
Eine AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt hätte auch Auswirkungen auf die Film- und Games-Förderung. Die Medienförderung MDM pocht auf Verlässlichkeit.
Wer Computerspiele in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen baut, kann Zuschüsse bei der Mitteldeutschen-Medienförderung (MDM) beantragen: Rund 800.000 € stehen pro Jahr zur Verfügung. Die Mittel kommen aus dem Haushalt der drei Bundesländer, vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und vom ZDF. Neben Games werden insbesondere Filme und Serien sowie Messe-Auftritte wie zuletzt im Rahmen der Gamescom gefördert.
Zu den bekanntesten Spiele-Entwicklern in Sachsen-Anhalt zählen das Magdeburger Studio Just2D Interactive (Drova), Silver Seed Games und Rat King Entertainment.
Der überraschend klare Wahlsieg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag sorgt nicht zuletzt in der Kultur- und Kunst-Szene für erhebliche Unruhe. So soll laut Wahlprogramm „kein Staatsgeld für antideutsche Kunst und Kultur“ fließen – inklusive Bekenntnis zur „deutschen Leitkultur“. Die Medienanstalt soll „reformiert, verschlankt, kontrolliert“ werden.
MDM-Medienförderung reagiert auf AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt
Unter der Überschrift „Sachsen-Anhalt. Ein starker Medienstandort“ hat die MDM nun auf ihrem Instagram-Kanal einen Appell veröffentlicht: Die geschaffenen Strukturen bräuchten Verlässlichkeit. „Deshalb setzen wir darauf, dass alle fünf Gesellschafter auch weiterhin verantwortungsvoll mit dem umgehen, was gemeinsam aufgebaut wurde. Denn es geht um Beschäftigung, wirtschaftliche Faktoren, nationale und internationale Sichtbarkeit und nicht zuletzt um die kulturelle Vielfalt unserer Region. Wir stehen auch weiterhin an der Seite der Unternehmen, Kreativen und Filmschaffenden in Sachsen-Anhalt.“
Laut vorläufigem amtlichem Endergebnis kommt das Lager von AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund auf 43,8 Prozent – die CDU halbiert sich gegenüber der letzten Landtagswahl und erreicht nur noch 17,2 Prozent. Im Landtag von Magdeburg sind außerdem die Linke (8,6 %), die SPD (9,3 %), die Grünen (8,9 %) und das BSW (5,3 %) vertreten.
Die deutsche Computerspiele-Industrie hat sich zuletzt abermals deutlich von der AfD abgegrenzt: Der Branchen-Verband Game schließt jedwede Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland aus – inklusive der Personen, die diese Partei vertreten oder repräsentieren.
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