Start Wirtschaft Stadia: Google stellt Streaming-Dienst ein (Update)

Stadia: Google stellt Streaming-Dienst ein (Update)

Google Stadia-Auftrit auf der Gamescom 2019 (Foto: GamesWirtschaft)
Google Stadia-Auftrit auf der Gamescom 2019 (Foto: GamesWirtschaft)

Nach drei Jahren beendet Google das Abenteuer Stadia: Der Cloud-Gaming-Service wird zum 18. Januar 2023 eingestellt.

Update vom 6. Oktober 2022: Google hat mit dem Rückbau des Streaming-Dienstes Stadia begonnen. Bis zum Abschalt-Termin (18. Januar) erhalten die Kunden eine Rückbuchung der Ausgaben für Controller, Starterpakete (Founder’s Edition, Premiere Edition) sowie Spiele und Erweiterungen (Add-ons) erhalten. Weitere Details sollen in den kommenden Wochen folgen – eine Pflicht zur Rücksendung der Hardware hat Google aber bereits ausgeschlossen.

Weil Stadia noch knapp drei Monate am Netz bleibt, erfolgen keine Erstattungen für bereits abgeschlossene Stadia-Pro-Abos. Laut Google-FAQ kann es im verbleibenden Zeitraum allerdings „einige Probleme mit dem Gameplay“ geben. Der Stadia Store ist deaktiviert: Der Kauf von Games und Ingame-Items ist folgerichtig schon jetzt nicht mehr möglich.


Update vom 30. September 2022: Mit den Gründen für das Scheitern von Google Stadia beschäftigt sich auch die ausführliche GamesWirtschaft-Analyse.


Meldung vom 29. September 2022: Die Stadia-Idee klang (und klingt) verlockend: Anstelle eines teuren Gaming-PCs oder einer Spielkonsole laufen Blockbuster wie Assassin’s Creed Valhalla, Cyberpunk 2077 oder Red Dead Redemption 2 auf Notebooks und auf gewöhnlichen Fernsehgeräten. Denn die Spieldaten lagern auf den Google-Servern und werden von dort direkt aufs Ausgabegerät gestreamt – Downloads und Updates entfallen.

Anders als im Falle von Netflix, Xbox Game Pass oder Spotify basierte Stadia allerdings nicht auf einem All-inclusive-Flatrate-Ansatz – zusätzlich zum monatlichen Mitgliedsbeitrag von 9,99 € mussten die Stadia-Games separat zum Vollpreis erworben werden.

Just diese ebenso eigenwillige wie erklärungsbedürftige Konstruktion dürfte letztlich dazu beigetragen haben, dass sich Stadia ungeachtet des anfänglichen Marketing-Einsatzes, der selbstbewussten Positionierung und der breiten Unterstützung großer Publisher nie wirklich durchgesetzt hat. Bereits im Februar 2021 wurden die konzerneigenen Stadia-Spielestudios geschlossen.

Am heutigen Donnerstag hat Google nun nach mehreren Strategiewechseln endgültig die Reißleine gezogen – noch bis zum 18. Januar 2023 können die Abonnenten auf den Dienst und die Spielebibliothek zugreifen, dann ist Schluss. Der Kauf neuer Games ist schon jetzt nicht mehr möglich. Kunden, die sich via Google Store mit Stadia-Controllern und -Spielen sowie Erweiterungen eingedeckt haben, sollen eine Erstattung erhalten. Die Hardware muss zudem nicht zurückgeschickt werden.

Besonders bitter: Laut FAQ können mühsam aufgebaute Spielstände in der Mehrzahl der Fälle nicht auf andere Plattformen übernommen werden.

In einem Blog-Beitrag („A Message about Stadia and our long term streaming strategy“) räumt Google-Manager Phil Harrison ein, dass Stadia nicht das notwendige und seitens des US-Konzerns unterstellte Momentum erreicht habe – nicht ohne auf die Google-Erfolge im Games-Universum zu verweisen, von Google Play bis YouTube.

Die zugrundeliegende Stadia-Technologie soll nun eine anderweitige Anschlussverwendung in anderen Google-Diensten und auch bei externen Anbietern finden.

 

10 Kommentare

  1. So ein gnadenloses Versagen habe ich noch nicht erlebt. wie kann man eine so tolle Idee, so in Grund und Boden fahren? Ich bin entsetzt. dieses Spiel Alternative war für mich die allerbeste kein sinnloses Kabel. keine klotzigen Konsolen, kein CD durcheinander Stadia hat flüssig und einwandfrei funktioniert die jump to jump von Handy zu TV zu Computer fand ich ebenfalls sehr gut. Ich möchte kein Geld zurück, ich möchte einfach nur das Stadia bestehen bleibt. Google und Marketing war schon immer ein Kraus, ich bin so enttäuscht Warum???.

    • Sehe ich auch so. Ich habe Cyberpunk auf meinem alten PC, alten Laptop, TV und testweise Smartphone gespielt. Das ganze läuft einfach in einem Browser-Tab in Chrome. Auch andere hardwarehungrige Spiele liefen darauf super. Keine Jupiter-Preise bei Grafikkarten oder sonstiger Hardware. Keine Lieferschwierigkeiten. Keine Lüftergedröhne oder Treiber-Hickhack mehr. Kein PC-Tower oder Konsole mehr. Einfach nur spielen.
      Google hat es verkackt. Die Entwickler, die bis zuletzt noch Spiele für Stadia entwickelt haben, tun mir leid. Gerade das GPU-Oligopol hätte man mit Stadia gut aufbrechen können.

  2. Ich hoffe Google zahlt alles zurück. Alleine meine Game Kaufhistorie sagt 1.600,- €. Aber ich bin froh, mir rechtzeitig eine Xbox Series X (zum OVP Preis) und den Game Pass Ultimate besorgt zu haben.

  3. Stadia war doch kostenlos und man konnte die Spiele einzeln erwerben, zusätzlich gab es dann noch das Abo Modell Stadia Pro mit 50 Spielen inklusive und besserer Qualität, man musste also kein Abo abschließen und dann noch zusätzlich Spiele kaufen um Stadia zu nutzen.

  4. Ihr seit euch sicher, dass es nur an dem Abomodell + Zuzahlung liegt und nicht zufällig daran, dass es in ganz Deutschland gerade mal etwas über 6% Glasfaseranbindung verfügbar sind? Für eine digitalnation Deutschland, die als Basis für solche Dienste fungieren muss, ist es wirklich armselig wie wir im Weltweiten durchschnitt abschneiden. Nicht nur, dass wir unter den Industrienationen auf den hinteren Plätzen liegen was die Anbindung ans chnelles Internet betrifft, wir haben mit auch das teuerste Internet. Solange das von der Politik nicht geregelt wird, werden Streamingdienste keine Zukunft haben!

    Letzen Endes hat die Politik ihren Anteil daran, dass der Dienst eingestellt wird

  5. Mal gucken wie der Streaming Markt darauf reagiert. Ich hoffe Google hält sein Wort und erstattet wirklich alles zurück.

  6. Streaming ist die Zukunft?
    Niemals!
    Es wird eine Ergäzung der digitalen und physikalischen Medien werden. Es wird immer eine Koexistenz dieser Möglichkeiten geben…

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