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Ü50 wächst: Deutschlands „Gamer“ werden immer älter

Nur 16 Prozent der Gamescom-Besucher sind älter als 30 Jahre - dabei stellt diese Altersgruppe laut Game-Verband satte 61 Prozent der
Nur 16 Prozent der Gamescom-Besucher sind älter als 30 Jahre - dabei stellt diese Altersgruppe laut Game-Verband satte 61 Prozent der "Gamer" in Deutschland (Foto: KoelnMesse/Uwe Weiser)

Die Ü50-Zielgruppe der Computer- und Videospieler wächst – und ist schon jetzt größer als die Zahl der jugendlichen „Gamer“ unter 20.

35 Prozent der Deutschen spielen nach eigener Aussage regelmäßig an PC, Konsole oder Smartphone – rechnet man die Gelegenheitsspieler dazu, beträgt der Anteil sogar 42 Prozent.

In Zahlen sind es 34,3 Millionen Menschen, die der Branchenverband Game in seiner neuesten Studie zu den „Gamern“ rechnet. Diese Zahl hat sich seit 2015 nicht verändert und widerspricht dem Eindruck, dass die Zielgruppe in Deutschland wachsen würde. Auch die Geschlechterverteilung ist unverändert: 53 Prozent der Digital-Spieler sind Männer, 47 Prozent Frauen.

Was sich hingegen seit Jahren drastisch wandelt, ist die Altersverteilung. Denn das Durchschnittsalter steigt weiter an – von 35,5 Jahren (2017) auf 36,1 Jahre (2018). Hauptursache: Die Gruppe der Über-50-Jährigen wird immer größer. Binnen fünf Jahren wuchs ihr Anteil von 21 Prozent auf 28 Prozent. Game-Geschäftsführer Felix Falk wertet die Entwicklung positiv, schließlich seien „Games ideale Vermittler digitaler Kompetenzen“.

Trotz steigender Geburtenzahlen sinkt die Zahl der minderjährigen "Gamer" in Deutschland (Stand: Juni 2018)
Trotz steigender Geburtenzahlen sinkt die Zahl der minderjährigen „Gamer“ in Deutschland (Stand: Juni 2018)

Game-Verband: Deutschlands „Gamer“ werden immer älter

Von diesem Markttrend profitieren in erster Linie Hersteller von Free2play-Online-Games und -Smartphone-Spielen, denn seit 2014 hat sich der Umsatz mit Mikrotransaktionen vervierfacht. Einen aktuellen Beleg für diese These liefert zum Beispiel das Berliner Studio Wooga: Das Durchschnittsalter der überwiegend weiblichen Nutzer des Puzzle-Spiels „June’s Journey“ liegt bei 40 Jahren – ein Viertel der Spielerinnen ist älter als 50 Jahre.

Damit stellen die Ü50-Gamer eine deutlich größere Gruppe als die der Kinder und Jugendlichen im Alter bis 19 Jahre, dies es nur auf 25 Prozent schafft. Deren Zahl geht seit mehreren Jahren kontinuierlich zurück – allein gegenüber 2017 waren es 500.000 weniger, gegenüber 2014 sogar über eine Million. Übersetzt: Zumindest in Deutschland bricht der Nachwuchs weg – eine immer größere Auswahl an Apps und PC-Spielen buhlt um immer weniger junge Spieler.

Mit dem demographischen Wandel alleine sind die Rückgänge bei den Jüngsten nicht zu erklären. Denn seit 2006 zeigt die Kurve der Neugeborenen in Deutschland wieder deutlich nach oben, ohne dass sich das in der Zahl computerspiele-begeisterter Kinder  niederschlagen würde.

Die internationale Computer- und Videospiele-Branche zeigt ihre Neuheiten derzeit auf der Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles. Dort stehen traditionell die Blockbuster für PC und Konsole im Mittelpunkt – viele dieser Neuheiten sind dann Ende August auf der Gamescom 2018 zu erleben. Deren Besucherstruktur täuscht über die tatsächliche Demographie von Deutschlands Videospielern hinweg: Gerade einmal 16 Prozent der Gamescom-Privatbesucher sind älter als 30 Jahre.

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