Start Politik Games-Förderung: Bayern überarbeitet Richtlinie

Games-Förderung: Bayern überarbeitet Richtlinie

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Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und FFF-Bayern-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein beim DCP-2024-Warm-Up in München (Foto: GamesWirtschaft / Fröhlich)
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und FFF-Bayern-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein beim DCP-2024-Warm-Up in München (Foto: GamesWirtschaft / Fröhlich)

Mehr Geld für Games-Startups und etablierte Studios, aber auch höhere Anforderungen: Der FFF Bayern stellt die neue Richtlinie für die Games-Förderung vor.

Mehr als 26 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern seit Einführung der Games-Förderung im Jahr 2009 in Computerspiele und deren Entwickler investiert – der Humus, auf dem später große Studios wie Aesir Interactive, Mimimi Games und Chimera Entertainment entstanden sind, aber auch Dutzende kleinerer Indie-Teams.

Zum 30. Juni 2026 ist nun im Freistaat eine neue Richtlinie (PDF) in Kraft getreten. Ziel: erstens mehr Professionalisierung, zweitens eine bessere Ausstattung junger Studios und drittens die Ermöglichung umfangreicherer Projekte. Das überarbeitete Regelwerk ist in Kooperation zwischen der Vergabestelle (dem FFF Bayern) und dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales entstanden – unter Berücksichtigung von Anregungen aus der Branche.

Games-Förderung in Bayern: Das sind die neuen Richtlinien

Bayern bezuschusst weiterhin Spiele-Projekte in drei Stadien: Konzepte, Prototypen und die Umsetzung in ein marktfähiges Produkt. Zu den Neuerungen gehören unter anderem folgende Features:

  • Die Konzept-Förderung für Nachwuchs-Studios steigt von 20.000 auf 30.000 € und bei etablierten Studios auf 40.000 € – gleichzeitig wachsen die Anforderungen mit Blick auf die abzuliefernden Unterlagen (Pitch Deck, Game Design Document, Proof of Concept).
  • Die Prototypen-Förderung steigt von 100.000 € auf 200.000 € (als Zuschuss) – bei einem Eigenanteil von 30 Prozent sind sogar bis zu 350.000 € (dann als Darlehen) möglich.
  • Für Nachwuchs-Projekte gibt es im Produktions-Stadium bessere Konditionen: Bei Erst- und Zweitprojekten kann die Förderquote bis zu 70 Prozent betragen.
  • Der Mindest-Eigenmittelanteil sinkt von 10 auf 5 Prozent, um die Cashflow-Situation junger Studios zu lindern.
  • Wer ein Förderdarlehen zurückzahlt (was gelegentlich vorkommt), bekommt unkompliziert eine direkte Förderung fürs nächste Projekt.
  • Antragsteller müssen alle Grund-Disziplinen (Technik, Grafik, Game Design) im Projektteam vorweisen.

Weiterhin gilt die bundesweit seltene Besonderheit, dass der Leben-und-leben-lassen-Freistaat nur Computerspiele fördert, die eine Altersfreigabe „höchstens bis ab 16 Jahren“ erwarten lassen. Für europäische Blockbuster wie Kingdom Come Deliverance 2 oder Cyberpunk 2077 gäbe es in Bayern also weiterhin keinen Cent.

Die Einreichfrist für die zweite Förderrunde ist bereits verstrichen – der Ausschuss tagt am 15. Juli. Stichtag für die dritte und letzte Runde ist der 27. Oktober 2026. Weitere Informationen gibt es auf der Website des FFF Bayern.

Mehring: „Treiben Professionalisierung unserer Studios voran“

Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler): „Mit den Neuerungen in der Förderrichtlinie nehmen wir die ersten Entwicklungsphasen – Konzepte und Prototypen – noch stärker in den Blick und treiben so die Professionalisierung unserer Studios weiter voran. Gleichzeitig öffnen wir unser Ökosystem ganz bewusst für eine neue Generation von Talenten, die mit frischen Ideen in die Games-Entwicklung einsteigen will. Dabei ermöglichen wir den transparenten Einsatz von Werkzeugen wie Künstlicher Intelligenz und legen gleichzeitig Wert auf erste bespielbare Inhalte zum Abschluss der Konzeptphase. Für mich ist klar: Diese Neuerungen in unseren Förderrichtlinien machen Bayern auch in Zukunft zur idealen Startrampe, von der aus Deutschlands Games-Szene weiter durchstarten kann!“

FFF Bayern-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein: „Mit der Weiterentwicklung der Games-Förderrichtlinie entwickeln wir unser Förderinstrument konsequent weiter. Höhere Förderobergrenzen eröffnen die Möglichkeit, auch umfangreichere Projekte zu begleiten. Ein besonderes Anliegen bleibt auch die Förderung des Nachwuchses: Mit passgenauen Regelungen für Erst- und Zweitprojekte erleichtern wir neuen Talenten den Einstieg in die professionelle Games-Entwicklung.“

Die größten Games-Unternehmen in Bayern 2025 (Stand: 11.8.2025 / v1)
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