Start Wirtschaft Mobilgames: Free2play-Apps sorgen für 97 Prozent des Umsatzes

Mobilgames: Free2play-Apps sorgen für 97 Prozent des Umsatzes

Durch Appstore-Überflieger wie "Fortnite" dürfte der Umsatz mit Free2play-Mobilegames auch 2018 weiter anwachsen.

Die Nachfrage nach Spiele-Apps zum Festpreis sinkt weiter, auch in Deutschland – stattdessen ist das Free2play-Modell mit einem Anteil von 97 Prozent längst Industriestandard im Appstore. Der Mobilegames-Umsatz lag 2017 bei fast einer halben Milliarde Euro.

Von 409 Millionen Euro (2016) auf 497 Millionen Euro (2017) ist der Umsatz mit Mobilegames in Deutschland gestiegen – gegenüber 2014 hat sich das Volumen mehr als verdoppelt. Das geht aus den aktuellen Daten der GfK-Marktforscher im Auftrag des Industrieverbands Game hervor.

Der Löwenanteil – nämlich 481 Millionen Euro und damit 97 Prozent – entfällt auf Free2play-Spiele, also Apps, die zunächst kostenlos heruntergeladen, installiert und gespielt werden können. Das Geschäftsmodell beruht darauf, dass ein Teil der Spieler regelmäßig Geld investiert, um virtuelle Gegenstände zu erwerben oder schneller im Spiel voranzukommen. So bietet zum Beispiel der „Fortnite“-Hersteller Epic Games verschiedene Pakete der Spielwährung V-Bucks an – Kostenpunkt: zwischen 10,99 Euro und 109,99 Euro.

Derartige „Mikrotransaktionen“ sind für die meisten Spiele-Hersteller längst von größerer Umsatz-Bedeutung als Kauf-Videospiele – ein Segment, das seit Jahren stagniert. Bei 844 Millionen Euro lag der Umsatz mit virtuellen Gütern im Jahr 2017 in Deutschland: Darin enthalten sind die 497 Millionen Euro mit Mobilegames – der Rest entfällt auf Online-Spiele und Browsergames.

In Summe kletterte der Games-Umsatz inklusive Hardware und Software erstmals auf über 3 Milliarden Euro.

Der deutsche Spiele-Gesamtmarkt inklusive Software und Hardware überspringt 2017 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro.
Der deutsche Spiele-Gesamtmarkt inklusive Software und Hardware überspringt 2017 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro.

Umsatz mit Spiele-Apps steigt auf fast eine halbe Milliarde Euro

Ein Nischen-Dasein fristen mittlerweile „Premium-Apps“, die meist nur wenige Euro kosten. Zu den Umsatz-Spitzenreitern in diesem Segment gehören Klassiker wie „Minecraft“, „Grand Theft Auto“ oder die Smartphone-Version des „Landwirtschafts-Simulator“. 16 Millionen Euro wurden 2017 mit solchen Kauf-Spiele-Apps umgesetzt – zwei Jahre zuvor waren es noch 20 Millionen Euro: Die Kurve zeigt also klar nach unten.

Nicht in der Statistik des Branchenverbands berücksichtigt sind die teils erheblichen Umsätze mit Ingame-Werbung, also Videos, die inzwischen zu einer eigenen Währung geworden sind, um schneller neue Levels freizuschalten. Bei vielen ‚kostenlosen‘ Spiele-Apps ist Werbung die vorwiegende Einnahmequelle für das jeweilige Entwickler-Studio, in anderen Fällen eine wichtige Säule. Beim Berliner Casualgames-Spezialisten Wooga liegt der Advertising-Anteil beispielsweise zwischen 10 und 12 Prozent.

Nur noch wenige reine Mobilegames-Entwickler in Deutschland

Wie groß das Mobilegames-Kuchenstück der deutschen Entwicklerstudios ausfällt, geht aus den Game-Daten nicht hervor. Im Gesamtmarkt lag ihr Anteil zuletzt bei rund 6 Prozent. Die Top-Positionen im Appstore belegen die Weltmarktführer Tencent („Arena of Valor“), Supercell („Clash Royale“, „Clash of Clans“), Niantic („Pokémon Go“) und King („Candy Crush Saga“).

Ungeachtet des strammen Marktwachstums haben sich in den vergangenen Jahren mehrere namhafte deutsche Studios aus dem Mobilegames-Markt zurückgezogen, darunter Gameforge, Ubisoft Blue Byte und Travian Games.

Ausschließlich auf Mobilegames spezialisiert sind unter anderem Flaregames  (Karlsruhe), Megazebra (München), Deep Silver Fishlabs (Hamburg) und die Berliner Studios King („Candy Crush Jelly Saga“), Fluffy Fairy Games („Idle Factory Tycoon“), Wooga („June’s Journey“) und Treasure Hunt („Pet Paradise“).

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