Start Wirtschaft Umsatz-Vergleich 2017: Games deutlich vor Kino und Musik

Umsatz-Vergleich 2017: Games deutlich vor Kino und Musik

Umsatz-Vergleich 2017: Die Games-Umsätze spurten zu neuen Rekordwerten.
Umsatz-Vergleich 2017: Die Games-Umsätze spurten zu neuen Rekordwerten.

Mehr als drei Milliarden Euro hat das deutsche Videospiel-Gewerbe im Gesamtjahr 2017 umgesetzt. Der Umsatz-Vergleich 2017 zeigt: Andere Medien-Industrien wie Musik und Kino wurden mittlerweile deutlich abgehängt.

Die jüngsten Zahlen des Industrieverbands Game für das Jahr 2017 zeigen ein deutliches Umsatz-Plus gegenüber Vorjahr: Sowohl die Einnahmen der Konsolen- und Zubehör- Produzenten wie Nintendo, Sony und Microsoft als auch die Umsätze mit Spiele-Software und Mikrotransaktionen sind kräftig gestiegen – auf nunmehr 3,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,9 Milliarden Euro).

Dieser Wert entspricht rund dem Doppelten dessen, was in Deutschland mit Tonträgern und Musik-Streaming verdient wird – und beinahe dem Dreifachen des Umsatzes an den Kinokassen.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass die Games-Branche zugunsten der Kommunikation maximal beeindruckender Zahlen traditionell sämtliche Erlöse aufaddiert – vom Smartphone-Spiel über Online-Gebühren bis hin zu Spielekonsolen und Gamepads. Übersetzt: Die dazugehörigen Abspielgeräte sind im 3,3-Milliarden-Euro-Umsatz inklusive und machen alleine 938 Millionen Euro aus.

Umsatzvergleich 2017: Noch wird mit Büchern fast drei Mal so viel umgesetzt wie mit Computerspielen.
Umsatzvergleich 2017: Noch wird mit Büchern fast drei Mal so viel umgesetzt wie mit Computerspielen.

Bei Vergleichen mit dem ungleich größeren Film- und Fernseh-Markt werden zudem die gigantischen Summen ausgeblendet, die abseits der reinen Kinokassen-Einnahmen durch die Auswertung der Pay-/Free-TV-Rechte, Gebühren und natürlich durch Werbung erzielt werden – alleine die RTL-Gruppe (u. a. Super RTL, VOX, Nitro) kommt auf 2,3 Milliarden Euro.

Umsatz-Vergleich 2017: Heimatmarkt-Anteil deutscher Games bleibt auf niedrigem Niveau

So erfreulich die Zahlen des Games-Gesamtmarktes ausfallen, so betrüblich bleibt der Heimat-Marktanteil deutscher Entwickler. Der Branchenverband beziffert den Anteil weiterhin auf knapp 6 Prozent der 2,4 Milliarden Spiele-Software-Euro, was rund 144 Millionen Euro entspricht.

94 Prozent des deutschen Games-Umsatzes werden also importiert.

Der deutsche Spiele-Gesamtmarkt inklusive Software und Hardware überspringt 2017 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro.
Der deutsche Spiele-Gesamtmarkt inklusive Software und Hardware überspringt 2017 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: In den deutschen Kinos lag der Marktanteil deutscher Filme 2017 bei 24 Prozent – fast jeder vierte Euro ging also an eine deutschsprachige Produktion. Der Publikumsliebling „Fack Ju Göhte 3“ zog mit fast 6,1 Millionen Zuschauern sogar an „Star Wars: Die letzten Jedi“ vorbei.

Noch deutlicher ist die Lage im Musik-Markt: Sieben der zehn erfolgreichsten Alben stammten im vergangenen Jahr von deutschsprachigen Künstlern, von Helene Fischer (Platz 1) über die Toten Hosen (Platz 3), Kollegah & Fahrid Bang (Platz 4) bis zu Peter Maffay, Santiano und Rammstein.

Linderung erhofft sich Deutschlands mittelständisch geprägte Spiele-Entwickler-Landschaft von der im Koalitionsvertrag angekündigten Games-Förderung auf Bundesebene: Verband und Branche rechnen derzeit ein Fonds-Modell durch.

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