Start Sport eSport-Studie 2019: Jeder dritte eSportler ist übergewichtig

eSport-Studie 2019: Jeder dritte eSportler ist übergewichtig

Studienleiter Prof. Ingo Froböse stellt die Ergebnisse der eSport-Studie 2019 vor (Foto: DSHS Köln)
Studienleiter Prof. Ingo Froböse stellt die Ergebnisse der eSport-Studie 2019 vor (Foto: DSHS Köln)

„Viel Verbesserungspotenzial“ sieht die eSport-Studie 2019 der Deutschen Sporthochschule Köln für das Training und Essverhalten von eSportlern.

Wenn es um die gesundheitlichen Aspekte professioneller eSport-Aktiver geht, wird der Kölner Sport-Professor Ingo Froböse oft als Kronzeuge herangezogen. Jetzt legt der Wissenschaftler gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg die eSport-Studie 2019 vor.

Gemeinsam mit seinem Team der Deutschen Sporthochschule hat Froböse 1.200 Probanden unterschiedlicher Leistungsstufen befragt und getestet – Schwerpunkt: das Trainings- und Gesundheitsverhalten. Ein Leistungstest mit Messdaten zu Reaktionsschnelligkeit, Wahrnehmung und körperlicher Fitness ergänzte die Untersuchung.

Der Befund: Die meisten Befragten sind nicht nur jung und fast ausschließlich männlich (91 Prozent), sondern auch schulisch gut bis sehr gut gebildet. Als Ausgleich und Ergänzung betreiben 84 Prozent zusätzlich klassischen Sport, insbesondere Fußball, Fitness-Training und Radfahren. Allerdings würde nur die Hälfte der Befragten das Mindestmaß von zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche erreichen – die sportliche Aktivität beträgt also im Schnitt nur knapp 20 Minuten täglich.

Das Schlafpensum liegt unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts. Stattdessen verbringen die meisten eSportler ihre Freizeit mit Tastatur, Maus, Headset und Gamepad – in der Hoffnung, die Leistung allein durch möglichst häufiges Spielen zu steigern. Wöchentlich 20 Stunden und mehr sind üblich. Von einer gezielten Vorbereitung kann dabei nicht die Rede sein: Nur jeder Dritte trainiert explizit Spielmechanik, Taktik, Kommunikation und Präzision – der Rest verfolge das Prinzip „Viel hilft viel“, kritisiert Froböse. Nur vereinzelt gäbe es außerdem ein ganzheitliches Training, wie es im Profisport üblich ist.

Die Folge: Mehr als jeder vierte eSportler (26,8 Prozent) ist übergewichtig, weitere elf Prozent weisen gar Adipositas (Fettleibigkeit) der Stufen I, II und III auf. Ein Ergebnis der Studie: Wer viel spielt, hat tendenziell auch einen höheren Body Mass Index (BMI).

Im Zusammenspiel mit der überwiegend unausgewogenen Ernährung von eSportlern sieht auch AOK-Vorstands-Vize Rolf Buchwitz Risiken. Insbesondere das lange Sitzen wirke sich negativ auf die Gesundheit und die Regeneration aus. Aus Sicht der Krankenkasse sei es wichtig, eSport und Gesundheitsförderung in Einklang zu bringen.

Auf Basis der eSport-Studie 2019 sollen nun Trainingskonzepte erarbeitet werden, die an den klassischen Sport angelehnt sind. Dadurch soll die Gesundheit von eSportlern – vom Hobby-Spieler bis zum Profi – gesteigert werden.

Die genauen Ergebnisse der Studie und weiterführende Informationen zu den Messmethoden sind auf der Website der Deutschen Sporthochschule abrufbar.

1 Kommentar

  1. „Ein Ergebnis der Studie: Wer viel spielt, hat tendenziell auch einen höheren Body Mass Index (BMI).“

    Sagt die Studie das wirklich so allgemein? Sollte es nicht heißen „eSportler haben einen tendenziell höheren BMI (als der Bundesdurchschnitt, nehme ich an)“?

    Also, ich denke, dass auch die allgemeinere Version dieser Aussage zutrifft, ich wundere mich nur, dass die Studie das so formuliert haben soll. 🙂

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