag.“

Das Lootboy-Team mit "Löwe" Ralf Dümmel (3. v. l.): Michael Schmidt (Business Development) und die beiden Gründer André Kuschel und Arash Vatanparast (Foto: privat)

Wie ist das eigentlich für einen Gründer, sich in „Die Höhle der Löwen“ zu wagen? André Kuschel weiß es: Der Lootboy-Erfinder hat sich 2018 für die fünfte Staffel der VOX-Show beworben.

Am kommenden Dienstag (3. September, 20:15 Uhr) startet die sechste Staffel der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“. Das Investoren-Rudel besteht diesmal aus Frank Thelen, Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel und dem neuen ‚Löwen‘ Nils Glagau.

Das Format erzielt regelmäßig spektakuläre Einschaltquoten und hat – neben manchem Flop – inzwischen eine ganze Reihe erfolgreicher Startups hervorgebracht. Noch während der laufenden Sendung sind die Produkte bereits bestellbar.

Die besten Chancen für einen „Deal“ haben erfahrungsgemäß die Erfinder von supermarkt-tauglichen Leckereien, Haushaltshelfern und Nahrungsergänzungsmitteln sowie eCommerce-Business-Modelle. Vergleichsweise selten wagen sich Games- und App-Entwickler in die Show – zuletzt versuchte es in Staffel 3 das Münchner Team der Fußballmanager-App Kickbase.

Auch in der ersten Folge der neuen Staffel wird sich übrigens ein Spiele-Startup vorstellen.

Das Investoren-Team der sechsten Staffel der VOX-Show "Die Höhle der Löwen": Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel (von links - Foto: VOX / TVNOW / Bernd-Michael Maurer)
Das Investoren-Team der sechsten Staffel der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“: Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel (von links – Foto: VOX / TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

App-Startup Lootboy in der Höhle der Löwen: „Wir melden uns.“

Wie es sich anfühlt, vor den Löwen zu präsentieren, weiß André Kuschel: Der Unternehmer hat einst die Role Play Convention (RPC) erfunden und ist Gründer der Lootboy GmbH mit Sitz in Münster.

In der kostenlosen Lootboy-App lassen sich Loot-Packs öffnen, in denen sich zum Beispiel Vollpreis-Spiele, virtuelle Güter und Rabatt-Codes verbergen. Optional sind „Premium Lootpacks“ erhältlich, in denen dezidierte Zufalls-Inhalte für einzelne Spiele und Genres enthalten sind. Große Spielehersteller wie Ubisoft, Upjers, InnoGames oder Gamigo arbeiten mit Lootboy zusammen.

Längst ist Lootboy eine gut geölte Marketing- und Vertriebs-Maschine – für das laufende Jahr rechnet die Firma damit, dass mehr als 100 Millionen digitalen Lootboy-Pakete geöffnet werden. Nach Deutschland sind die USA der wichtigste Markt für das Startup. Mittlerweile unterhält Lootboy sogar ein eigenes eSport-Duo, das im Juli an der Fortnite-WM in New York teilgenommen hat.

Im GamesWirtschaft Exklusiv-Interview erzählt André Kuschel, wie er den VOX-Löwenkäfig erlebt hat.

GamesWirtschaft: André, was kaum jemand weiß: Ihr habt mit Lootboy bei der 2018-Staffel der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) mitgemacht. Was hat dich bewogen, das Bewerbungsformular auszufüllen?

Kuschel: Es war einfach ein Gefühl. Ich zockte gerade an einem Samstagnachmittag eine Runde „Overwatch“ – da sagte mir eine innere Stimme: ‚Melde dich bei DHDL an.“ Nach der „Overwatch“-Runde ging ich auf die Bewerbungs-Internetseite von DHDL … zack … alles ausgefüllt – ohne groß nachzudenken. Auf dem Bildschirm erschien eine Meldung, in der es sinngemäß hieß: „Wir melden uns vielleicht in ca. 2 bis 3 Monaten bei dir. Sei nicht traurig, wenn wir uns gar nicht melden.“

Damit war für mich das Thema abgehakt – und ich konnte endlich weiter spielen.

Womit ich nicht gerechnet hatte: Am Montag darauf kam direkt der Anruf – und dann ging alles im Sauseschritt. Montag Anruf – Donnerstag Vor-Casting – Woche drauf: Intensiver Telefon- und E-Mail-Austausch mit Sony Pictures (die Produktionsfirma, Anm. d. Red.) – und drei Wochen später standen wir im Studio mit der gesamten DHDL-Crew.

Lootcoins gibt es zum Beispiel für den Aufruf des wöchentlichen Comics. Mit den Münzen lassen sich dann weitere Lootpacks freischalten (Abbildungen: Lootboy GmbH)
Lootcoins gibt es zum Beispiel für den Aufruf des wöchentlichen Comics. Mit den Münzen lassen sich dann weitere Lootpacks freischalten (Abbildungen: Lootboy GmbH)

Welches Ziel hattet ihr dabei vor Augen – Kapital, Marketing, Vertrieb?

