Start Politik Docupy-Umfrage im Bundestag: eSport? „Das ist nicht so meins.“

Docupy-Umfrage im Bundestag: eSport? „Das ist nicht so meins.“

Etienne Gardé (Rocket Beans TV) will für "Docupy" wissen: Wo bleibt die im Koalitionsvertrag zugesagte Anerkennung von eSport? (Foto: BTF / WDR)

Spitzenpolitiker wie Klingbeil (SPD), Bär (CSU), Künast (Grüne) und Giffey (SPD) stellen sich den Fragen von YouTubern. Thema diesmal bei „Docupy“: die Anerkennung von eSport.

Etienne Gardé fragt, der Bundestag antwortet: Wie sieht es aus mit der Anerkennung von eSport als Sport? Das will der Rocket-Beans-TV-Moderator von führenden Abgeordneten im Rahmen des Formats „Docupy“ wissen, das die Bildundtonfabrik (BTF) gemeinsam mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) produziert. Das BTF-Team verantwortet unter anderem das Jan-Böhmermann-Format „Neo Magazin Royale“ und hat den Computerspielpreis-Sieger „Trüberbrook“ entwickelt.

Für jeweils ein halbes Jahr wird ein politisch relevantes Thema in sozialen Medien behandelt und mit einer 45minütigen ARD-Dokumentation abgerundet – eSport ist Teil des Themenkomplex „Digitalisierung“ (Hashtag: #Neuland). Mit dabei sind unter anderem Rezo, Heiko und Roman Lochmann (the artists formerly known as „Die Lochis“) und Lisa-Sophie Laurent.

Gleich die erste Antwort auf Gardés Frage fällt mutmaßlich nicht im Sinne des Fragestellers aus: „Ich weiß nicht, was daran Sport sein soll“, meint AfD-Politiker Leif-Erik Holm. Sein Parteifreund Stefan Keuter ist der gleichen Meinung – schöner Zeitvertreib, aber kein Sport.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) räumt indes ein, er habe gelernt, dass das ein Sport sei – schließlich sei Schach auch ein Sport. Ähnlich lautet die Argumentation der Linken-Abgeordneten Anke Domscheidt-Berg. Sehr viel deutlicher wird FDP-Vertreter Johannes Vogel, der sich klar für eine Anerkennung ausspricht.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) übernimmt die Argumentation des Branchenverbands Game und stellt fest, dass mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung „gamet“ – der eSport sei eine Riesenbewegung. Grünen-Politikerin Margit Stumpp will die jungen Menschen „aus dem Keller herausholen.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil stellt Äpfel-mit-Birnen-Vergleiche zwischen den Zuschauerzahlen von Super-Bowl und „League of Legends“-Finale an – und leitet daraus die Bedeutung des eSport für Deutschland ab.

Docupy konfrontiert Spitzenpolitiker wie Franziska Giffey, Lars Klingbeil, Renate Künast und Dorothee Bär mit der Frage nach der Anerkennung von eSports (Fotos: BTF / WDR)
Docupy konfrontiert Spitzenpolitiker wie Franziska Giffey, Lars Klingbeil, Renate Künast und Dorothee Bär mit der Frage nach der Anerkennung von eSports (Fotos: BTF / WDR)

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) findet es „schade“, dass es bislang noch nicht zu einer Anerkennung des eSports gekommen sei. Sie habe sehr dafür gekämpft, dass der entsprechende Passus im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD aufgenommen worden sei. Sie wolle sich weiterhin dafür einsetzen und wirbt für Unterstützung – „auch im Kampf mit dem Innenministerium“. Gemeint ist Bärs Parteikollege Horst Seehofer (CSU), der formal für den (e)Sport in Deutschland zuständig ist.

Auf die Frage der Reporterin nach ihrem Spielverhalten auf Konsole und PC räumt die CSU-Politikerin ein, dass sie viel unterwegs sei und daher Mobilegames bevorzuge.

Die Games-Erfahrung der weiteren Bundestagsabgeordneten: Margit Stump (SPD), Renate Künast (Grüne), Margit-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anke Domscheidt-Berg (Linke) spielen gar nicht – auch Hubertus Heil (SPD) stellt klar: „Das ist nicht so meins“. Linken-Chefin Katja Kipping greift maximal zur Skat-App, CDU-/CSU-Mann Alexander Radwan nutzt ein Schachspiel. SPD-General Klingbeil gibt „FIFA“ als Lieblingsspiel an. AfD-Digitalpolitikerin Joana Cotar hat „Warcraft“ gespielt – „früher“. Manuel Höferlin greift hin und wieder zu „Ballerspielen“ – und will seine Bundestagskollegen davon überzeugen, dass eSport Teil der Sportaktivitäten des Bundestags wird.

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