Start Wirtschaft Warum Take-Two keine GTA 6-Vorbestellzahlen nennt

Warum Take-Two keine GTA 6-Vorbestellzahlen nennt

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Die GTA 6 Ultimate Edition enthält exklusive Fahrzeuge, Shops, Waffen und Ausrüstungsgegenstände.
Die GTA 6 Ultimate Edition enthält exklusive Fahrzeuge, Shops, Waffen und Ausrüstungsgegenstände.

Seit dem 25. Juni lässt sich Grand Theft Auto 6 vorbestellen. Doch der Rockstar-Mutterkonzern Take-Two schweigt zu konkreten Zahlen. Warum eigentlich?

„Weit über den Erwartungen“ lägen die Vorbestellungen – der Vorverkauf von Grand Theft Auto 6 laufe schlichtweg außergewöhnlich, beispiellos, erstaunlich.

So und ähnlich lauten die maximalen Zuschreibungen, zu denen sich Take-Two-CEO Strauss Zelnick im Rahmen der Quartalszahlen des börsennotierten Publishers am Freitag hinreißen ließ.

Präziser wurde es nicht – auch nicht auf explizite Nachfrage von US-Journalisten und -Analysten, mit denen sich der Vorstands-Boss im Anschluss zusammenschaltete.

Gegenüber Bloomberg (hinter Paywall) ging Zelnicks Argumentation folgendermaßen: „Wir sind nicht überzeugt, dass die Zahlen eine Aussagekraft haben.“ Denn die „massive Nachfrage“ entlang der vorliegenden Vorbestellungen könnte zu falschen Erwartungen seitens des Kapitalmarkts führen – in die eine oder in die andere Richtung.

Denn natürlich würden umgehend Hochrechnungen angestellt mit Blick auf potenzielle Verkaufszahlen für Tag 1, Woche 1 und das Weihnachtsgeschäft. GTA 6 erscheint am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X/S – die Listenpreise starten bei 80 €, die Ultima Edition liegt bei 100 € (Details / FAQ). Take-Two-Mitbewerber umfahren den Release-Zeitraum weiträumig.

Zelnick, der den Konzern seit 15 Jahren als CEO leitet und entsprechend viel Erfahrung in der Deutung von Zahlenwerk hat, geht noch einen Schritt weiter: „Ich erinnere daran, dass wir die Verkaufskurve schlichtweg nicht kennen, weil so was noch nie passiert ist. Vor diesem Hintergrund glaube ich, dass die nackten Zahlen in eine Richtung weisen, mit der wir uns nicht wohl fühlen.“

Der auf Games spezialisierte Marktforscher Newzoo hat sich Mitte Juli mit einer ersten Prognose vorgewagt und rechnet auf Basis der GTA 5-Absatzkurve mit einem Woche-1-Umsatz von bis zu 5,2 Mrd. $. Was Grand Theft Auto 6 in eine ganz eigene Liga im Entertainment-Business katapultieren würde – und selbst jüngste Box-Office-Rekorde à la Spider-Man: Brand New Day um ein Vielfaches marginalisiere.

Aber auch die Newzoo-Schätzung ist nur das: eine näherungsweise Schätzung. Von außen lässt sich das Vorbestell-EKG nicht einsehen: ‚Echte‘ Daten kennt nur Take-Two Interactive.

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Warum Take-Two keine GTA 6-Vorbestellzahlen nennt

Eine wesentliche Rolle bei Zelnicks Zurückhaltung dürfte auch der Umstand spielen, dass Vorbestellungen zwar zu antizipierbarem, aber nicht zwangsläufig zu tatsächlichem Umsatz führen.

Denn sowohl die ‚physischen‘ GTA 6-Versionen in Form eines Download-Codes (wie sie etwa Amazon, Otto und MediaMarkt anbieten) als auch die digitalen Versionen lassen sich bis kurz vor Release noch problemlos stornieren – im Xbox Store bis zu 10 Tage vor dem Launch, im PlayStation Store bis zu 14 Tage vorher. Ausnahmen gelten nur für Titel, in denen sofort nutzbare digitale Extras freigeschaltet werden oder der Download von Spieldaten eingeleitet wird.

Eine untergeordnete Rolle hinsichtlich der Verkaufserwartungen spielen indes die drastischen Preissteigerungen von Sony Interactive und Microsoft, denn die Take-Two-Kalkulation fußt auf der ‚installed base‘ – also auf den seit 2020 abgesetzten Konsolen. Die PlayStation 5 wird sich bis Jahresende zuverlässig der 100-Millionen-Stück-Marke annähern – für Xbox Series X und Xbox Series S gibt es allenfalls Hochrechnungen, aber keine offiziellen Daten.

Ebenfalls offen lässt Zelnick die finanzielle Ausgestaltung eines Netflix-Specials, das am Abend des 27. August – also während der laufenden Gamescom – weltweit freigeschaltet wird. Der gut 20minütige ‚Extended Look‘ findet um 21 Uhr deutscher Zeit exklusiv beim Streaming-Dienst statt, den mehr als 300 Millionen Kunden abonniert haben. Sechs Stunden später wird das komplette Material auch frei empfangbar auf YouTube platziert.

Beide Unternehmen arbeiten bereits zusammen: Im Netflix-Games-Portfolio finden sich Take-Two-Marken wie Red Dead Redemption und WWE 2K 25. Zu den engsten Rockstar-Partnern entlang der angelaufenen Marketing-Kampagne gehört außerdem Sony PlayStation.

Auf dem Gamescom-Gelände selbst sind weder Take-Two noch Rockstar Games noch Netflix mit einem eigenen Stand vertreten – aber mit hinreichender Wahrscheinlichkeit das Gesprächsthema auf den Koelnmesse-Fluren und in den sozialen Medien. Schließlich ist der 27. August der Tag, an dem die Menschheit zum allerersten Mal ‚echtes‘ Bewegtbild aus dem laufenden Spiel zu sehen bekommt.

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