Start Wirtschaft Goodgame Studios: Umsatzeinbruch im Jahr 2016

Goodgame Studios: Umsatzeinbruch im Jahr 2016

Mittlerweile beschäftigt Goodgame Studios am Standort Hamburg rund 240 Mitarbeiter (Foto: GGS)
Mittlerweile beschäftigt Goodgame Studios am Standort Hamburg rund 240 Mitarbeiter (Foto: GGS)

In der Rückschau werden die turbulenten Ereignisse bei Goodgame Studios etwas erklärbarer: Laut mittlerweile vorliegender Geschäftszahlen ist der Umsatz des Hamburger Spiele-Entwicklers im Jahr 2016 förmlich eingebrochen.

Noch im November 2014 wurde Goodgame Studios von einer Unternehmensberatung als „schnellstwachsende Tech-Firma Deutschlands“ ausgezeichnet: 202 Millionen Euro erzielte das Unternehmen damals mit Free2play-Browsergames – ein einsamer Rekord unter Deutschlands Games-Entwicklern.

Zwischen damals und heute liegt eine gefühlte Ewigkeit. Zwischenzeitlich hat sich Goodgame Studios einer Rosskur unterworfen: Unternehmens-Strategie, Portfolio, Belegschaft und Management wurden mehrfach fundamental umgebaut. Die volle Aufmerksamkeit gilt nun den Browserspiel-Dauerbrennern „Goodgame Empire“ und „Goodgame Big Farm“ sowie dem Mobile-Ableger „Empire Four Kingdoms“.

Mittlerweile nimmt Goodgame Studios für sich in Anspruch, den Turnaround geschafft zu haben und wieder zu wachsen: Das Mobile-Bauernhof-Aufbauspiel „Big Farm: Mobile Harvest“ ist gut gestartet, demnächst folgt das Weltraum-Eroberungsspiel „Empire: Millennium Wars“.

Goodgame Studios: Umsatz sank 2016 um über 50 Millionen Euro

Die nun veröffentlichten Geschäftszahlen der Goodgame-Betreibergesellschaft Altigi für das Jahr 2016 liefern eine Erklärung für die angespannte Situation des Jahres 2016. Erhöhter Wettbewerbsdruck, ein Rückgang der Spielerzahlen plus enttäuschende Neuentwicklungen führten zu einem massiven Umsatz-Rückgang: Die Einnahmen sanken von 188 Millionen Euro (2015) auf 132 Millionen Euro (2016).

Damit lag Goodgame Studios nur noch einen Wimpernschlag vor dem innerstädtischen Mitbewerber InnoGames, der seit Gründung kontinuierlich wächst und für 2016 einen Umsatz von 131 Millionen Euro auswies.

Zwar gingen die Goodgame-Einkünfte auch im Heimatmarkt spürbar zurück, hauptverantwortlich war jedoch die Umsatz-Entwicklung im Ausland. Nach Steuern weist das Unternehmen für 2016 ein Jahresergebnis von minus 10,5 Millionen Euro aus – nach einem Überschuss von 24 Millionen Euro im Vorjahr.

Im August 2016, parallel zur Gamescom, wurde der Abbau von Arbeitsplätzen im großen Stil eingeleitet. Von den durchschnittlich 1.244 Arbeitsplätzen des Jahres 2015 waren Anfang 2018 noch 235 übrig.

Der Umsatz von Goodgame Studios ist 2016 deutlich zurückgegangen.
Der Umsatz von Goodgame Studios ist 2016 deutlich zurückgegangen.

Goodgame Studios Umsatz 2016: „Erwartungen des Managements nicht erfüllt.“

Die Erwartungen des Managements habe das Jahr 2016 nicht erfüllt, wie es im Jahresabschluss heißt. Die positive Umsatzentwicklung der Jahre 2014 und 2015 hätte nicht fortgesetzt werden können. Für 2017 rechnete die Geschäftsführung „mit einem wesentlichen Umsatzrückgang auf das Niveau des Geschäftsjahres 2016.“

Trotz gesunkener Eigenkapitalquote und niedrigerem Cashflow: Bestandsgefährdend war die Situation offenkundig zu keinem Zeitpunkt. Wörtlich heißt es: „Die Liquidität im Unternehmen befindet sich insgesamt auf einem zufriedenstellenden Niveau, so dass die weitere Innenfinanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit sowie diverser Projekte gesichert ist.“

Mittlerweile ist Goodgame Studios Teil des schwedischen Online-Spiele-Konzerns Stillfront, der auch am Hamburger Browsergames-Entwickler Bytro Labs beteiligt ist. Zum Zeitpunkt der Übernahme im Dezember 2017 lag die Bewertung bei 270 Millionen Euro.

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