Start Wirtschaft Warner Bros. Interactive: Warner will Games-Sparte vorerst behalten (Update)

Warner Bros. Interactive: Warner will Games-Sparte vorerst behalten (Update)

Warner Bros. Interactive (
Warner Bros. Interactive ("WB Games") gehört zum Entertainment-Riesen Warner Bros. (Abbildung: Warner)

Electronic Arts, Activision Blizzard und Take-Two Interactive sind laut CNBC an einem Kauf von Warner Bros. Interactive („WB Games“) interessiert.

Update vom 10. August 2020: In einer Mail an die Belegschaft hat Warner-Media-Chef Jason Kilar die Unternehmens-Strategie der kommenden Jahre skizziert – und umfassende Umstrukturierungen von Studios und Vertrieb inklusive nachgelagertem Stellenabbau angekündigt.

Zu Kilars wesentlichen Botschaften gehört auch: Die Games-Sparte Warner Bros. Interactive bleibt Teil der „Studios and Network“-Gruppe, zu dem auch DC Comics  („Batman“, „Superman“, „Wonder Woman“) gehört.

Damit ist der Verkauf des Computerspiele-Geschäfts an kolportierte Interessenten wie Electronic Arts, Activision Blizzard, Microsoft oder Take-Two Interactive vom Tisch – zumindest vorerst. Was nicht ausschließt, dass eine Übernahme zu einem späteren Zeitpunkt nicht doch noch erfolgt – etwa dann, wenn sich finanzielle Rahmenbedingungen ändern.

Zunächst plant das Unternehmen also mit eigenen neuen Games „und anderen interaktiven Angeboten“: Erst in der vergangenen Woche hatte Warner Interactive mit „Suicide Squad“ ein weiteres Action-Spiel der Londoner Tochter Rocksteady („Batman: Arkham City“) angekündigt, das im Rahmen des DC Fan-Dome am 22. August vorgestellt werden soll.

Warner hat bislang noch keine Teilnahme an der Gamescom 2020 bestätigt.

Meldung vom 15. Juni 2020: Vier Milliarden Dollar – für diesen Betrag hat George Lucas im Oktober 2012 sein „Star Wars“-Imperium an Disney verkauft. Just dieser Betrag (umgerechnet rund 3,6 Mrd. Euro) schwebt offenkundig dem US-Telekommunikations-Konzern AT&T vor, der laut CNBC an einem Verkauf der Games-Sparte von Warner Bros. arbeitet.

Bekannteste Marken von Warner Bros. Interactive Entertainment („WB Games“): „Batman: Arkham City“, „Mortal Kombat“, „Harry Potter“, „Injustice“, „Game of Thrones“, „Der Herr der Ringe“ und die „LEGO“-Spiele von TT Games.

Als mögliche Käufer nennt CNBC die marktführenden US-Publisher Electronic Arts, Activision Blizzard und Take-Two Interactive – allesamt börsennotierte Spielehersteller mit Milliarden-Umsätzen und Fokus auf Big-Budget-Produktionen. Eine Übernahme würde einen raschen Ausbau von Entwicklungskapazitäten und Spiele-Marken mit Blick auf die anstehende neue Konsolen-Generation (Xbox Series X, PlayStation 5) ermöglichen.

Zu Warner Bros. Interactive gehören Niederlassungen in den USA, Kanada und Großbritannien: WB Games unterhält Studios in Los Angeles, San Francisco, San Diego, Seattle (Monolith), Salt Lake City (Avalanche), Chigaco (Netherrealm Studios), Boston, Albany, Montreal, Manchester (TT Games, Playdemic) und London (Rocksteady).

In Deutschland ist die Warner Bros. Entertainment GmbH in Hamburg für Marketing und Vertrieb der Computer-, Video- und Smartphone-Spiele zuständig. Der Games-Bereich steuerte zuletzt 6 Prozent des deutschen Warner-Umsatzes von 300 Mio. Euro bei, der sich hauptsächlich aus Kino-Auswertungen, Film-DVD-/Blu-Ray-Verkäufen und TV-Produktionen („Der Bachelor“, „Bares für Rares“) speist.

Mit Ausnahme von Sony haben die meisten Medienkonzerne die Videospiele-Entwicklung aufgegeben und stattdessen das Lizenz-Geschäft ausgeweitet. So lässt Disney die „Star Wars“-Spiele von Electronic Arts produzieren. Eine ähnliche Konstellation ist laut CNBC auch im Falle von Warner Bros. vorstellbar: So könnte der Mutterkonzern weiterhin an Lizenz-Erlösen partizipieren.

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