Start Wirtschaft Ausgaben für In-App-Käufe auf neuem Rekordwert

Ausgaben für In-App-Käufe auf neuem Rekordwert

Mit In-App-Käufen wurde 2018 in Deutschland ähnlich viel Umsatz erzielt wie mit Musik (Stand: 8. Mai 2019)
Mit In-App-Käufen wurde 2018 in Deutschland ähnlich viel Umsatz erzielt wie mit Musik (Stand: 8. Mai 2019)

Die Deutschen geben immer mehr Geld für kostenlose Apps aus: Mit 1,5 Milliarden Euro wurde 2018 ein neuer Rekordwert erreicht.

Poké-Münzen für „Pokémon Go“, Juwelen für „Clash Royale“, ein Garten-Deko-Paket für „Gardenscapes“: Für derartige Einkäufe innerhalb von ‚kostenlosen‘ Spiele-Apps wurden in Deutschland im Jahr 2018 rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben – ein Plus von über 30 Prozent gegenüber Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Marktdaten des Industrieverbands Game und des Mobilegames-Dienstleisters App Annie hervor.,

Zur Einordnung: Dieser gewaltige Betrag entspricht nahezu dem kompletten Umsatz auf dem deutschen Musik-Markt, inklusive Download, CDs und Streaming.

In-App-Käufe innerhalb von Tablet- und Smartphone-Spielen stehen somit für drei Viertel jener zwei Milliarden Euro, die insgesamt mit In-Game-Käufen erzielt wurden. In dieser Zahl sind Bezahlvorgänge innerhalb von Free2play-PC-Spielen enthalten, aber auch Erweiterungen (DLCs), Saison-Pässe oder sogenannte Lootboxen, wie sie für Vollpreis-Spiele angeboten werden.

Exakt null Bewegung gibt es hingegen auf dem Markt für Spiele-Apps zum Festpreis, etwa „Minecraft“ (7,99 Euro), „Plague Inc.“ (0,99 Euro) oder der „Landwirtschafts-Simulator“ (5,49 Euro): Das Volumen von 15 Millionen Euro entspricht einem mageren Prozent des gesamten Mobilegames-Umsatzes.

In-App-Käufe in Free2play-Mobile-Games dienen üblicherweise zum Kauf von Deko-Gegenständen oder zur Freischaltung von Komfort- und Beschleunigungs-Funktionen, um schneller im Spiel voranzukommen. Nicht berücksichtigt sind die Einkünfte durch Werbe-Spots, die bei vielen Apps wesentlich oder gar komplett zur Refinanzierung beitragen.

Branchenverbands-Geschäftsführer Felix Falk sieht in der Entwicklung ein weiter steigendes Interesse an Spiele-Apps und verweist auf die große Vielfalt an Games in den marktführenden iOS- und Android-Appstores.

Vom starken Wachstum im Free2play-Sektor können die deutschen Spielehersteller allerdings nur in Teilmärkten profitieren. Denn der Löwenanteil des Umsatzes entfällt auf überdurchschnittlich erfolgreiche Dauerbrenner einer vergleichsweise kleinen Gruppe spezialisierter Studios wie Playrix, Supercell oder King.

Das Hamburger Studio InnoGames ist der einzige deutsche Spiele-Entwickler, der es in die Umsatz-Top-20 der erfolgreichsten Mobile-Games 2018 geschafft hat (Stand: 26.2.2019)
Das Hamburger Studio InnoGames ist der einzige deutsche Spiele-Entwickler, der es in die Umsatz-Top-20 der erfolgreichsten Mobile-Games 2018 geschafft hat (Stand: 26.2.2019)

Der gängige Eindruck, dass vorwiegend minderjährige Nutzer ihr (Taschen-)Geld für Mobile-Games ausgäben, trügt im Übrigen – wie das Beispiel „Forge of Empires“ zeigt. Das InnoGames-Aufbau-Strategiespiel ist das einzige Spiel made in Germany, das es in die Top 20 der umsatzstärksten Games-Apps in Deutschland geschafft hat.

„Forge of Empires“-Spieler sind im Schnitt 40 Jahre alt, mit einem Anteil von drei Vierteln überwiegend männlich und loggen sich durchschnittlich fünf Mal pro Tag für zwölf Minuten ein. Wer einmal im System ist, bleibt dem Spiel treu: Das Unternehmen reklamiert für sich, den voraussichtlichen Allzeit-Umsatz eines Spielers („Lifetime Value“) mit einer Präzision von 95 Prozent vorhersagen zu können.

Sorgen, dass unterwegs der Stoff ausgehen könnte, sind jedenfalls unbegründet: Die bislang gebauten Inhalte sind für eine Spieldauer von 5 Jahren ausgelegt – alleine über 1.000 Gebäude sind vorgesehen.

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