Zu diesem Zeitpunkt war uns sicherlich das Marketing und das Knowhow der Investoren am wichtigsten.

Ihr habt Lootboy zwar vor den „Löwen“ präsentieren dürfen, doch euer Pitch wurde nicht ausgestrahlt. Wann hat sich das abgezeichnet? Wurden euch Gründe genannt? Wie habt ihr die Botschaft im Team aufgenommen?

Das war wirklich ein ganz spannender und schöner Moment zugleich. Unsere Idee den Löwen zu präsentieren – das war wie ein Ritterschlag für uns. Unser auserwählter Löwe hat mit uns den Handshake-Deal in der Sendung gemacht – für uns ein wirklich sehr erfolgreicher Moment. Zudem war das staffel-übergreifend bestimmt einer der Top-10-Handshakes – mit einem Invest von 400.000 Euro.

Allerdings wurde unsere Präsentation nicht ausgestrahlt. Sowas ist natürlich immer sehr schade und die Gründe dafür werden einem nicht erklärt. Das hängt aber natürlich mit der Situation zusammen, dass der Handshake-Deal mit dem Investor nicht weiter vertieft wurde.

Was uns aber unglaublich weit nach vorne gebracht hat: Wenn wir ausgestrahlt werden und sich 100.000 Zuschauer gleichzeitig auf unsere App stürzen, dann muss alles sitzen. Wir haben dadurch total an Motivation und Geschwindigkeit gewonnen, weil ja bis zur Ausstrahlung alles fertig sein musste – angefangen von einer komplizierten Serverstruktur bis hin zu unseren 200 Partnern.

Wir haben die Milestones eines ganzes Jahres in quasi drei Monaten abgerissen. Das kann sich niemand vorstellen – Montag bis Sonntag, jeden Tag 14 Stunden im Sprint-Tempo.

Lootboy-Cartoonist Marvin Clifford zeichnete dieses Bild als Geschenk für die "Höhle der Löwen"-Investoren (Abbildung: Lootboy GmbH)
Lootboy-Cartoonist Marvin Clifford zeichnete dieses Bild als Geschenk für die „Höhle der Löwen“-Investoren (Abbildung: Lootboy GmbH)

Soweit es die Vertraulichkeitsvereinbarung zulässt: Welcher Moment im TV-Studio bleibt dir unvergesslich?

Es war wirklich sehr schön, mal hinter die Kulissen zu schauen und die Löwen kennenzulernen.

Sehr positiv überrascht waren wir alle von einem sehr coolen Herrn Dümmel – wir waren uns alle einig, dass wir nur für ihn mal ein Regal-Produkt erfinden müssen … nur, um mit ihm mal zusammenarbeiten zu dürfen.

Unvergessen bleibt aber der Moment, in dem unser auserwählter Löwe uns sagte: „Jungs, ich bin beeindruckt. Ich habe tiefsten Respekt vor solch einer Leistung – und möchte dabei sein!“

Lootboy-Gründer André Kuschel: „Auf jeden Fall mutig sein und mitmachen!“

Sind Games aus deiner Sicht grundsätzlich Löwen-kompatibel? Sprich: Würdet ihr Entwicklern und -Dienstleistern empfehlen, sich zu bewerben? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Was muss das Produkt mitbringen?

Jeder Löwe hatte vor Ort seine eigene Gaming-Geschichte parat – und es war wirklich sehr unterhaltsam. Von daher passt natürlich auch Gaming in die Show.

Mein Tipp: Auf jeden Fall mutig sein und mitmachen – es bringt einen immer weiter, egal, ob man mit Löwe oder ohne nach Hause geht. Man lernt einfach wahnsinnig viel in sehr kurzer Zeit – und vor allem: Man nimmt richtig Fahrt auf. Dazu hat man mit Sony einen sehr professionellen Partner, der einen gut betreut – und immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Kurzum: Wenn die Idee und das Potenzial stimmig sind, würde ich jedem Entwickler dazu raten. Wir sind weiterhin Fan von „Die Höhle der Löwen“.

Zwischen der Aufzeichnung und heute ist bei Lootboy eine Menge passiert. Bauchgefühl: Welchen Weg hätte Lootboy mit einem oder mehreren DHDL-Löwen genommen? Wie lautet dein persönliches DHDL-Fazit?

Wir hatten das große Glück, dass Lootboy schon vor der Ausstrahlung sehr erfolgreich war. Seit 2018 bis heute sind wir konstant die erfolgreichste Android-Shopping-App Deutschlands – ohne Unterbrechung. Daher sind wir auch ohne Löwen gut gefahren. Wir mussten keine Prozente abgeben und haben alles mit eigenen Mitteln finanziert.

Ich würde es daher immer wieder machen: Es war einer der Schritte, die einen wirklich nach vorne bringen. Zumal die Löwen ja nicht nur ein Invest einbringen, sondern auch ein starkes Marketing und Netzwerk, welches man gerade am Anfang sehr gut gebrauchen kann.

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