Start Wirtschaft Ubisoft bilanziert Milliarden-Verlust – und verschiebt Turnaround (Update)

Ubisoft bilanziert Milliarden-Verlust – und verschiebt Turnaround (Update)

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Allein zwischen Januar 2025 und Januar 2026 hat die Ubisoft-Aktie mehr als 60 Prozent verloren.
Allein zwischen Januar 2025 und Januar 2026 hat die Ubisoft-Aktie mehr als 60 Prozent verloren.

Ubisoft hat ein schlimmes Jahr hinter sich und steckt mitten im Umbruch. Belegschaft und Aktionäre müssen / sollen / dürfen weiter auf bessere Zeiten hoffen.

Update vom 21. Mai 2026 (10 Uhr): Am Morgen nach der Finanzpressemitteilung kämpft die Ubisoft-Aktie mit der 4-€-Marke: Zum Handelsstart fällt der Kurs um mehr als 15 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Spieleherstellers liegt derzeit bei rund 650 Mio. €.


Ubisoft bilanziert Milliarden-Verlust – und verschiebt Turnaround

Meldung vom 20. Mai 2026 (19 Uhr): Bevor es wieder aufwärts geht, wird es erst mal schlechter: So lassen sich die Geschäftszahlen von Ubisoft zusammenfassen, die der französische Publisher am Abend veröffentlicht hat.

Statt 2 Mrd. € stellte das Management einen Jahres-Umsatz von rund 1,5 Mrd. € in Aussicht – und so ist es auch gekommen. Operativ schreibt Ubisoft tiefrote Zahlen: Die Verluste summieren sich auf 1,3 Mrd. €. Der zuletzt leicht anziehende Aktienkurs brach am Abend deutlich ein; binnen eines Jahres hat sich der Börsenwert mehr als halbiert.

Die Lage kommt nicht überraschend: Bereits im Januar hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgegeben und ein ganzes Maßnahmen-Bündel angekündigt – von Projekt-Stopps und Studio-Schließungen über Sparprogramme bis hin zu einer neuen Konzern-Struktur mit fünf eigenverantwortlichen ‚Creative Houses‘ für einzelne Genres und Marken.

Guillemot: „kurzfristig enttäuschende finanzielle Performance“

Linderung ist vorerst nicht zu erwarten: Der Spielehersteller ist weiterhin mit sich selbst und der Neuordnung von Zuständigkeiten beschäftigt. Zusätzlich belasten enorme Restrukturierungskosten im Zuge des angekündigten „Major Reset“.

Erst im Geschäftsjahr 2027/28 ist wieder die Rückkehr zur Profitabilität und zu einem positiven Cash-Flow zu erwarten. Ursprünglich sollte dieses Ziel bereits im anlaufenden Finanzjahr 2026/27 erreicht werden: Infolge des deutlich bereinigten Spiele-Portfolios rechnet Ubisoft mit weiteren Umsatz-Rückgängen im hohen einstelligen Prozentbereich.

CEO Yves Guillemot räumt ein, dass die eingeleitete Transformation mit einer kurzfristig „enttäuschenden finanziellen Performance“ einher geht – mittel- und langfristig sei Ubisoft aber in einer besseren Situation, um wieder durchzustarten.

Als weit entfernter Silberstreif am Horizont gelten Action-Blockbuster auf Basis von Assassin’s Creed, Far Cry und Ghost Recon, die allerdings erst im Zeitraum zwischen Frühjahr 2027 und Frühjahr 2029 erscheinen werden. Der Joint-Venture-Partner Tencent bringt dazu eine Milliarde Euro ein. In der Zwischenzeit müssen es der Back-Katalog, Erweiterungen und Remakes richten. Am 9. Juli 2026 erscheint beispielsweise Assassin’s Creed Black Flag Resynced – eine Neuauflage des Publikumslieblings aus dem Jahr 2013.

Konkrete Verkaufszahlen-Updates – etwa zu Assassin’s Creed Shadows oder zu Anno 117: Pax Romana von Ubisoft Mainz – enthält die Finanzpressemitteilung nicht.

Ende März waren bei Ubisoft weltweit 16.590 Mitarbeiter beschäftigt, davon knapp 900 in Deutschland (inklusive Kolibri Games).