
Die EU-Wettbewerbshüter sehen keine Risiken durch die geplante Übernahme des US-Publishers Electronic Arts durch den saudischen Staatsfonds PIF.
Ursprünglich sollte der Deal längst über der Bühne sein, doch die Kartellbehörden haben sich Zeit gelassen. Jetzt hat das 55-Mrd.-$-Paket eine weitere Hürde genommen: Die EU-Kommission gibt grünes Licht für die Privatisierung von Electronic Arts – und zwar ohne Auflagen.
An der XXL-Transaktion federführend beteiligt sind der Staatsfonds PIF des Königreichs Saudi-Arabien sowie die Private-Equity-Unternehmen Silver Lake und Affinity Partners, der von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner geleitet wird.
Die EU erwartet keine gravierenden Risiken und Nebenwirkungen mit Blick auf den Wettbewerb im Markt für Computer- und Videospiele sowie im E-Sport-Segment, wo Saudi Arabien via Esports World Cup und ESL Faceit bereits wesentliche Wertschöpfungsketten kontrolliert.
Electronic Arts zählt zu den weltweit größten Games-Produzenten: Mit Bestsellern wie EA Sports FC, Battlefield, Die Sims, Madden NFL und Apex Legends hat der Konzern zuletzt einen Rekordumsatz von 8 Mrd. $ erwirtschaftet.
Electronic Arts: EU-Kommission genehmigt Übernahme durch Saudi-Arabien
Im nächsten Schritt wird die EU prüfen, inwieweit Verstöße gegen die sogenannte Foreign Subsidies Regulation (FSR) vorliegen: Damit soll verhindert werden, dass ausländische Regierungen über Subventionen andere Anbieter im EU-Binnenmarkt benachteiligen. Der Abschlussbericht wird bereits für Ende kommender Woche erwartet.
Sobald all diese formalen Hürden überwunden sind, endet nach mehr als 35 Jahren die Börsen-Notierung der EA-Aktie. Das Unternehmen wird dadurch zwangsläufig zu einer ‚Black Box‘, weil Berichtspflichten entfallen. Weil Electronic Arts mit einem Schuldenpaket von 20 Mrd. $ belastet wird, erwarten Analysten tiefe Einschnitte und weitere Umstrukturierungs-Programme.
Saudi-Arabien baut damit den schon jetzt erheblichen Einfluss auf die Games-Industrie weiter aus: Die Monarchie hält Anteile an großen Publishern wie Nintendo, Take-Two, Embracer und Capcom und kontrolliert Studios wie Scopely (Monopoly Go!). Einen Überblick über die weitreichenden Folgen der Electronic Arts-Übernahme bietet diese GamesWirtschaft-Analyse vom Oktober 2025.












