Start Wirtschaft Ubisoft: Starke Uplay-Zahlen, schwaches Weihnachtsgeschäft

Ubisoft: Starke Uplay-Zahlen, schwaches Weihnachtsgeschäft

Kurz nach der Gamescom 2019 wurde
Kurz nach der Gamescom 2019 wurde "Watch Dogs: Legion" um ein Jahr verschoben (Foto: GamesWirtschaft)

Unschöne Bescherung für Ubisoft: Mangels zugkräftiger Neuheiten liegen die Weihnachts-Umsätze von Europas größtem Publisher deutlich unter Vorjahr.

Für Situationen wie diese wurde die Vokabel „Erdrutsch“ erfunden: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Ubisoft-Umsätze zwischen Oktober und Dezember 2019 um 26 Prozent – von 562 Millionen Euro auf 416 Millionen Euro.

Der Rückgang war erwartet worden, nachdem im Herbst gleich drei Hoffnungs- und Umsatzträger auf das zweite Halbjahr 2020 verschoben werden mussten – darunter „Watch Dogs: Legion“. Zudem hatten Neuheiten wie „Ghost Recon: Breakpoint“ und „The Division 2“ nicht die Erwartungen erfüllt.

Dass Ubisoft trotz fehlender Weihnachts-Hits vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist, liegt am weiterhin florierenden Geschäft mit Bestandstiteln. Ubisoft-Vorstands-Chef Yves Guillemot nennt insbesondere „Rainbow Six: Siege“, „Assassin’s Creed: Odyssey“, „The Crew 2“ und das Switch-Spiel „Mario + Rabbids: Kingdom Battle“. Auch das Tanzspiel „Just Dance 2020“ verzeichnet wieder Zuwächse.

Infolge schwächerer Verkaufszahlen hatte Ubisoft eine Restrukturierung der Entwicklungs-Prozesse angestoßen, von dem insbesondere fünf neue AAA-Spiele – also Titel mit besonders hohem Umsatzpotenzial – profitieren sollen.

Mit Blick auf das Gesamt-Geschäftsjahr 2019/20, das im März endet, bleibt Ubisoft bei den korrigierten Prognosen von 1,45 Milliarden Euro – im Folgejahr sollen es dafür 2,6 Milliarden Euro werden. Aufgrund der Verschiebungen rechnet Guillemot allerdings zunächst mit einem schwachen ersten Quartal 2020, dessen Umsätze 50 Prozent unter Vorjahr liegen werden.

Förmlich durch die Decke geht indes das Ubisoft-eigene Download-Portal Uplay: Der Umsatz ist zwischen April und Dezember 2019 um 73 Prozent gestiegen. Vorteil für Ubisoft: Das Unternehmen verkauft quasi ab Werk und muss keine Vermittler-Provisionen an Valve, Epic, Nintendo oder Google abgeben. Mit Uplay+ bietet Ubisoft außerdem einen Abo-Dienst an, der Zugriff auf 100 Spiele für eine monatliche Pauschale von 15 Euro ermöglicht.

Eine vergleichsweise geringe Rolle spielt weiterhin das Mobile-Games-Geschäft. Doch in diesem Segment sieht das Management offenkundig größeres Potenzial: In dieser Woche war bekannt geworden, dass Ubisoft die Mehrheit am Berliner Entwicklerstudio Kolibri Games übernimmt.

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