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DMSB erkennt„SimRacing“ als Motorsport-Disziplin an

Der Deutsche Motorsport-Bund erkennt
Der Deutsche Motorsport-Bund erkennt "SimRacing" als eigenständige Disziplin an (Abbildung: DMSB)

Der Deutsche Motor-Sport-Bund DMSB schafft Fakten in Sachen eSport: Professionell betriebene Rennsimulationen („SimRacing“) sind ab sofort eine eigenständige Disziplin.

Rallye, Kartsport, Motocross, Tourenwagen: Der Deutsche Motor-Sport-Bund (DMSB) mischt überall dort mit, wo motorisierte Fahrzeuge mit zwei oder vier Rädern gegeneinander antreten – etwa im Bereich der Renn-Organisation und der Lizenzierung von Teams und Piloten.

Seit Anfang Oktober zählt auch das sogenannte SimRacing zu den offiziellen Motorsport-Disziplinen des Verbands. Mit dieser Entscheidung öffnet sich der DMSB der „digitalen Variante des Motorsports“ und übernimmt gleichzeitig die Federführung bei der Entwicklung von eSport-Wettbewerben auf Basis von Rennsport-Simulatoren.

Von Formel-1-Piloten ist bekannt, dass sie schon jetzt mit Rennsimulationen trainieren und sich beispielsweise mit Streckenprofilen vertraut machen. Realität und Simulation liegen also näher beisammen als bei den meisten anderen Sportarten. „Nun wollen wir den nächsten Schritt machen, indem wir SimRacing als vollwertige Motorsport-Disziplin anerkennen und damit den Einstieg in den Motorsport auch für jüngere Menschen erleichtern“, erklärt DMSB-Präsidiumsmitglieder Gerd Ennser, der das Segment künftig verantwortet.

Der DMSB macht einen deutlichen Unterschied zwischen reiner Freizeit-Unterhaltung mit Rennspielen für Smartphones oder Spielkonsolen und „professionellem SimRacing“, das neben Hardware-Investitionen (Gaspedal, Bremse, Lenkrad) auch intensives Training innerhalb von Strukturen – etwa im Verein – erfordert. „Wer mit anderen nicht nur ein bisschen ‚zocken’ möchte, sondern sich ernsthaft auf SimRacing-Wettbewerbe einlässt, wird schnell merken, dass klare Regeln, neutrale Sportwarte und technische Standards sinnvoll und notwendig sind“, erklärt Ennser.

Motorsport-Bund DMSB: „SimRacing“ als Disziplin anerkannt

Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe soll nun dafür sorgen, dass „realer und simulierter Sport noch näher zusammenrücken“, so der DMSB. Das Ziel: Rennleiter und Sportkommissare sollen ihre Erfahrungen im SimRacing einbringen. Umgekehrt sollen Simulationen dazu dienen, Regeländerungen zunächst virtuell zu testen, bevor sie in den Live-Betrieb gehen. Auch Schulungen sollen einfacher, schneller und kostengünstiger umgesetzt werden.

Der DMSB unter Präsident Hans-Joachim Stuck geht das Thema eSport deutlich offensiver an als der Deutsche Fußball-Bund. Der DFB hat sich erst vor wenigen Monaten mit der Einführung des Kunstbegriffs „E-Soccer“ vergleichsweise scharf von anderen eSport-Disziplinen abgegrenzt. Auch mit Blick auf die künftige Haltung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) könnte das Votum des Mitglieds DMSB neue Impulse geben. Der Spitzenverband will bis Jahresende eine Empfehlung für den Umgang mit der eSport-Welt entwickeln.

Schnittmengen zwischen Motorsport- und Videospiel-Welt gibt es bereits im Bereich der Events, etwa in Form der erfolgreichen ADAC SimRacing Expo am Nürburgring.

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