Start Karriere GAMEinander e.V.: Games-Studierende gründen Verein

GAMEinander e.V.: Games-Studierende gründen Verein

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Das Team von GAMEinander e.V. beim Gamescom-Besuch - vordere Reihe Mitte: die Vereins-Vorsitzenden Veronika Gasser und Junes Albert.
Das Team von GAMEinander e.V. beim Gamescom-Besuch - vordere Reihe Mitte: die Vereins-Vorsitzenden Veronika Gasser und Junes Albert.

Wer ‚was mit Games‘ studiert, findet in GAMEinander ab sofort eine Community, die sich deutschlandweit vernetzt und unterstützt.

Der Urknall erfolgte im Frühjahr an der Universität Bayreuth: Im März 2026 konstituierte sich dort der eingetragene Verein GAMEinander.

Am heutigen 2. November geht das „bundesweite Studierenden-Netzwerk für Game Development“ nun ganz offiziell an den Start und wirbt um Mitglieder und Partner. Auf der Vereins-Website gibt es alle Informationen zu Mitgliedschaft, Satzung und Team.

Ob Praktikumsplatz, Vollzeit-Stelle, Förderung oder Studio-Gründung: Wer eine berufliche Laufbahn in der Games-Branche anstrebt, trifft bei GAMEinander auf Gleichgesinnte zum Erfahrungs- und Wissens-Austausch. Eine erste Kooperation gibt es mit der ebenfalls noch jungen Deutschen Gesellschaft für Spielwissenschaft (DGSW).

GAMEinander: „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Brücke.“

Was die Initiatoren konkret vor haben, erklären die Vereins-Vorsitzenden Veronika Gasser und Junes Albert im GamesWirtschaft-Interview. Beide studieren an der Ubi Bayreuth und streben einen Master-Abschluss in der Disziplin Computerspielwissenschaften an.

GameWirtschaft: Was war der ausschlaggebende Impuls, um GAMEinander auf den Weg zu bringen?

Veronika Gasser und Junes Albert: Die Idee zum Verein entstand aus unserer eigenen Erfahrung: Im Studium haben wir uns einen Verein gewünscht, über den wir uns mit Studierenden anderer Hochschulen austauschen und gemeinsam an Projekten arbeiten können.

Viele Standorte decken nur einen Teil der Spieleentwicklung ab, deshalb bleiben Projekte oft unvollständig, nicht aus einem Mangel an Talent, sondern weil die passenden Teammitglieder an anderen Hochschulen sitzen.

Genau diese Verbindung – und noch mehr – möchten wir durch den Verein herstellen, um den Games-Nachwuchs stärker zusammenzubringen und eine Community für einen niedrigschwelligen Einstieg in die Games-Branche zu ermöglichen.


Bayern, NRW, Berlin, Hamburg: Überall im Land gibt es Standortinitiativen, die Gründer und Entwickler unterstützen. Warum war es euch wichtig, eine bundesweite Initiative zu starten?

Die Standortinitiativen leisten wichtige Arbeit, richten sich aber in erster Linie an Unternehmen und Gründern und Gründerinnen. Studierende und Auszubildende stehen dort selten im Mittelpunkt, weswegen wir uns dafür entschieden haben, genau da anzusetzen.

Der Games-Nachwuchs ist oft mobil: Wer in einem Bundesland studiert, macht das Praktikum vielleicht in einem anderen und zieht dann in ein drittes. Viele regionale Netzwerke enden an der Landesgrenze, und wir wollen bewusst darüber hinaus informieren und vernetzen.

Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Brücke und machen aktiv auf die Angebote der bestehenden Standortinitiativen aufmerksam und vermitteln bei Bedarf passende Ansprechpartner vor Ort.


Was sind aus eurer Sicht derzeit die größten Herausforderungen, mit denen sich junge Gründer und Gründerinnen und Entwickler und Entwicklerinnen konfrontiert sehen?

Für den Berufseinstieg sind unserer Meinung nach vor allem zwei Dinge entscheidend: der Aufbau eines Netzwerks in der Branche und eines überzeugenden Portfolios.

Viele Stellen werden über Kontakte vergeben, was einem als Studierenden oft nicht von Beginn an bewusst ist. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sich unsere Mitglieder sowohl untereinander als auch im Rahmen der Branche und darüber hinaus vernetzen, noch bevor der Abschluss in Sicht ist.

Genauso wichtig ist es, während dem Studium ein eigenes Portfolio aufzubauen, das bestenfalls zusammen mit Personen aus anderen Disziplinen entsteht. Auch das Thema Gründung beschäftigt viele: Wie gründe ich eigentlich? Welche Gesellschaftsform passt zu meinem Vorhaben? Wo kommt die Finanzierung her? In der Lehre kommen diese Fragen oft zu kurz und wer nicht die Möglichkeit hat, an einem Accelerator oder Incubator teilzunehmen, muss sich die Antworten mühselig selbst zusammensuchen, da sich Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden.

Hinzu kommt, dass die Voraussetzung für Programme häufig ein bestehendes Team ist. Mit GAMEinander schaffen wir eine Plattform, um Gleichgesinnte zu finden.


Was habt ihr euch für Jahr 1 vorgenommen – und welche Unterstützung erhofft ihr euch von der Branche und der Politik?

Für das erste Jahr haben wir uns vorgenommen, bewusst langsam zu starten. Wir betreiben einen Discord-Server, über den wir auch Workshops, Vorträge und Events ankündigen und koordinieren.

Dabei finden alle Angebote online statt, um einen niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen. Einen großen Fokus legen wir darauf, herauszufinden, was sich unsere Mitglieder wünschen und unser Angebot danach auszurichten. Natürlich bringen wir selbst auch viele Ideen mit, aber der Verein soll auch einen Rahmen zum Ausprobieren bieten: Wer Lust hat, eigene Ideen umzusetzen, ist bei uns genau richtig.

Langfristig haben wir auch größere Events im Blick, etwa die Gamescom. Aus der Wissenschaft haben wir die Deutsche Gesellschaft für Spielwissenschaft (DGSW) bereits als Kooperationspartner gewonnen, da uns die selben Ziele verbinden: die Rolle von Games in Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft zu stärken und gleichzeitig bessere Chancen für die nächste Generation von Spieleentwickelnden und Fachleuten zu schaffen.

Wir streben eine Mitgliedschaft im Game-Verband an und suchen weitere Partnerorganisationen, Programme und Sponsoren, um mehr für unsere Mitglieder möglich zu machen.

Von der Branche wünschen wir uns eine stärkere Einbindung des Nachwuchses durch Mentoringprogramme, Speaker und Speakerinnen für unsere Workshops, Einblicke in Studios und Praktikumsplätze.

Von der Politik wünschen wir uns, dass Nachwuchsförderung früher ansetzt und bundesweit gedacht wird. Dass das funktioniert, hat das Press Start Gründungsstipendium gezeigt.

Ein vergleichbares Angebot fehlt aber für Studierende und Auszubildende, die erste Projekte umsetzen, sich vernetzen und in der Branche Fuß fassen wollen, und für Initiativen wie unsere, die sie dabei unterstützen.


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