Auf Schwarz-Rot könnte Rot-Grün-Rot folgen: In Berlin sind die Koalitionsverhandlungen angelaufen – dort werden auch die Weichen für die künftige Games-Politik in der Hauptstadt gestellt.
„Mehr gemeinsam, mehr Berlin“ – so ist das Sondierungspapier (PDF) überschrieben, mit dem die Linke, Bündnis 90 / Die Grünen und die SPD in Koalitionsverhandlungen eintreten. Seit Anfang der Woche laufen die Gespräche – an deren Ende eine künftige Landesregierung stehen könnte, die von der Regierenden Bürgermeisterin Elif Eralp geführt wird.
Ganz oben auf der To-Do-Liste stehen der angespannte Wohnungsmarkt (inklusive dem umstrittenen Instrument der ‚Vergesellschaftung‘), die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Ein eigener Anhang („Berliner Vereinbarungen“) bekennt sich zum Schutz jüdischen Lebens in der Hauptstadt und bestätigt das „unverhandelbare“ Existenzrecht Israels.
Sowohl bei den Grünen als auch bei den Sozialdemokraten besteht die Sorge um antisemitische Strömungen in der Linken.
Linke, SPD und Grüne verhandeln über Koalition in Berlin
Vergleichsweise unscharf bleibt das knapp 30seitige Papier mit Blick auf die Kultur-, Digital- und Kreativwirtschaft, zu der auch die rührige Games-Industrie in Berlin zählt. Das Ökosystem ist geprägt von einer enormen Vielfalt und reicht vom Indie-Startup über große Studios bis zur Konzern-Niederlassung.
Die Koalitionspartner haben sich ganz grundsätzlich eine Politik vorgenommen, die „Kunstfreiheit verteidigt, kulturelle Infrastruktur und Teilhabe sichert und verlässliche Förderbedingungen schafft“.
Zu jenen „verlässlichen Förderbedingungen“ zählte bislang die New-Media-Förderung des Medienboard Berlin-Brandenburg, dessen Budget erst zur Gamescom um eine Million aufgestockt wurde. Das Land Berlin unterstützt außerdem Formate wie Games Ground Berlin (startet morgen), die Entwicklung des House of Games Berlin und die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises, der weiterhin im Wechsel mit München stattfindet.
Berlin ist Gastgeber der DCP 2027-Verleihung im kommenden Frühjahr – dann möglicherweise mit Eralp als Laudatorin, wie es bereits bei Klaus Wowereit (SPD), Michael Müller (CDU) und zuletzt Kai Wegner (CDU) der Fall war.
Ob es dazu kommt, wird sich noch in diesem Jahr weisen: Denn die Verhandler der drei beteiligten Parteien haben sich vorgenommen, bis Dezember einen rot-grün-roten Koalitionsvertrag vorzulegen.
Das Netzwerk Medianet Berlin-Brandenburg hat unterdessen klare Erwartungen formuliert und eine „7-Punkte-Zukunftsagenda“ aufgeschrieben: Darin wird unter anderem eine Bündelung der ressortübergreifenden Zuständigkeiten unter einem Dach sowie ein regelmäßiger Round-Table-Austausch auf Senats-Ebene gefordert – neben einer größeren Sichtbarkeit des Creative-Tech-Standorts Berlin.
Die Linke hat die Wahl zum Abgeordneten-Haus am 20. September klar mit 25,7 Prozent gewonnen, gefolgt von Union (18,8 %), AfD (16,3 %), Grünen (14,3 %) und SPD (12,1 %). Einen Überblick über die Games- und E-Sport-Pläne der Berliner Parteien finden Sie in dieser GamesWirtschaft-Analyse.













