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Bayern will Games und eSport fördern

Das bayerische Kabinett mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU, Mitte) und Digitalministerin Judith Gerlach (CSU, rechts) - Foto: Jörg Koch / Bayerische Staatskanzlei
Das bayerische Kabinett mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU, Mitte) und Digitalministerin Judith Gerlach (CSU, rechts) - Foto: Jörg Koch / Bayerische Staatskanzlei

In der heutigen Kabinettssitzung hat sich die Staatsregierung zum Games-Standort Bayern bekannt – und weitere Maßnahmen angekündigt.

Neben einer Image-Kampagne für Bayerns Bauern und regionale Lebensmittel hat das bayerische Kabinett heute auch eine Stärkung des Computerspiele-Standorts beschlossen. Anlass ist das 10jährige Jubiläum der bayerischen Games-Förderung via FilmFernsehFonds (FFF Bayern).

Konkret will sich die Landesregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür stark machen, dass in Deutschland künftig sogenannte AAA-Spiele entstehen – also Games-Blockbuster analog zur Filmbranche, die mit ebenso großem Aufwand wie Budget produziert werden. Die Staatsregierung fordert den Bund dazu auf, die Bundesförderung zu „verstetigen“. Bislang fehlen im Haushalts-Entwurf des zuständigen Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) jene 50 Millionen Euro, mit denen die Subventionierung der deutschen Spielebranche über das Jahr 2019 hinaus sichergestellt werden soll.

Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) hatte ihren Parteifreund Scheuer für diese Entscheidung bereits öffentlich gerügt und will sich außerdem für eine Erhöhung der bayerischen Games-Förderung im Landeshaushalt 2021 einsetzen.

Gleichzeitig hat der Freistaat Bayern ein Maßnahmenpaket skizziert, das neben perspektivisch höheren Fördermitteln auch eine bessere Betreuung von Nachwuchs-Entwicklern und Startups sicherstellen soll. Damit einzigartige „Games made in Bavaria“ entstehen, soll durch internationale Workshops eine Kreativitäts-Offensive angeschoben werden – mit dem Ziel, dass noch mehr Games als bisher Auszeichnungen wie den Deutschen Computerspielpreis (DCP) gewinnen. Die Landeshauptstadt München ist im kommenden Frühjahr Austragungsort der DCP-2020-Verleihung – Gastgeber sind Söder und Gerlach.

Außerdem stellt die Landesregierung fest, dass der eSport „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen sei. Darin erkennt die Landespolitik eine „hohe gesellschaftliche Relevanz“ und zugleich „hohes Entwicklungspotenzial“. Daher wünscht sich Söders Kabinett die Ausrichtung eines großen eSport-Event-Turniers in Bayern – das „digitale Premiumland“ Bayern (O-Ton) will sich um eine entsprechende Veranstaltung bewerben.

Mit welchen personellen und finanziellen Mitteln und mit welchem Zeithorizont die weißblauen Pläne umgesetzt werden sollen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Im bundesweiten Vergleich ist Bayern neben der Hauptstadt-Region und NRW führend im Bereich Games-Förderung. Unter den zehn größten Entwickler-Studios der Republik hat allerdings nur ein einziges den Hauptsitz im Freistaat. Die kommerziell erfolgreichsten Projekte stammen aus Hamburg und Berlin; der mit weitem Abstand größte Spiele-Umsatz wird hingegen von Unternehmen im Großraum Frankfurt generiert.

Das sind die 30 größten Spiele-Entwickler und Studios in Deutschland (Stand: 15. August 2019)
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