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Freelancer-Portal Fiverr startet Gaming-Rubrik

3D-Animationen zum Discount-Preis: Das Freelancer-Portal Fiverr startet eine eigene Gaming-Rubrik (Screenshot)
3D-Animationen zum Discount-Preis: Das Freelancer-Portal Fiverr startet eine eigene Gaming-Rubrik (Screenshot)

Die Produktion von Grafiken, Animationen und Soundeffekte auf Knopfdruck auslagern? Das Freelancer-Portal Fiverr startet eine eigene Rubrik für Dienstleistungen aus dem Games-Bereich.

Logos, Illustrationen, Videoschnitt, Musik-Stücke, 3D-Grafiken, Fotos, Texte, Websites, Suchmaschinen-Optimierung: Diese und viele weitere Aufgaben übernehmen Freelancer und Kreative aus aller Welt, die ihre Dienste auf dem Marktplatz Fiverr anbieten. Die Qualität des Ergebnisses kann der Auftraggeber dann bewerten. „Gigs“ heißen diese digitalen Minijobs – den Begriff hat sich Fiverr sogar markenrechtlich schützen lassen.

Die Preise starten bei 5 Dollar / Euro – daher der Name Fiverr. Je nach Aufwand und Anspruch liegen die Festpreise aber zum Teil deutlich darüber. Fivvr behält als Vermittlungsgebühr einen Anteil von 20 Prozent pro Auftrag.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage aus der Computerspiel-Branche ist seit dieser Woche die neue Gaming-Rubrik freigeschaltet. Zu den angebotenen Diensten gehören Charakter-Modellierung, 2D- und 3D-Animationen, Design, Trailer, Qualitätssicherung, Programmierung, Sound-Effekte, Storyboards, Gamedesign, Menüs und Vieles mehr. Die Rubrik ist nach Gewerken, Genres und Spiele-Engines sortiert – dadurch lassen sich beispielsweise Inhalte auf Unity- oder Unreal-Engine-Basis schnell auffinden.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Geschäftskunden: Wer Nachhilfe in Disziplinen wie „Fortnite“ oder „League of Legends“ benötigt, kann Coaching-Stunden buchen. Umgekehrt können Profis ihre Beratungs-Dienste auf dem Marktplatz und mit ihrem Know-How Geld dazuverdienen. Auch Avatare, Menüs, Animationen und Bildschirm-Designs zur Aufwertung von Twitch- und YouTube-Kanälen gehören zum Sortiment.

„Es gab eine Zeit, in der zählte Deutschland zu den führenden Nationen unter den Spieleentwicklern. Leider wurde die Industrie lange Zeit von der deutschen Politik ignoriert“, analysiert Falko Kremp, der als Country Manager in der Fiverr-Filiale in Berlin das Deutschland-Geschäft steuert. „Erste Zugeständnisse gab es im letzten Jahr mit einer Förderung von lediglich 50 Millionen Euro für deutsche Entwickler. In einem aktuellen Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt für 2020 könnte diese aber wieder auf null gesenkt werden. Mit unseren neuen Dienstleistungskategorien bieten wir der deutschen Kreativindustrie einen direkten Zugang zu internationalen Aufträgen.“ Umgekehrt könnten deutsche Unternehmen und Publisher mit Fiverr auf einen Pool von internationalen Talenten zugreifen und kosteneffizienter arbeiten.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist nicht unumstritten: Kritiker verweisen darauf, dass sich Kreative im Kampf um Aufträge wechselseitig unterbieten – und dadurch die Marktpreise für handwerklich hochwertige Arbeit nach unten treiben. Statt sozialversicherungspflichtiger Jobs würden prekäre Arbeitsverhältnisse und Selbstausbeutung gefördert. Fiverr argumentiert, dass der Marktplatz Angebot und Nachfrage zusammenführt: Gerade Frei- und Nebenberufler würden schneller und einfacher an spannende Aufträge gelangen, die oft zu Folge-Projekten führten.

Das 2009 gegründete Startup Fiverr ist seit Mitte Juni 2019 an der New York Exchange gelistet und hat durch den Börsengang rund 100 Millionen Euro Kapital eingesammelt. Nach jüngsten Zahlen sind alleine in Deutschland rund 200.000 Anbieter registriert.

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