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Rentenpläne der Bundesregierung treffen auch Games-Industrie

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Bundeskanzleramt (Foto: GamesWirtschaft)
Bundeskanzleramt (Foto: GamesWirtschaft)

Nach Vorstellung der Bundesregierung sollen Selbstständige künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen – und so fürs Alter vorsorgen.

8 von 10 Beschäftigten in der deutschen Games-Industrie sind laut Studie sozialversicherungspflichtig beschäftigt – ein außerordentlich hoher Wert. Während etwa in der Film-Branche mehr als die Hälfte auf selbstständiger Basis tätig ist, sind es in der Games-Industrie gerade einmal 8 Prozent – zum Beispiel als Game Designer, Synchron-Sprecher, Musiker, 3D-Artist, Tester, Übersetzer, Consultants, Producer, Programmierer oder Pressesprecher.

Faustregel: Je kleiner der Betrieb, desto höher der Freelancer-Anteil.

Studio-Gründer und Selbstständige müssen grundsätzlich selbst fürs Alter vorsorgen – es sei denn, sie sind über ein berufsständisches Versorgungswerk pflichtversichert, etwa über die Künstlersozialkasse. Die Folge: Vielfach rutschen Freiberufler in die Grundsicherung – es droht Altersarmut, gerade in wirtschaftlich wilden Zeiten.

Die am Dienstag vorgelegten Reformvorschläge der sogenannten ‚Renten-Kommission‘ (PDF) sehen nun vor, dass neben abhängig Beschäftigten künftig auch Selbstständige verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Regelung soll ab einem bestimmten Stichtag für alle ’neuen‘ Selbstständigen gelten: Wer bereits einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht, soll wählen können.

Nach Vorstellung der Kommission wird sich der Beitrag an der Pflichtversicherung von Handwerkern orientieren. Für Gründungen soll es eine Karenzzeit von drei Jahren geben, in der nur der halbe Regelbeitrag zu entrichten ist.

Rentenpläne der Bundesregierung treffen auch Games-Industrie

Der Vorschlag ist einer von insgesamt 33 Maßnahmen, die die gesetzliche Rente stabilisieren und zukunftsfest machen sollen – darunter eine schrittweise Anhebung des Rentenalters, Änderungen bei der Altersteilzeit, die Einführung einer Kapitalrente und die Neuausrichtung von Minijobs.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sind nach eigener Darstellung entschlossen, das Kommissions-Paket ohne Abstriche und „Rosinenpickerei“ umzusetzen. Innerhalb der eigenen Parteien und bei der Opposition gibt es schon jetzt lauten Widerstand. Unterstützung kommt hingegen unter anderem vom Digitalverband Bitkom – der Deutsche Kulturrat ist zurückhaltender und will die Vorschläge zunächst prüfen.

Im nächsten Schritt sollen die Eckpunkte vom Bundeskabinett verabschiedet werden – und zwar noch vor der parlamentarischen Sommerpause ab Juli. Im Anschluss entstehen die Gesetzentwürfe, die dann ab Herbst in den Bundestag und in den Bundesrat gehen. Im Lauf des parlamentarischen Verfahrens kann es noch zu Korrekturen kommen.

Sofern der ambitionierte Zeitplan eingehalten wird, könnte die Rentenreform zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.


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