Start Wirtschaft Nach Activision Blizzard-Übernahme: Microsoft entlässt 1.900 Angestellte

Nach Activision Blizzard-Übernahme: Microsoft entlässt 1.900 Angestellte

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Der Auftritt von Microsoft Xbox auf der Gamescom 2023 (Foto: GamesWirtschaft)
Der Auftritt von Microsoft Xbox auf der Gamescom 2023 (Foto: GamesWirtschaft)

Knapp 70 Milliarden Dollar hat Microsoft für Activision Blizzard gezahlt – jetzt tritt der US-Konzern auf die Kostenbremse und kündigt einen Stellenabbau an.

Dass Übernahmen und Fusionen üblicherweise auch mit Blick auf Einsparpotenziale zustande kommen, ist nicht weiter überraschend. Bemerkenswert ist vielmehr die Tatsache, wie schnell dies im vorliegenden Fall passiert.

Denn nur drei Monate nach Ende der mehr als eineinhalbjährigen Schlacht um die Rekord-Übernahme des US-Publishers Activision Blizzard (Diablo, Call of Duty, Candy Crash Saga) baut Microsoft 1.900 der 22.000 Arbeitsplätze in der Games-Sparte ab. Zu diesem Geschäftsbereich zählen neben Bethesda Softworks (Starfield, Fallout) mehr als ein Dutzend weiterer Studios.

Mehrere US-Medien zitieren aus einer E-Mail von Microsoft-Gaming-CEO Phil Spencer an die Belegschaft, der darin explizit Bezug auf Doppelstrukturen nimmt: „Die Menschen, die von dieser Maßnahme betroffen sind, haben allesamt einen großen Beitrag zum Erfolg von Activision Blizzard, Zenimax und der Xbox-Teams beigetragen – und sie sollten stolz auf all das sein, was sie erreicht haben. Wir sind dankbar für all die Kreativität, Leidenschaft und Hingabe, die sie den Spielen, unseren Spielern und unseren Kollegen entgegen gebracht haben.“

Parallel wurde öffentlich, dass nach Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick weitere Top-Manager das Unternehmen verlassen, darunter Blizzard-President Mike Ybarra sowie Blizzard-Co-Gründer Allen Adham.

Inwieweit von den Kürzungen auch Niederlassungen in Deutschland betroffen sind, war zunächst nicht ersichtlich. Microsoft hat bereits im vergangenen Jahr in mehreren Wellen weltweit über über 16.000 Stellen im Konzern abgebaut, auch in der deutschen Zentrale in München-Schwabing. Daneben betreibt Microsofts Games-Sparte einen weiteren Standort im Herzen Frankfurts: Dort ist die Zenimax Germany GmbH für Marken wie The Elder Scrolls, Doom, Starfield und das kommende Indiana Jones-Spiel zuständig. Die Vermarktung von Activision Blizzard-Produkten erfolgt über die Niederlassung in London.

In den wenigen Wochen seit dem Jahreswechsel reiht sich eine Stellenabbau-Meldung an die andere: So haben unter anderem Google, Discord, Twitch, Unity und Riot Games angekündigt, Arbeitsplätze in signifikanter Größenordnung abzubauen. In den meisten Fällen werden die Einschnitte damit begründet, dass den gestiegenen Kosten nicht die entsprechenden Einnahmen gegenüber stünden.

Der Börsenwert von Microsoft hat vor wenigen Tagen die Marke von 3 Billionen Dollar überschritten – zuvor war dies nur Apple gelungen. Die Zahlen für das 4. Quartal 2023 werden für die kommende Woche erwartet.

3 Kommentare

  1. Das mit den Einnahmen halte ich für ein Gerücht! Vielmehr wird es wohl so sein, dass man jetzt versucht die Übernahmesumme durch Personalabbau und Streichung/Kürzung von projekten wieder herein zu holen. Das Top-Management von MS verdient doch weiterhin ihren Bonus, da wird auch nichts gekürzt.

    Das ist eine reine Farse. Wenn es nach mir ginge solltene rstmal die Spitzengehälter gestrichen werden bevor man Arbeitnehmer auf die Straße setzt

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