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Gamescom 2021: KoelnMesse führt Pflicht-App ein

Teil des neuen KoelnMesse-Sicherheitskonzepts: Körperscanner sollen kontaktlos Waffen aufspüren (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)
Teil des neuen KoelnMesse-Sicherheitskonzepts: Körperscanner sollen kontaktlos Waffen aufspüren (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)

Zu viele Personen am selben Ort? Das soll eine konzerneigene ‚Corona-App‘ verhindern, die auf dem Gelände der KoelnMesse künftig obligatorisch ist.

In rund 300 Tagen startet die Gamescom 2021. Traditionell würde im November, also in wenigen Tagen, die Frühbuchungs-Phase starten, in der sich Aussteller die gewünschten Flächen zu reduzierten Konditionen reservieren können. Ob das diesmal auch so sein wird oder ob der Vertrieb erst im neuen Jahr startet, will die KoelnMesse erst zu einem späteren Zeitpunkt verraten.

Unter den derzeitigen Voraussetzungen scheint ein halbwegs gesitteter Messebetrieb jedenfalls kaum vorstellbar: Köln zählt ebenso wie alle anderen deutschen Millionen-Städte zu jenen Metropolen mit den höchsten Corona-Infektionszahlen – mit einer Inzidenz nahe der 100 (Stand: 20.10.2020). Wenn selbst die Höhner (Viva Colonia) ihre Weihnachtstournee absagen müssen und der Karneval ins Wasser fällt, ahnt selbst der Nicht-Rheinländer: Es ist ernst.

Nichtsdestoweniger unternimmt die KoelnMesse alles, um nach etlichen Absagen wieder Fach- und Publikumsmessen auf dem Gelände in Köln-Deutz ausrichten zu können. Wie das in der Praxis aussehen soll, wird den Ausstellern anhand eines „Musterdorfs“ demonstriert, das bis Ende Oktober in Halle 9 aufgebaut ist – also dort, wo zu Gamescom-Zeiten üblicherweise Square Enix, Koch Media und Nintendo platziert sind.

„Wir zeigen, wie es geht“, gibt sich KoelnMesse-Chef Gerald Böse kämpferisch. „Und wir sagen deutlich: Messen sind möglich.“

Scheibenwelt: So stellt sich die KoelnMesse die Besprechungstische vor (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)
Scheibenwelt: So stellt sich die KoelnMesse die Besprechungstische vor (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)

Im „B-Safe4Business-Village“ wird die komplette „Customer Journey“ abgebildet: papierloses Ticketing, breitere Flure, neue Standbaukonzepte, hybride Messestände, digitale Anzeigetafeln, erhöhte Reinigungs-Frequenz, Besprechungstische mit Plexiglas-Abtrennungen, Einlasskontrollen für Messestände und Körperscanner an allen Eingängen, die den kontaktlosen Sicherheits-Check von mehreren tausend Personen pro Stunde ermöglichen.

Aussteller können zudem „Hygiene Guards“ buchen: Diese geschulten Hostessen und Hosts sollen die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften auf dem Stand überprüfen, etwa mit Blick auf den Mund-Nasen-Schutz oder den Mindestabstand. Optional werden Temperaturmessungen durchgeführt.

Der neue Termin für die Gamescom 2021: 25. bis 29. August 2021 (Stand: 31.8.2020)
Der neue Termin für die Gamescom 2021: 25. bis 29. August 2021 (Stand: 31.8.2020)

Die Tageskasse wird wohl endgültig abgeschafft: Eintrittskarten können nicht mehr vor Ort erworben werden, sondern nur noch vorab im Online-Shop in Form personalisierter Tickets. Hintergrund: Zwecks Nachverfolgung müssen alle Teilnehmer namentlich registriert werden.

Eine der wichtigsten Elemente des Konzepts ist eine verpflichtende Messe-App namens „eGuard“, die gemeinsam mit Samsung entwickelt wurde: Per Smartphone wird die Personenzahl und das Besucherverhalten in den Hallen überwacht, also die Bewegungsströme oder die Verweildauer. Falls sich zu viele Menschen am gleichen Ort befinden, wird der Teilnehmer per Smartphone (vor)gewarnt – Fachbegriff: „Indoor Positioning System“ (IPS). Persönliche Daten würden nicht erfasst, betonen die Entwickler.

Die Erfahrungen mit der digitalen Gamescom 2020 will die Kölner Messegesellschaft auch in alle anderen Messe-Formate einfließen lassen. Online-Konzepte und -Reichweite sind künftig also mehr denn je eine relevante Säule.


Die Gamescom 2021 ist derzeit geplant für den Zeitraum vom 25. bis 29. August 2021 (Mittwoch bis Sonntag).