Start Sport Ex-Leverkusen-Trainer Robin Dutt wird eSport-Spielerberater

Ex-Leverkusen-Trainer Robin Dutt wird eSport-Spielerberater

Robin Dutt bringt seine Expertise in den eSports-Sektor ein (Foto: DerFalkVonFreyburg - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)
Robin Dutt bringt seine Expertise in den eSports-Sektor ein (Foto: DerFalkVonFreyburg - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Ein Jahr nach dem Abstieg des VfB Stuttgart betätigt sich der damalige Sportvorstand Robin Dutt als Spielerberater – diesmal im eSport.

Das nennt man einen PR-Coup: Auf einer ganzen Doppelseite interviewt die „Bild die Sonntag“ den einstigen Bundesliga-Trainer und Vereinsfunktionär – und liefert en passant gewohnt hyperventilierendes eSport-Basiswissen.

Dutt wird Berater und Beiratsmitglied bei eSports Reputation. Das Münchener Unternehmen mit Berliner Filiale existiert erst seit November 2016 und berät Vereine und Sponsoren rund um eSport-Aktivitäten. Als Vermarktungsagentur hat die Firma eigene eSportler unter Vertrag, darunter den Deutschen FIFA-Meister Cihan Yasarlar und eine Reihe weiterer FIFA-Profi-Spieler. Außerdem bietet eSports Reputation virtuelle Coachings mit den Konsolen-Profis an: Eine Lehrstunde mit Cihan ist für 60 Euro zu haben.

Hinter eSports Reputation steckt unter anderem der ehemalige FIFA-Weltmeister Joshua Begehr, gleichzeitig Trainer und Teammanager des FIFA-Teams von Schalke 04 eSports. Der ehemalige Schalke-04-Spieler Mario Viska ist als „Country Manager Österreich“ an Bord. Es existieren also vielfältige geschäftliche Verbindungen zum eSports-Pionier unter den Erstligisten.

Robin Dutt: Zusammenarbeit mit eSport-Experten ist „megaspannend“

Dutt gehört zu den bekanntesten Gesichtern im Bundesliga-Geschäft, wenngleich die Beschäftigungsverhältnisse zuletzt nicht von Dauer waren. Bis 2011 trainierte er vier Jahre lang den SC Freiburg und wechselte dann zu Bayer 04 Leverkusen. Nach einer Heimpleite der Werkself gegen seinen Ex-Klub wurde er noch vor Ablauf der ersten Saison wieder entlassen. Es folgten einige Monate als DFB-Sportdirektor, dann als Trainer von Werder Bremen und zuletzt als Sportvorstand des VfB Stuttgart: Parallel zum Abstieg in der Saison 2015/2016 trennten sich die Schwaben und Dutt.

Laut dem Interview mit der „Bild am Sonntag“ hat der 52jährige die mittlerweile einjährige Auszeit genutzt, um „über den Tellerrand“ hinaus zu schauen. eSportler könnten „jede Menge“ vom realen Fußball lernen, zum Beispiel in den Bereichen Fitness, Ausdauer, Ernährung und Taktik. Die Zusammenarbeit mit Experten aus der virtuellen Fußballwelt empfindet er als erfrischend, inspirirend und „megaspannend“.

Dass bislang nur zwei deutsche Vereine den Einstieg in den eSports gewagt hätten, führt Robin Dutt auf die hiesige Mentalität zurück. „Wir Deutschen sind eher vorsichtig, nicht sehr risikobereit.“

Neben Dutt ergänzt Dr. Christopher Grieben den Beitrat von eSports Reputation: Aus Sicht des Wissenschaftlers an der Kölner Sporthochschule befände sich die Anwendung geeigneter eSports-Trainingsmethoden „noch in den Startlöchern“. Die Sporthochschule positioniert sich seit geraumer Zeit als eSports-Kompetenzzentrum: Dort ist jene vielzitierte Studie entstanden, die belegen soll, dass die motorischen und mentalen Belastungen von Profi-eSportlern mit klassischen Sportarten vergleichbar seien.

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