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Petitionsausschuss will Bundeswehr und Polizei für eSport öffnen

Stellt die Bundeswehr demnächst Medaillengewinner in eSport-Disziplinen wie
Stellt die Bundeswehr demnächst Medaillengewinner in eSport-Disziplinen wie "Fortnite"? (Abbildung: Epic Games)

eSport in den Sportförderprogrammen der Bundeswehr? Diese Idee unterstützt der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags.

Der Petitionsausschuss des Bundestags will sich für die Anerkennung des eSport als „eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht“ einsetzen – also just so, wie es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD formuliert ist.

In der nicht-öffentlichen Sitzung vom 21. November haben die Abgeordneten mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen eine Petition durchgewunken. Das  im März 2018 eingereichte Dokument sieht konkret vor, …

  • Sportwettkämpfe auf Basis von Video- und Computerspielen als Sport anzuerkennen
  • eSport in die Sportförderprogramme von Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll aufzunehmen – hierfür wären die Unions-geführten Ministerien des Inneren und der Verteidigung zuständig

Die AfD-Fraktion spricht sich zwar grundsätzlich auch für die Anerkennung von eSport als Sport aus, lehnt aber eine Aufnahme in die Sportförderprogramme auf.

Im nächsten Schritt sollen sich die Ministerien und Fraktionen mit dem Thema beschäftigen. Erst am 9. November wurde das Thema eSport im Parlament auf Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion diskutiert. Für den 28. November 2018 ist eine dreistündige, öffentliche Anhörung im Sportausschuss geplant, an der auch Vertreter von Vereinen und Verbänden teilnehmen.

Der Petitionsausschuss hat in seiner Entscheidung die ablehnende Haltung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) berücksichtigt. Am Vortag vor der Sitzung hat sich nach dem DOSB auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gegen eine Anerkennung von eSport ausgesprochen. Zwar seien virtuelle Sportsimulationen für Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit für mehr Bewegung und Sport im Alltag. Aber: „Abgelehnt werden ausdrücklich solche eSport Titel, die darauf abzielen, virtuelle, menschliche Spielfiguren zu verletzen oder zu töten“, heißt es im Positionspapier.

eSport bei Bundeswehr und Polizei: Petitionsausschuss drängt auf Öffnung der Sportförderprogramme

Der Bund unterstützt die sogenannten Sportfördergruppen seit Jahrzehnten mit alljährlich zweistelligen Millionenbeträgen, von denen wiederum Hunderte Profi-Sportler profitieren Die Bundespolizei betreibt zum Beispiel eigene Sportschulen in Disziplinen wie Rudern, Skispringen oder Biathlon. Mit durchaus zählbaren Erfolgen: Mehr als die Hälfte der deutschen Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ist beim Staat beschäftigt.

Zuletzt geriet die Bundeswehr während der Gamescom 2018 unter medialen Beschuss,  weil das Verteidigungsministerium auf Plakaten im Stadtgebiet mit Slogans wie „Multiplayer at ist best“ um Nachwuchskräfte geworben hatte. Die Bundeswehr zählt seit mehreren Jahren zu den Ausstellern der Kölner Spielemesse.

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