Start Politik Games-Förderung: Bundesregierung antwortet auf AfD-Anfrage

Games-Förderung: Bundesregierung antwortet auf AfD-Anfrage

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CSU-Politikerin Dorothee Bär (hier beim Computerspielpreis 2026 in München) ist Bundesministerin für Forschung, Technologie, Raumfahrt - und Games.
CSU-Politikerin Dorothee Bär (hier beim Computerspielpreis 2026 in München) ist Bundesministerin für Forschung, Technologie, Raumfahrt - und Games.

Die Auskunft des Forschungsministeriums auf eine ‚Kleine Anfrage‘ der AfD-Fraktion liefert bemerkenswerte Erkenntnisse zur Games-Förderung.

Am 21. September und damit fristgerecht innerhalb von 14 Tagen hat das Forschungsministerium namens der Bundesregierung jene 19 Fragen beantwortet, die die Bundestagsfraktion der AfD unmittelbar nach der Gamescom gestellt hat (Details / Kolumne).

Die Opposition hatte sich nach den „Ergebnissen der Games-Förderung des Bundes“ erkundigt: Seit 2019 hat sich der Staat mit mehr als 250 Mio. € an den Entwicklungskosten von Games made in Germany beteiligt. Ziel: bessere Chancen deutscher Studios im internationalen Wettbewerb, mehr Gründungen, mehr Jobs.

Analog zum Vorjahr hat ‚Games-Ministerin‘ Dorothee Bär (CSU) im Haushalt 2027 erneut Fördermittel im Volumen von rund 120 Mio. € eingeplant.

Games-Förderung: Bundesregierung antwortet auf AfD-Anfrage

Das Dokument (PDF) fördert verblüffende Erkenntnisse zu Tage:

So kann die Bundesregierung nicht beantworten, ob, wann und unter welchem Namen die mehr als 700 geförderten Spiele veröffentlicht wurden. Diese Frage wird „im Einzelfall“ entlang der Verwendungsnachweisprüfung untersucht, aber „nicht flächendeckend erfasst“.

Ebenfalls unklar: Ob und wenn ja: auf welchen Plattformen (PlayStation Store, Steam, Google Play etc.) diese Titel derzeit angeboten werden. O-Ton: „Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“

Übersetzt: Niemand weiß, wie viele der bezuschussten Games jemals vertrieben und vermarktet wurden.

Erst recht keine Informationen gibt es zu Verkaufs- und Umsatzzahlen der Spiele – und inwieweit die staatlichen Gelder die Einnahmen übersteigen. So bleibt offen, in wie vielen Fällen die Ziele des Förderprogramms erreicht werden. Diese Informationen sollen erst im Rahmen von angestoßenen Studien erhoben und untersucht werden, ebenso wie die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Job-Situation in den einzelnen Betrieben.

Dieser Umstand ist auch deshalb wichtig, weil einmal bewilligte Subventionen aus der Bundes-Förderung normalerweise nicht zurückbezahlt werden müssen. Ausnahme: ein Projektabbruch, der zu einer Rückforderung führt, sofern bereits Gelder geflossen sind. Das ist bislang erst fünf Mal vorgekommen.

Demzufolge hat etwa Daedalic Entertainment mehr als 600.000 € zurück überwiesen, weil der geplante Nachfolger zum Gollum-Spiel nicht zustande kam. Im Falle der THQ-Tochter Piranha Bytes ist offenkundig nach wie vor eine Klage gegen den Widerrufsbescheid anhängig – hier geht es um immerhin 530.724 €.

Geschäftsmodell Computerspielpreis

Spannend ist auch ein Blick in den Anhang: Dort sind nicht nur die Spiele-Projekte en detail aufgeschlüsselt, sondern auch die administrativen Kosten der Games-Förderung.

Fast 17 Mio. € sind seit 2019 an den beauftragten Projektträger DLR geflossen, der Antragsteller berät und die Förder-Anträge prüft und bewilligt.

Im Etat enthalten sind außerdem die Ausgaben für das Standortmarketing, also für Reisekosten, Studien, Empfänge, Messen und Konferenzen. Der Gamescom 2025-Auftritt des Forschungsministeriums in der Business Area schlug mit 240.000 € (Standbau, Fläche, Tickets etc.) zu Buche.

Geschäftsmodell Computerspielpreis

Der Staat kommt zusätzlich für den Deutschen Computerspielpreis auf – das gilt sowohl für das Gesamt-Preisgeld von 800.000 € als auch für die Ausrichtung der Gala, an deren Finanzierung sich der Gastgeber-Standort (Bayern und Berlin im Wechsel) beteiligt.

Die Ausgaben für das ‚Drumherum‘ übersteigen vielfach die Schecks für die Gewinner-Studios. Beispiel 2025: An die Preisträger wurden 578.952 € ausgezahlt – parallel erhält allein der Game-Verband als Co-Veranstalter eine halbe Million Euro für die Durchführung der Verleihung. An das Award-Büro, das bei der Verbands-Tochter Stiftung Digitale Spielekultur angesiedelt ist, gehen weitere 241.892,44 €. Analoges gilt für die Jahre 2023 und 2024.

Mit der Games-Förderung des Bundes beschäftigt sich auch die GamesWirtschaft-Kolumne vom 25. September 2026.

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