Start Politik Haushalt 2027: Bundestag befasst sich mit Computerspiele-Etat

Haushalt 2027: Bundestag befasst sich mit Computerspiele-Etat

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Auf der Gamescom 2026 kündigte Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) an, dass im Bundeshaushalt erneut 120 Mio. € für die Games-Förderung eingeplant sind.
Auf der Gamescom 2026 kündigte Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) an, dass im Bundeshaushalt erneut 120 Mio. € für die Games-Förderung eingeplant sind.

123,8 Mio. € hat Forschungsministerin Dorothee Bär für Deutschlands Games-Entwickler im Haushalt 2027 eingeplant. Das Paket wird ab heute im Bundestag beraten.

Ab dem heutigen Dienstag und in den kommenden Tagen beschäftigt sich der Deutsche Bundestag erstmals mit dem Haushalt für 2027. Auf strammen 3.561 Seiten hat das Finanzministerium unter Leitung von Lars Klingbeil (SPD) aufgeschrieben, wie sich Einnahmen und Ausgaben verteilen.

Der Etat hat ein Volumen von 555,4 Mrd. € – davon entfallen 201 Mrd. € auf den Bereich Arbeit und Soziales, während etwa das Verkehrs-Ressort mit geschrumpften 26,4 Mrd. € auskommen muss. Durch ‚Sondervermögen‘ für Bundeswehr und Infrastruktur steigt die Schuldenlast um mehr als 200 Mrd. €.

Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) verantwortet ein fast unverändertes Budget von knapp 22 Mrd. € – davon fließen 8,78 Mrd. € in die sogenannte Hightech-Agenda. Weitere 2,24 Mrd. € sind für Raumfahrt-Programme eingeplant, etwa für die Europäische Weltraumorganisation ESA.

Haushalt 2027: Games-Förderung bleibt bei 120 Mio. €

Keine fundamentalen Veränderungen gibt es auch bei den Investitionen in den Games-Standort Deutschland, der seit 2025 in die Zuständigkeit des Forschungs-Ressorts fällt: Allein für die Computerspiele-Förderung des Bundes sind 119,9 Mio. € eingeplant.

Dass die Mittel auf dem Vorjahres-Niveau ‚verstetigt‘ werden, hatten Bär und Klingbeil anlässlich der Gamescom 2026 zugesagt – nicht ohne Verweis auf den Umstand, dass solche Größenordnungen in Zeiten leerer Kassen nicht selbstverständlich seien.

Anders als in den Vorjahren ist der Fördertopf prall gefüllt – und die Gelder fließen weiterhin ausgesprochen schleppend ab: Erst ein Drittel der Zuschüsse wurde abgerufen. Zum Stichtag 24. August weist das ‚Fördermittel-Radar‘ des Ministeriums noch 80 Mio. € an verfügbaren Mitteln für das Jahr 2026 aus (Analyse).

Derzeit gibt es rund 165 laufende Projekte, die vom Projektträger DLR (einer Sparte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt) geprüft und begleitet werden. Für diese Aufgaben sind 5,2 Mio. € vorgesehen.

Games-Förderung des Bundes: Die Top 20 Unternehmen mit den höchsten Förderzusagen seit 2019 (Stand: Juli 2026)
Games-Förderung des Bundes: Die Top 20 Unternehmen mit den höchsten Förderzusagen seit 2019 (Stand: Juli 2026)

1,5 Mio. € für den Deutschen Computerspielpreis 2027

Weitere 2,4 Mio. € fließen in die „Strategie für den Games-Standort Deutschland“: Dazu zählen etwa Auftritte im Rahmen nationaler und internationaler Messen und Konferenzen, um Investoren und Fachkräfte anzuwerben. Das zugrunde liegende Konzept stammt noch aus der Ära von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und soll demnächst überarbeitet werden.

Für den Deutschen Computerspielpreis sind 1,5 Mio. € veranschlagt: Das Preisgeld lag zuletzt bei 800.000 €. Zusammen mit dem Gastgeber-Bundesland (2026: München / 2027: Berlin) kommt der Bund auch für die Zeremonie samt Catering, Technik und Moderation auf.

Dorothee Bär, Hendrik Wüst und Lars Klingbeil am Gamescom-Stand von Astragon mit Weltenbauer-Chef René Nold, Astragon-Geschäftsführer Tim Schmitz und Game-Vorstands-Chef Lars Janssen (rechts)
Dorothee Bär, Hendrik Wüst und Lars Klingbeil am Gamescom-Stand von Astragon mit Weltenbauer-Chef René Nold, Astragon-Geschäftsführer Tim Schmitz und Game-Vorstands-Chef Lars Janssen (rechts)

Das Games-Paket summiert sich somit auf 123,8 Mio. €. Erklärtes Ziel seit 2019: die „Schaffung eines wirtschaftlich gesunden und nachhaltigen Games-Ökosystems aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen“ und die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Studios. Ein besonderer Fokus liegt diesmal außerdem auf der Förderung von Frauen in der Gaming-Industrie: Das Format Womenize! erhält einen Zuschuss von 300.000 € für die Durchführung von Workshops.

Der Etat des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) steht auf der Tagesordnung am Vormittag des kommenden Freitags (11. September). Ab dem 23. September tagen die Fach- und Haushaltsausschüsse, ehe in der letzten Novemberwoche die berüchtigte ‚Bereinigungssitzung‘ ansteht. Am 27. November findet die dritte und letzte Lesung des Haushaltsgesetzes statt, das im Anschluss an den Bundesrat geht. Erst mit der Unterschrift des Bundespräsidenten kann der Haushalt zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Bei GamesWirtschaft finden Sie eine ausführliche Analyse der Bundes-Games-Förderung.

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