Start Wirtschaft GTA 6 bekommt First-Party-VIP-Behandlung von Sony PlayStation

GTA 6 bekommt First-Party-VIP-Behandlung von Sony PlayStation

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Ziemlich beste Marketing-Freunde: Sony Interactive bewirbt Grand Theft Auto 6 noch intensiver als Titel der eigenen PlayStation Studios.
Ziemlich beste Marketing-Freunde: Sony Interactive bewirbt Grand Theft Auto 6 noch intensiver als Titel der eigenen PlayStation Studios.

Mit Allem und scharf: Sony Interactive behandelt die Rockstar-Neuheit Grand Theft Auto 6 wie ein konzerneigenes Spiel – aus Gründen.

Eigentlich ist Marvel’s Wolverine (erscheint am 15.9.) der nächste große Blockbuster aus den Sony-eigenen PlayStation Studios. Eigentlich.

Doch wer in diesen Tagen die Websites, Stores und Social-Media-Kanäle der Marke PlayStation ansteuert, kann einen ganz anderen Eindruck gewinnen: Die Rockstar-Games-Neuheit Grand Theft Auto 6 wird von Sony Interactive behandelt, als handele es sich um ein First-Party-Produkt – also um einen hauseigenen AAA-Titel.

Mehr noch: Weder zu God of War Ragnarök noch zu Marvel’s Spider-Man 2 wurde auch nur ansatzweise ein vergleichbarer Promotion-Aufwand seitens Sony Interactive betrieben – und Grand Theft Auto 6 ist noch nicht mal auf dem Markt.

Belege für eine ziemlich exklusive Zusammenarbeit gibt es an ganz vielen Stellen. Bereits im Kleingedruckten des jüngsten GTA 6-Trailers war der Hinweis „Captured on PS5“ zu besichtigen. Pünktlich zum Vorbestell-Start am vergangenen Donnerstag hat Sony nun eine regelrechte Marketing-Kaskade freigeschaltet – einige Beispiele:

  • Wer die PlayStation 5 anwarf, wurde mit einer Vollbild-Animation des GTA 6-Logos konfrontiert, die direkt auf die Vorbestell-Seite im PlayStation Store weiterleitete.
  • Das Icon der offiziellen PlayStation-App wurde durch eine Pink-Blau-Palmen-GTA-Version ersetzt.
  • Der PlayStation Store ist natürlich vollflächig von GTA 6 annektiert.
  • Auf Social-Media-Kanälen laufen 30sekündige Werbespots, die für die Vorbestellung trommeln – GTA 6-, Rockstar-, PlayStation-Logo und -Claim (‚Play has no limits‘) wirken aus einem Guss.
  • Die Titelbilder der Social-Media-Kanäle (etwa auf X) werben für GTA 6.
  • Zum ersten Mal kommt das ‚Plays Best On PS5‘-Logo zum Einsatz – flankiert von Argumenten, warum sich GTA 6 auf einer PlayStation 5 am besten spielt. Sony Interactive wirbt unter anderem mit den Vorzügen des DualSense-Controllers (Vibrations-Funktion, Trigger-Effekt, Lautsprecher), Tempest 3D Audio und ultra-kurzen Ladezeiten.

Zwangsläufig ist GTA 6 auch für die PlayStation 5 Pro optimiert – in welcher Weise: unklar. Sehr grundsätzlich ist völlig offen, wie Grand Theft Auto 6 auf einer PlayStation 5 während des laufenden Spielbetriebs aussieht: In den vorliegenden Trailern sind lediglich Zwischensequenzen verarbeitet, nicht aber belastbare Gameplay-Szenen. Dadurch bleibt auch pure Spekulation, wie sich die Unterschiede zwischen PlayStation 5, PlayStation 5 Pro, Xbox Series S und Xbox Series X in der Praxis gestalten – etwa mit Blick auf Framerates, Fernsicht, Details und Effekte.

