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Game-Verband legt erstmals Transparenzbericht vor

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Der frisch gewählte Vorstand des Branchenverbands Game beim Sommerfest 2026 mit Gastrednerin und Bundesfamilienministerin Karin Prien.
Der frisch gewählte Vorstand des Branchenverbands Game beim Sommerfest 2026 mit Gastrednerin und Bundesfamilienministerin Karin Prien.

Mitglieder-Struktur, Umsatz-Entwicklung und AfD-Brandmauer: Der Branchenverband Game veröffentlicht zum ersten Mal einen Transparenzbericht.

Wer wissen will, für welche Anliegen sich der Industrie-Verband Game bei politischen Entscheidungsträgern einsetzt und welche Einnahmen mit Mitgliedsbeiträgen, staatlichen Zuwendungen und der Kölner Gamescom erzielt werden, der musste bislang einen Blick ins amtliche Lobbyregister werfen.

Jetzt hat der Game erstmals einen Transparenzbericht (PDF) vorgelegt, der einen umfassenden Überblick in Strukturen, Finanzen, Kommunikation und Tätigkeitsbereiche ermöglicht.

Game-Geschäftsführer Felix Falk: „Eine starke Demokratie braucht transparente und wertegeleitete Interessensvertretung. Vertrauen darin entsteht dort, wo Entscheidungen, Strukturen und Grundwerte nachvollziehbar bleiben – deshalb bündeln wir mit diesem Bericht erstmals systematisch, wie wir als Game arbeiten, wer entscheidet und wofür wir unsere Mittel einsetzen.“

Matthias Hauer (CDU), Forschungs-Ministerin Dorothee Bär (CSU) und Game-Geschäftsführer Felix Falk beim Sommerfest 2025 (Foto: GamesWirtschaft / Petra Fröhlich)
Matthias Hauer (CDU), Forschungs-Ministerin Dorothee Bär (CSU) und Game-Geschäftsführer Felix Falk beim Sommerfest 2025 (Foto: GamesWirtschaft / Petra Fröhlich)

Game-Verband legt ersten Transparenzbericht vor

Im Unterschied zu anderen Branchen ist der Game der bundesweit einzige Verband, der für sich in Anspruch nimmt, die Interessen des gesamten Videospiele-Gewerbes gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien zu vertreten.

Seit der Fusion des BIU mit dem Entwicklerverbund GAME (nur echt in Versalien) zum game (nur echt in Kleinbuchstaben) im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Mitglieder fast verdreifacht: Zu den 511 Mitgliedern zählen Ein-Mann-/Frau-Startups ebenso wie große Studios, Konsolen-Hersteller und internationale Publisher, von A wie Activision Blizzard bis Z wie Zenimax, außerdem Tech-Konzerne, Agenturen, Hochschulen, Kanzleien und Medienhäuser.

Über Tochter-Unternehmen bespielt der Game die komplette Wertschöpfungskette – etwa als Veranstalter der Gamescom, bei der Vergabe von Altersfreigaben via Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), bei der Betreuung von Startup-Stipendiaten via Stiftung Digitale Spielekultur oder als Organisator der Gala zum Deutschen Computerspielpreis.

Im Geschäftsjahr 2025/26 hat der Verband dadurch fast 10 Mio. € eingenommen – genauer: 9,956 Mio. €. Der Unterschied zu den 15,9 Mio. € der Vor-Saison erklärt sich durch eine einmalige 6-Mio.-Überweisung aus dem Kanzleramt im Rahmen des Stipendien-Programms ‚Press Start‘, für dessen Fortsetzung der Verband wirbt.

Mit den Einnahmen werden auch die Gehälter der 23 Angestellten in der Game-Geschäftsstelle bezahlt, die sich bislang in der Friedrichsstraße in Berlin-Mitte befindet. In den kommenden Monaten soll der Umzug ins House of Games in Friedrichshain erfolgen.

Bei Gesamtausgaben von 7,6 Mio. € bleibt unterm Strich ein Jahresergebnis von 2,3 Mio. €.

Standort-Bekanntgabe des House of Games Berlin - von links: Benedikt Grindel (Ubisoft), Felix Falk (Game-Verband), Roland Sillmann (Wista), Jeannine Koch (MediaNet Berlin-Brandenburg), Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Wirtschafts-Senatorin Franziska Giffey (SPD), Nandita Wegehaupt (Stiftung Digitale Spielekultur), Florian Masuth (MediaNet) - Foto: MediaNet Berlin-Brandenburg
Standort-Bekanntgabe des House of Games Berlin – von links: Benedikt Grindel (Ubisoft), Felix Falk (Game-Verband), Roland Sillmann (Wista), Jeannine Koch (MediaNet Berlin-Brandenburg), Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Wirtschafts-Senatorin Franziska Giffey (SPD), Nandita Wegehaupt (Stiftung Digitale Spielekultur), Florian Masuth (MediaNet) – Foto: MediaNet Berlin-Brandenburg

„Keinerlei Zusammenarbeit“ mit der AfD

So vielfältig wie die Mitgliederschaft ist auch das Spektrum der Forderungen, die entlang von Stellungnahmen, Pressemitteilungen, Studien und Veranstaltungen wie dem Sommerfest platziert werden. Themen der Positionspapiere waren unter anderem die (mittlerweile umgesetzte) Gemeinnützigkeit des E-Sports, Lootboxen, die steuerliche Games-Förderung und die Risiken und Nebenwirkungen des Digital Fairness Act.

Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits übernächste Woche: Zur Gamescom 2026 werden wieder über 500 Politikerinnen und Politiker erwartet, darunter Finanzminister Klingbeil (SPD), Forschungsministerin Bär (CSU), NRW-Ministerpräsident Wüst (CDU), EU-Kommissions-Vize Virkkunen und mit Frank-Walter Steinmeier erstmals ein amtierender Bundespräsident.

Der Verband unterhält auch unterjährig enge bilaterale Beziehungen zu Landes- und Bundesministerien, Parteien, Ausschüssen, Fraktionen und Politikern – mit einer Ausnahme: die Alternative für Deutschland. Der Game leitet die bemerkenswert deutliche AfD-Abgrenzung aus dem eigenen politischen Selbstverständnis und dem Bekenntnis zu Demokratie und Vielfalt ab. Daraus folge zwangsläufig, mit wem eine Zusammenarbeit nicht in Frage kommt.

Wörtlich heißt es: „Wer demokratische Werte und eine offene Gesellschaft bekämpft, ist für uns kein Partner. Mit der Alternative für Deutschland (AfD) sowie mit Personen, die diese Partei vertreten oder repräsentieren, findet daher keinerlei Zusammenarbeit statt. Die Positionen dieser Partei stehen unseren Werten und Zielen als Branche entgegen.“

Der Transparenzbericht ist auf der Game-Website abrufbar. Mit den breit gestreuten Aktivitäten des Verbandes beschäftigt sich unter anderem diese Kolumne.


Transparenz-Hinweis: GamesWirtschaft ist nicht Game-Mitglied.

 

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