Start Politik Medienförderung RLP: Rheinland-Pfalz fördert Computerspiele

Medienförderung RLP: Rheinland-Pfalz fördert Computerspiele

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Die Medienförderung RLP ist eine Tochter der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.
Die Medienförderung RLP ist eine Tochter der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.

Als eines der letzten Bundesländer geht auch Rheinland-Pfalz das Thema Games-Förderung an – zumindest ein bisschen: Die Medienförderung RLP startet.

In keinem anderen westlichen Bundesland bekommen Games-Entwickler so wenig finanzielle staatliche Anschubhilfe wie in Hessen und in Rheinland-Pfalz. Allmählich kommt allerdings Bewegung in die Sache: Denn nachdem Hessen zumindest Serious Games fördern will, hat in dieser Woche die Medienförderung RLP GmbH als Tochter der Medienanstalt Rheinland-Pfalz ihren Betrieb aufgenommen.

Zu den Trägern der neuen Gesellschaft zählen das Land Rheinland-Pfalz, dessen Medienanstalt, das ZDF und der Südwest-Rundfunk (SWR).

Das Budget für audiovisuelle Werke liegt für 2021 bei übersichtlichen 380.000 €, davon 95.000 € für Games und 50.000 € für Stipendien. Im kommenden Jahr soll die Summe dann auf eine Million Euro steigen, davon 230.000 € für Computerspiele. Zur Einordnung: Bayern, Berlin/Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen liegen beim Zehnfachen dieser Summe.

Doch der Anfang ist gemacht, nachdem sich die rot-gelb-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) jahrelang gegen die Einführung einer systematischen Computerspiele-Förderung gewehrt hatte und erst kurz vor der Landtagswahl das Thema Games-Förderung für sich entdeckt hat.

Einen ersten Förderaufruf soll es ab dem 1. November geben – Bewerbungsschluss ist dann der 8. Dezember. Der Vergabe-Jury gehört unter anderem Ina Göring vom Branchenverband Game an.

„Das Land Rheinland-Pfalz will Kultur- und Medienschaffende übergreifend und in allen relevanten Bereichen ihres Schaffens fördern“, erklärt Medien-Staatssekretärin Heike Raab (SPD). „Mit der Medienförderung Rheinland-Pfalz stärken wir den Medienstandort. In Zusammenarbeit der Partner Medienanstalt, SWR, ZDF und des Landes Rheinland-Pfalz wird es uns künftig noch besser gelingen, innovativen Medienproduktionen in Rheinland-Pfalz gute Startbedingungen zu bieten.“

„Die Medienförderung kooperiert mit den Initiativen GameUp! Software-/Gamesforum Rheinland-Pfalz und Film- und Medienforum Rheinland-Pfalz“, erläutert Marc Jan Eumann, Chef der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. „In der Vergabejury arbeiten Fachleute aus unterschiedlichen Mediensparten mit. Vom Start weg ist die Medienförderung Rheinland-Pfalz breit vernetzt, fachlich gut verankert und mit ihrer innovativen Ausrichtung in der Lage, den Produktionsstandort Rheinland-Pfalz voranzubringen.“

Von Seiten der Opposition gibt es bereits heftige Kritik: „Die ‚neue Medienförderung‘ macht Rheinland-Pfalz noch lange nicht zum digitalen Medien-Land Nummer 1 – leider“, mahnt CDU-Digitalisierungs-Experte Peter Moskopp. „Vielmehr sind die von Staatssekretärin Raab angekündigten Fördersummen ein Tropfen auf den heißen Stein. Das liegt auch am Verständnis und der Wertschätzung, die das Land besonders modernen Formen der Medienschaffung entgegenbringt. Ich empfehle der Landesregierung, dringend ihr Medien-Grundverständnis zu aktualisieren.“ Bei vielen Medienschaffenden stünde Rheinland-Pfalz als Standort für Büros oder Niederlassungen „nicht oben auf der Wunschliste“, so Moskopp.