Start Sport SK Gaming: Mercedes-Benz und 1. FC Köln übernehmen Mehrheit

SK Gaming: Mercedes-Benz und 1. FC Köln übernehmen Mehrheit

Mercedes-Benz wird Teilhaber von SK Gaming - im Bild: Geschäftsführer Alexander Müller (2. von links) mit Teilen seines Kaders - Foto: Mercedes-Benz Unternehmens-Kommunikation
Mercedes-Benz wird Teilhaber von SK Gaming - im Bild: Geschäftsführer Alexander Müller (2. von links) mit Teilen seines Kaders - Foto: Mercedes-Benz Unternehmens-Kommunikation

Die Daimler-Marke Mercedes-Benz und der 1. FC Köln intensivieren die eSport-Aktivitäten und übernehmen den Kölner eSport-Pionier SK Gaming.

Seit über 20 Jahren tritt die heutige SK Gaming GmbH & Co. KG bei eSport-Turnieren an. Das in Oberhausen gegründete und mittlerweile in Köln ansässige Unternehmen unterhält mehrere Teams, die in wichtigen eSport-Disziplinen auflaufen, darunter „League of Legends“, „Clash Royale“, „FIFA“ und „Fortnite“. In den zwei Jahrzehnten hat SK Gaming Dutzende Titel und Pokale gewonnen. Zudem erwies sich das Team als Kaderschmiede – viele bekannte eSport-Namen sind aus SK Gaming hervorgegangen, darunter Tim Reichert (heute Manager Schalke 04 eSports) oder Joshua Begehr, heute Geschäftsführer von eSports Reputation.

Jetzt investiert Mercedes-Benz gemeinsam mit dem Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln in SK Gaming – beide halten künftig zwei Drittel der Anteile. Mehrheits-Eigner war bislang die  russische ESForce Holding, die sich weltweit an eSport-Clans beteiligt.

Der Stuttgarter Automobilhersteller sieht sich mit diesem „Bekenntnis zum professionellen Gaming als Speerspitze einer globalen Jugendkultur“. Bettina Fetzer, bei Mercedes als Vice President für das Marketing zuständig, will damit die Kommunikation der Marke mit einer jungen und digitalen Generation verstärken. SK-Gaming-Geschäftsführer Alexander Müller spart nicht mit Pathos: „Mit Mercedes-Benz als Partner werden wir die Grenzen dessen, was vor fünf Jahren noch niemand für möglich gehalten hat, weiter verschieben.“ Nun gelte es, die gemeinsame Power zu bündeln, voneinander zu lernen und dann ‚die vollen PS auf die Straße zu bringen‘.

Mercedes-Benz tritt seit 2017 als Sponsor der ESL-Turniere auf, die vom Kölner eSport-Veranstalter Turtle Entertainment ausgerichtet werden. Im Herbst 2018 wurde das Abkommen verlängert und ausgebaut: Mercedes-Benz ist seitdem offizieller „Mobilitätspartner“ der ESL. Gleichzeitig endete der Sponsor-Vertrag mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) und der deutschen Nationalmannschaft.


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Der Mercedes-Stern prangt künftig auf den Trikots der SK-Gaming-Spieler, die damit unter anderem bei internationalen „League of Legends“-Matches auftreten. Außerdem sind „umfangreiche Content-Projekte“ und „gemeinsame Aktivierungsmöglichkeiten“ geplant.

Gleichzeitig ist der 1. FC Köln der erste deutsche Profi-Fußballverein, der in ein externes eSport-Unternehmen investiert. Die Kölner und SK Gaming arbeiten bereits seit Anfang 2018 zusammen und stellen auch Spieler für die „Virtual Bundesliga“-Saison 2018/19. Die bisherige Kooperation habe gezeigt, dass beide Partner sehr gut zusammenpassen, so FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Nun gibt es eine einmalige Gelegenheit, in ein Top-Unternehmen des boomenden eSports einzusteigen, zu dem wir eine persönliche Bindung haben und mit dem wir unsere Verwurzelung in Köln teilen. Diese Chance wollten wir nutzen. Dass neben uns auch Daimler Anteilseigner wird, zeigt, wie rasant sich der eSport entwickelt hat und welche wirtschaftlichen Potenziale er hat.“

Gleichzeitig tritt Wehrle Befürchtungen entgegen, die Prioritäten des Vereins würden sich zulasten des Bundesliga-Fußballs verschieben. „Wir wollen nicht den Ball durch den Controller ersetzen, sondern bei Ideen, Trends und Geschäftsmodellen dabei sein, mit denen wir die Daseinsberechtigung des FC, den professionellen Fußball, stärken können.“ Das FC-Köln-Logo wird auf den Trikots präsent sein – zusammen mit dem Schriftzug #effzeh.

Beim 1. FC Köln stehen derzeit vier „FIFA 19“-Spieler unter Vertrag: Mirza Jahic, Niklas Flöck („Bomb“), Dylan Neuhausen („DullenMIKE“) und Timo Gruneisen („Praii“). Die deutsche „FIFA“-Meisterschaft (VBL Club Championship) startet am 16. Januar 2019 – die Kölner treffen im heimischen RheinEnergie-Stadion auf den VfL Wolfsburg.

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