Mit einem Zuschuss von 300.000 € beteiligt sich das Forschungsministerium am Aufbau von deutschlandweiten Womenize!-Masterclasses.
Seit 2015 setzt sich die Initiative Womenize! Games & Tech für mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit von Frauen und marginalisierten Gruppen in der Computerspiele-Industrie ein – etwa durch die jährliche Konferenz in Berlin mit zuletzt 170 Teilnehmerinnen oder Interview-Formate. Betreiber ist die Booster Space Events und Consulting GmbH.
Der Bedarf ist offenkundig: Nach GamesWirtschaft-Recherchen vom Frühjahr 2026 gibt es in einer Branche mit offiziell 12.000 Beschäftigten nur zwei Games-Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten, an deren Spitze eine Geschäftsführerin steht.
Jetzt soll ein bundesweites Weiterbildungs- und Vernetzungsangebot für Frauen in der Games- und Tech-Branche entstehen – und zwar mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das auch die Games-Förderung verantwortet.
Für den Projekt-Zeitraum von August 2026 bis März 2028 erhält Booster Space in Summe 300.000 €. Damit setzt das Ministerium eine Maßnahme um, die im Bundeshaushalt 2026 explizit hinterlegt wurde.
Bund fördert Konferenz-Format Womenize mit 300.000 €
In Kooperation mit regionalen Games-Hubs werden ‚Masterclasses‚ an mehreren Standorten aufgesetzt – mit dem Ziel, Know-How zu vermitteln und die Vernetzung zu fördern. Mögliche Themen sind Karriere-Entwicklung, Gründung und Finanzierung sowie Qualifikationen für Führungsaufgaben (‚Leadership‘). Das Programm richtet sich sowohl an Berufseinsteigerinnen als auch an Frauen, die bereits in der Branche tätig sind.
Per strukturierter Datenerhebung soll die Situation von Frauen in der Games-Branche beleuchtet werden, um mit den Erkenntnissen neue Angebote und Maßnahmen zu entwickeln. Den Abschluss der Projektlaufzeit bildet ein gemeinsames Netzwerk- und Austausch-Format.
Parallel wird ein Speakerinnen-Netzwerk aufgebaut: Eine Datenbank soll Veranstaltern, Medien und Unternehmen dabei helfen, qualifizierte Expertinnen für Konferenz-Bühnen oder Interviews zu finden.
Egger, Liebe, Lemmen: Eingespieltes Womenize-Team kann Arbeit fortsetzen
Am Zuschnitt des Womenize-Personals ändert sich nichts: Das buchstäblich eingespielte Team besteht weiterhin aus Head of Womenize! und Projektleiterin Madeleine Egger, Gründerin und Programmdirektorin Ruth Lemmen sowie Booster Space-Chef Michael Liebe.
Madeleine Egger: „Die Branche wächst, doch der Frauenanteil in den Unternehmen hinkt nach wie vor hinterher, besonders in Entwicklungs- und Führungspositionen. Mit diesem Projekt wollen wir genau hier ansetzen und über einzelne Veranstaltungen hinaus strukturelle Angebote schaffen, die Frauen langfristig stärken und sichtbar machen.“
Ruth Lemmen und Michael Liebe: „Die Förderung durch den Bund ist eine wichtige Anerkennung für die Arbeit, die Womenize! seit mehr als einem Jahrzehnt leistet, und ermöglicht es uns, unsere Aktivitäten auf eine neue strukturelle Ebene zu heben.“
Die Womenize!-Förderung ist Teil eines 125 Mio.-€-Etats, mit dem der Bund die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Games-Industrie steigern will. Allein 120 Mio. € sind in diesem Jahr für die Förderung neuer Games eingeplant, hinzu kommen die Kosten für Preisgeld und Verleihung des Deutschen Computerspielpreises sowie Marketing-Maßnahmen wie der Auftritt des Ministeriums im Rahmen der Gamescom 2026 (26. – 30. August) in Köln.
Mit der Lage von Frauen in Deutschlands Games-Industrie beschäftigt sich auch diese GamesWirtschaft-Kolumne vom April 2026.
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