Klar ist nur eines: Das Marketing beim Mitbewerber fällt ungleich subtiler aus. Am Vortag der Pre-Order-Phase hat der offizielle Xbox-Kanal lediglich die Rockstar Games-Ankündigung repostet – gefolgt von einem weiteren Beitrag um Mitternacht, der auf den Xbox-Store verweist. Das Hauptaugenmerk von Microsoft mit Blick auf die kommenden Monate dürfte darauf liegen, dass das eigene Action-Spiel nicht unter die GTA-Räder kommt: Call of Duty: Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober – ab diesem Zeitpunkt verbleiben gerade einmal drei Wochen bis zum Start der GTA 6-Pre-Load-Phase.

GTA 6 bekommt First-Party-VIP-Behandlung von Sony PlayStation

Die Erwartungen an Grand Theft Auto 6 sind zweifelsohne immens – angefangen von den Kunden über die Take-Two-Aktionäre und den Einzelhandel bis hin zu Microsoft und Sony Interactive.

Beide Konsolen-Hersteller verdienen durch Provisionen an jedem Exemplar von Grand Theft Auto 6, das via PlayStation Store beziehungsweise Xbox Store oder als ‚physische Version‘ verkauft wird – perspektivisch außerdem an In-Game-Käufen und DLCs. Auch die Handels-Version, die von Versendern und Elektronikmärkten angeboten wird, enthält einen Download-Code, der wiederum im jeweiligen Online-Shop eingelöst werden kann.

Ein Blockbuster wie GTA 6 treibt üblicherweise auch die Nachfrage nach Spielkonsolen und Zubehör – es hat Gründe, warum etwa MediaMarkt und Saturn thematisch passende Produkte auf einer gesonderten Aktions-Seite präsentieren.

Als Bremsklotz könnte sich zum einen die schlichte Verfügbarkeit der Geräte im Weihnachtsgeschäft erweisen – zum anderen sehen sich Verbraucher mit deutlich gestiegenen Konsolen-Listenpreisen konfrontiert. Der UVP der günstigsten PlayStation 5 Digital Edition liegt bei 599,99 € – der Preis einer technisch vergleichbaren Xbox Series X wird ab 1. August bei mindestens 650 € liegen.

Weitere Preissteigerungen sind nicht auszuschließen: Denn der Speicher-Chip-Engpass bringt Microsoft und Sony in eine schwer auflösbare Bredouille. Sechs Jahre nach Launch bleibt das Konsolen-Business ein Draufzahl-Geschäft.

Das gilt auch für mögliche Bundles: Offiziell bestätigt ist bislang nichts, doch durch die traditionell engen Bande spricht viel dafür, dass Sony Interactive rund um den GTA 6-Launch am 19. November ein offizielles PlayStation 5-Bundle inklusive beigepacktem Download-Code auflegt – so, wie es bereits bei Grand Theft Auto 5 und Red Dead Redemption 2 der Fall war. In Kombination mit der PlayStation 5 Pro läge der Listenpreis bei knapp 1.000 €.

Grand Theft Auto 6 ist seit dem 25. Juni in zwei Varianten vorbestellbar: einmal als Standard Edition für 79,99 € und zum anderen als Ultimate Edition für 99,99 €, die zusätzliche Shops, Werkstätten und Fahrzeuge enthält. Die Inhalte der Ultimate Edition lassen sich auch nachträglich dazubuchen. Wer bis zum Erscheinungstermin vorbestellt, erhält als Bonus das ‚Vintage Vice City Pack‘ mit Retro-Accessoires.

Mit den Aus- und Nebenwirkungen von Grand Theft Auto 6 beschäftigen sich auch mehrere GamesWirtschaft-Kolumnen – Themen sind die Release-Situation im Herbst, die Konsolen-Preise und -Lieferfähigkeit sowie die überraschende Entscheidung, auf eine Disc-Versionen zu verzichten.

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