Die Macher von Kickbase beim Pitch für ihre Fußballmanager-App in der VOX-Sendung
Die Macher von Kickbase beim Pitch für ihre Fußballmanager-App in der VOX-Sendung "Die Höhle der Löwen" (Foto: Bernd-Michael Maurer / VOX)

Die Macher der Manager-App Kickbase wagten sich in die VOX-Gründer-Sendung Die Höhle der Löwen – und holten sich verbale Blutgrätschen von Frank Thelen & Co. ab.

[no_toc]Anti-Schnarch-Rucksäcke, maßgeschneiderte Dirndl, Geschenkschleifen-Versender, Popcorn-Geräte, Bügelhilfen: In der VOX-Gründer-Sendung Die Höhle der Löwen (Einschaltquote am 13. September: 2,65 Millionen) pitchen Erfinder, Gründer und Startups um den Segen und vor allem um das Investment millionenschwerer Unternehmer.

In der derzeit laufenden dritten Staffel besteht das Löwen-Quintett aus Erlebnisvermittler Jochen Schweizer, Seriengründer Frank „Internet ist mein daily business“ Thelen, Homeshopping-Queen Judith Williams, Vertriebsprofi Ralf Dümmel und dem umstrittenen Milliardär und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer.

Kickbase in der Höhle der Löwen: Echte Spieler, echte Daten

Eher selten schaffen es Apps in das TV-Format – und noch seltener Games. In der Sendung vom 13. September war es soweit: Die vier Gründer der Münchner KKSTR GmbH präsentierten ihre Fußballmanager-App Kickbase. Im Appstore konkurriert Kickbase mit Dutzenden weiterer Manager, von Goal One über Vereins-eigene Fantasy-Manager bis hin zu Comunio. Die DFL-Lizenz sorgt für Original Vereins- und Spielerdaten. Wie bei anderen Managerspielen kann sich der Spieler mit dem Budget eine eigene Mannschaft zusammenkaufen.

Der Clou: Das Abschneiden des Teams wird am Bundesliga-Spieltag auf Basis der tatsächlichen Leistungen berechnet – und zwar live und sekundengenau. Tore und gewonnene Zweikämpfe zählen als Pluspunkte, Fouls und Fehlpässe geben Abzüge. 60 solcher Aktionen gibt es. Mit jedem Spiel verändert sich also der Marktwert der Spieler. Die Live-Daten bezieht Kickbase von der Opta Sport Daten AG, die auch Fernsehsender mit Analysen und Zahlen versorgt.

Das Spiel ist kostenlos für iOS und Android erhältlich. Wer die Berechnung der Partien live verfolgen möchte, schließt ein Abo ab und zahlt 99 Cent pro Monat. Das „Hinrunden-Ticket“ gibt es für 4,99 Euro.

Marktwert von Spielern und Teams berechnet Kickbase live während des laufendes Spieltages - sekundengenau (Foto: Kickbase GmbH).
Marktwert von Spielern und Teams berechnet Kickbase live während des laufendes Spieltages – sekundengenau (Foto: Kickbase GmbH).

Kickbase: „Verstehe so viel von Fußball wie ihr von euren Zahlen.“

„Der beste und letzte Bundesliga Manager, den du spielen wirst“ – mit diesem selbstbewussten Spruch wirbt Kickbase auf der Website. Ähnlich ambitioniert traten die Gründer in der VOX-Sendung vor den Löwen auf: Wer 600.000 Euro investierte, sollte 10 Prozent der Firmenanteile erhalten – die Firmenbewertung lag also bei sportlichen 6 Millionen Euro. Doch die fünf Investoren stiegen erst gar nicht in die Verhandlung ein, zu astronomisch erschien der unterstellte Wert – den die Macher nach eigener Aussage bewusst zu hoch angesetzt hatten.

Judith Williams verpackte ihre Absage in ein vergiftetes Lob und grätschte die Gründer verbal um: „Ich verstehe so viel von Fußball wie ihr von euren Zahlen.“ Jochen Schweizer vermisste einen ausgewiesenen Kaufmann in den Reihen der Gründer und schickte sie mit dem Text „Ihr habt noch viel zu lernen“ nach Hause. Carsten Maschmeyer bekannte, die Zahlen machten ihm Angst.

Die fünf Löwen von "Die Höhle der Löwen": Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer (Foto: VOX / Stefan Gregorowius)
Die fünf Löwen von „Die Höhle der Löwen“: Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer (Foto: VOX / Stefan Gregorowius)

Frank Thelen: Investor bei Goal United von Northworks

Was Maschmeyer das Fürchten lehrte: Die Kickbase GmbH soll 2016 gerade einmal 300.000 bis 400.000 Euro Umsatz einfahren, für 2017 ist erstmals auch der Break Even geplant. 600.000 Mal wurde die App in den ersten drei Jahren heruntergeladen, angeblich ohne einen Cent Marketingkosten. Von 120.000 aktiven Spielern sind 12.000 zahlende Kunden – eine mindestens gute, wenn nicht sehr gute Conversion Rate.

App-Experte Frank Thelen galt von allen fünf Löwen als derjenige, der am ehesten zu Kickbase zu passen schien. Tatsächlich hielt er Idee und Umsetzung von Kickbase für gelungen, doch die Gründer hätten „ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“ Sein Urteil, nachdem er die Zahlen gehört hatte: „Das ist ein Fail.“

Thelen hat in der Vergangenheit bereits in einen Fußballmanager investiert, konkret in das Browsergame Goalunited. Bis 2010 war er am Hamburger Studio Northworks beteiligt, das dann an Travian Games in München verkauft wurde. Deren neuestes Projekt: Goal United Pro.

Kickbase: So ging es nach der Sendung weiter

Die entsprechende Folge von „Die Höhle der Löwen“ wurde im März aufgezeichnet. Seitdem haben die Gründer neue Investoren gewinnen können und Partnerschaften abgeschlossen, unter anderem mit Eurosport. Im nächsten Schritt sollen weitere internationale Ligen folgen. Seit Aufzeichnung der Sendung ist die Zahl der Spieler auf 150.000 angestiegen, die Zahl der Downloads auf über eine Million.

Kickbase ist nur eines von mehreren Projekten der Münchner COBE GmbH, einer Digital-Agentur mit über 30 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Apps und führt Unternehmen wie die Hypo Vereinsbank, Vodafone, Audi oder Adidas in der Kundenkartei.

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