
Das Nürnberger Games-Studio Spaceflower kann einen Teil der Fördermittel für das Strategiespiel Let Them Trade an den Freistaat Bayern zurückzahlen.
Üblicherweise werden voluminöse XXL-Schecks von Bundes- und Landesministern auf Messen und Events an Studios und Einrichtungen übergeben, die sich erfolgreich um Fördermittel beworben hatten.
Im Falle der Nürnberger Spaceflower UG verhält es sich genau anders herum: Denn das Strategiespiel Let Them Trade läuft auf Steam so erfolgreich, dass Zuschüsse in Höhe von 55.000 € zurückbezahlt werden können. Der vom Berliner Publisher ByteRockers‘ Games vermarktete Titel hat bislang mehr als eine Million Euro eingespielt.
Der FFF Bayern hat sowohl das Konzept als auch den Prototypen und die Produktion seit 2019 mit insgesamt 345.000 € unterstützt. Im Unterschied zu den Förderprogrammen des Bundes handelt es sich überwiegend um bedingt rückzahlbare Darlehen – heißt: Im Erfolgsfall bekommt der Staat sein Investment anteilig zurück.
‚Scheck is back‘-Momente sind vergleichsweise selten in der deutschen Games-Landschaft.
Spaceflower zahlt Games-Förderung für ‚Let Them Trade‘ zurück
Die symbolische Übergabe erfolgte im Rahmen des gestrigen Bayerischen Digitalgipfels 2026 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Gastgeber und Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) verknüpfte die Übergabe mit einer ersten Zwischenbilanz der bayerischen Games-Politik.
Digitalminister Fabian Mehring: „Die Rückzahlung zeigt, dass unsere Games-Förderung weit mehr ist als ein Kultur- oder Kreativprogramm. Aus dieser Förderung wird konkrete Wertschöpfung – so entsteht echte digitale Dividende. Wir investieren gezielt in digitale Innovationen, neue Geschäftsmodelle und die Talente von morgen. Wenn aus einer geförderten Idee ein erfolgreiches Produkt entsteht und Fördermittel an den Freistaat zurückfließen, ist das der beste Beleg dafür, dass unsere Strategie aufgeht.“
In Bayern würden die Voraussetzungen geschaffen, dass heimische Studios international erfolgreich sein können, so Mehring: „Wir begleiten kreative Talente von der ersten Idee bis zum Markteintritt und stärken so eine Branche, die für Innovation, Technologie und digitale Wertschöpfung steht. Auf diese Weise entwickeln wir unseren Freistaat Schritt für Schritt zu einem der führenden Games-Standorte Europas.“
FFF-Bayern-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein: „Der Erfolg von Let Them Trade zeigt, wie nachhaltig die 2009 gegründete FFF-Gamesförderung wirkt. Die nun
zurückgezahlten Fördermittel kann Spaceflower als Erfolgsdarlehen in neue
spannende Projekte investieren. Mithilfe der Förderung können junge Studios durch
ihre ersten Projekte auf sich aufmerksam machen und Publisher sowie Investoren für
sich und Bayern gewinnen. So entsteht ein positiver Kreislauf, der Innovation,
Kreativität und unternehmerisches Wachstum gleichermaßen fördert.“
Erpenstein sieht die Spaceflower-Entwicklung auch als Beleg für die „Strahlkraft der bayerischen Gamesbranche außerhalb Münchens“. Denn durch die gezielte Förderung hätten sich in den vergangenen Jahren erfolgreiche Studios in vielen Regionen Bayerns
etabliert. Nürnberg habe sich dabei „zu einem regelrechten Games Hub entwickelt“.











