Start Wirtschaft Ubisoft-Zahlen: Ghost Recon Breakpoint floppt – Aktienkurs bricht ein

Ubisoft-Zahlen: Ghost Recon Breakpoint floppt – Aktienkurs bricht ein

Die auf der Gamescom 2019 intensiv beworbene Ubisoft-Neuheit
Die auf der Gamescom 2019 intensiv beworbene Ubisoft-Neuheit "Ghost Recon Breakpoint" verkauft sich schleppend (Foto: GamesWirtschaft)

Ungewohnte Hiobsbotschaften von Ubisoft: Der Konzern meldet enttäuschende Verkaufszahlen und verschiebt Blockbuster um mehrere Monate.

Der Musterschüler der Spiele-Industrie bringt schlechte Noten mit nach Hause: Der französische Publisher mit Niederlassungen in Düsseldorf, Berlin und Mainz hat Aktionäre, Belegschaft und Branche am gestrigen Donnerstag nach Börsenschluss mit verheerenden Zahlen konfrontiert.

Demnach sind die Planzahlen für das Geschäftsjahr 2019/20 nicht mehr zu erreichen: Anstelle prognostizierter 2,2 Milliarden Euro Umsatz wird Ubisoft bei unter 1,5 Milliarden Euro landen – der Gewinn wird sich im Bereich zwischen 20 und 50 Millionen Euro bewegen. Gerechnet wurde mit fast einer halben Milliarde Profit.

Infolge der unerwarteten Umsatz- und Gewinnwarnung ist der Kurs der Ubisoft-Aktie zum Börsenstart am heutigen Freitagmorgen um über 20 Prozent eingebrochen. Seit April 2019 – also binnen weniger Monate – hat sich der Preis der Aktie beinahe halbiert.

Als Grund für die einkassierten Zahlen nennt Ubisoft zwei Entwicklungen:

  • Zum einen seien die Verkaufszahlen von „The Division 2“ und insbesondere „Ghost Recon Breakpoint“ deutlich unter den Erwartungen geblieben.
  • Zweitens verschiebt Ubisoft drei Produkte ins nächste Geschäftsjahr, also auf einen Zeitraum nach April 2020: „Gods & Monsters“, „Rainbow Six Quarantine“ und „Watch Dogs Legion“.

Die Verschiebung werde im kommenden Geschäftsjahr für umso höhere Umsätze jenseits von 2,6 Milliarden Euro sorgen, verspricht Europas größter Spielehersteller.

Dass „Ghost Recon Breakpoint“ und „The Division 2“ bei weitem nicht die kommerziellen Erwartungen erfüllt haben, führt Ubisoft-Vorstands-Chef Yves Guillemot auf die überraschend negative Resonanz bei Fachpresse und Publikum zurück. Wörtlich spricht Guillemot von „sehr enttäuschenden“ Zahlen während der ersten Wochen nach Verkaufsstart: In Summe handele es sich um einen Rückschlag in dem Ziel, die Spiele-Entwicklung grundsätzlich stabiler, nachhaltiger und planbarer aufzustellen.

Die Ursachenforschung habe laut Ubisoft-Gründer drei Aspekte ergeben:

  • Bei Nachfolgern zu beliebten Online-Spielen wie „Ghost Recon: Wildlands“, die als Games as a Service betrieben werden, müsse mehr zeitlicher Abstand eingehalten werden.
  • Die Einführung neuer Gameplay-Mechaniken müsse perfekt umgesetzt werden – gerade bei „Ghost Recon Breakpoint“ sei dies nicht hinreichend gelungen. Wenngleich die durchschnittliche Spielzeit pro Spieler bei über drei Stunden läge, habe das Team viel Kritik von den Kunden einstecken müssen.
  • Und drittens brauche es offenkundig eine deutlichere inhaltliche Abgrenzung zu bestehenden Titeln, um in einem starken Konkurrenzumfeld bestehen zu können.

Um diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen, bekommen die Studios der drei kommenden Neuheiten mehr Entwicklungszeit. Für das Action-Abenteuer „Watch Dogs Legion“ hatte Ubisoft zuletzt im Umfeld der Gamescom 2019 intensiv geworben.

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