Start Wirtschaft Disney lässt Mobilegames und PC-Spiele extern entwickeln

Disney lässt Mobilegames und PC-Spiele extern entwickeln

Disney arbeitet bereits mit Gameloft zusammen (hier: Disney Magic Kingdoms) - künftig sollen weitere Mobilegames auf Basis von Disney-Lizenzen entstehen.
Disney arbeitet bereits mit Gameloft zusammen (hier: Disney Magic Kingdoms) - künftig sollen weitere Mobilegames auf Basis von Disney-Lizenzen entstehen.

Disney will auch künftig am boomenden Markt für Smartphone-Games teilhaben – allerdings nicht mit Eigenentwicklungen, sondern über Kooperationen mit Mobilegames-Spezialisten wie Ludia, Glu, PerBlue und Gameloft.

Die Entwicklung eigener Spiele? Gestoppt.

Die Spieleschmiede LucasArts? Geschlossen.

Das Hybrid-Spielzeug Disney Infinity? Eingestellt.

Während es im Film-, Freizeitpark- und Lizenz-Geschäft nicht besser laufen könnte für Disney, waren die Investitionen im tückischen Games-Sektor weit weniger erfolgreich. Dennoch will die Walt Disney Corporation mit ihrem riesigen Arsenal an Figuren und Marken auch in den kommenden Jahren eine wahrnehmbare Rolle in den Appstores spielen.

Durch den Kauf des Filmstudios 20th Century Fox verfügt Disney nun zusätzlich über ein ganzes Rudel zusätzlicher Lizenzen, von „Alien“ über „Die Simpsons“ bis hin zu „James Bond“ und „Titanic“.

Im Rahmen der Entwicklerkonferenz Casual Connect – die derzeit praktischerweise im Disneyland Anahaim stattfindet – hat Disney-Manager Kyle Laughlin die künftige Videospiele-Strategie dargelegt. Die Vorgehensweise orientiert sich am bewährten „Star Wars“-Modell: Anstatt wie in der Vergangenheit eigene Krieg-der-Sterne-Spiele zu entwickeln, hat man diese Aufgabe an ein externes Unternehmen, hier: Electronic Arts, delegiert – und zwar exklusiv. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit ist der im Herbst erschienene Multiplayer-Shooter „Star Wars Battlefront 2“.

Mobilegames-Offensive: Disney kooperiert mit vier Studios

Vier Partner-Studios sollen künftig Smartphone-Spiele auf Basis von Disney-Prinzessinnen, Pixar-Figuren und Marvel-Helden entwickeln:

  • Glu Mobile mit Sitz in San Francisco ist an der US-Technologiebörse NASDAQ notiert und hat mit Lizenzspielen reichlich Erfahrung. Von Glu stammen unter anderem „Kim Kardashian: Hollywood“, „Taylor Swift: The Swift Life“ oder „Restaurant DASH with Gordon Ramsay“. Games-Weltmarktführer Tencent ist an Glu beteiligt.
  • PerBlue aus dem US-Bundesstaat Wisconsin baut seit zehn Jahren Free2play-Strategie- und Rollenspiele. Zu den bekannteren Titeln gehören „Portal Quest“, „Dragon Soul“ und „Titan Empires“.
  • Der französische Mobilegames-Entwickler Gameloft wurde 2016 vom Medienkonzern Viendi übernommen. Auch Gameloft ist auf Lizenzspiele spezialisiert, darunter „Sonic Runners Adventure“, „Ice Age Adventures“, „The Amazing Spider-Man 2“ und „Paddington Run“. Bereits in der Vergangenheit hat Gameloft mit Disney zusammengearbeitet, etwa beim Freizeitpark-Aufbauspiel „Disney Magic Kingdoms“.
  • Ludia ist eine kanadische Tochterfirma des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann: Deren Spiele wie „Jurassic World: The Game“ zählten 2017 zu den erfolgreichsten Titeln in den Appstores.

Die Bekanntgabe der ersten Projekte ist für den weiteren Jahresverlauf geplant – möglicherweise nutzt Disney die E3 2017 in Los Angeles für konkrete Ankündigungen.

Laut einem Bericht der US-Website Venturebeat plant Disney auch den Einstieg in umkämpfte Genres wie Rollenspiele und sogenannte Brawler, also Spiele, bei denen sich Figuren im Zweikampf duellieren. Neben Mobilegames sollen auch PC-Titel für den Vertrieb via Steam entwickelt werden.

Die erfolgreiche Kooperation mit dem japanischen Publisher Square Enix beim Rollenspiel-Crossover „Kingdom Hearts“ will Disney fortführen: „Kingdom Hearts 3“ erscheint 2018 für PlayStation 4 und Xbox One.

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