Start Politik Was wurde eigentlich aus … der „Bayerischen Games-Strategie“?

Was wurde eigentlich aus … der „Bayerischen Games-Strategie“?

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) schichten die 'Bayerische Games-Strategie' ab.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) schichten die 'Bayerische Games-Strategie' ab.

Bayern soll zum Power-House der deutschen Computerspiele-Industrie werden. Als „interner Kompass“ dient die weiß-blaue „Games-Strategie“.

„Wir machen Bayern zum Games-Standort Nummer 1 in Deutschland“ ließ CSU-Chef Markus Söder mit dem ihm eigenen Understatement via Social Media im Juli 2025 mitteilen. Dazu passend präsentierte sich der Ministerpräsident als Pixelfigur im Super-Mario-Format.

Man werde die Fördermittel erhöhen, den Computerspielpreis ausrichten und „eine Games-Strategie“ ausbaldowern. Denn: „Wir sind Fans und Förderer der Games-Branche“ – und München solle „Gaming-Hauptstadt“ werden. Was eigentlich gar nicht sein kann, denn das ist ja schon Köln. Oder Frankfurt. Oder Berlin. Oder Hamburg. Je nachdem, wen man fragt.

Wenige Monate später – im November 2025 – legte sein fachlich zuständiger Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) nach: Eine eigens in Auftrag gegebene Studie bestätigte den eingeschlagenen Kurs – und deshalb werde man besagte „Games-Strategie“ munter weiterentwickeln.

Das ist jetzt ein Jahr her. Doch wer nachlesen möchte, was denn da so genau drin steht in dieser „Games-Strategie“, findet dazu auf den offiziellen Seiten: wenig bis nichts.

Was wurde eigentlich aus… der „Bayerischen Games-Strategie“?

Mit einem handlichen Link zu einem „Bayerische Games-Strategie“-PDF kann das Ministerium auf Anfrage nicht dienen. Gegenüber GamesWirtschaft heißt es, Mehring habe sein Konzept bereits 2025 dem Ministerpräsidenten vorgelegt. Das Papier dient seitdem „als interner Kompass“ für die bayerische Computerspiele-Politik und werde „laufend fortgeschrieben“.

Dazu hätten unter anderem „Strategie-Workshops“ mit Unternehmern, Wissenschaftlern und der landeseigenen Standort-Initiative Games / Bavaria stattgefunden, deren Wirken vom Ministerium finanziert wird.

Zu den vereinbarten „Leitplanken“ gehört unter anderem:

  • die Verdoppelung der „Förder-Kulisse“, die der Digitalminister im Lichte knapper Kassen erfolgreich habe durchsetzen können: Nur Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg fördern Games-Projekte in vergleichbarer Größenordnung.
  • die Finanzierung des Co-Working-Space Die Gamerei („The Bavarian Home of Game Changers“) im Münchener Osten – das Ministerium spricht von „Süddeutschlands Epizentrum der Szene“
  • die „dauerhafte Verankerung“ des Deutschen Computerspielpreises in München (im Wechsel mit Berlin)
  • der Ausbau des bayerischen Messeauftritts auf der Kölner Gamescom
  • der Level-Up-Accelerator für angehende Gründer
  • die Unterstützung regionaler Games-Initiativen
  • und schließlich die Förderung der weiß-blauen E-Sport-Szene
Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) bei der symbolischen Übergabe der Förder-Schecks in der Münchener Gamerei.
Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) bei der symbolischen Übergabe der Förder-Schecks in der Münchener Gamerei.

Bayern baut Games-Förderung sukzessive aus

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach Vereidigung zum Digitalminister kann sich Mehrings Bilanz also durchaus sehen lassen – zumal selbst parteipolitische Mitbewerber einräumen, dass er „nah bei de Leut“ sei und proaktiv enge Drähte mit Games-Unternehmern und -Funktionären pflegt.

Im Juli hat er außerdem eine reformierte Förder-Richtlinie vorgestellt, in der Wünsche und Anregungen kleiner und großer Studios eingebacken wurden. So gibt es für Konzepte und Prototypen deutlich mehr Geld – Studios, die ihr Darlehen zurückzahlen können, kommen unkompliziert an die nächste Förderung.

Wo Bayern erzkonservativ bleibt: Bei allen Förder-Projekten gilt weiterhin eine Altersfreigaben-Obergrenze von 16 Jahren. Für Germany’s Next Grand Theft Auto gäbe es vom Freistaat also keinen Cent Unterstützung.


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