Start Politik Games-Förderung: Baden-Württemberg erhöht Budgets

Games-Förderung: Baden-Württemberg erhöht Budgets

Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) fördert unter anderem Spiele von Studio Fizbin und Black Forest Games.
Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) fördert unter anderem Spiele von Studio Fizbin und Black Forest Games.

Spiele-Entwickler aus Baden-Württemberg profitieren ab 2018 von einer neuen Richtlinie: Das Förderprogramm Digital Content Funding (DCF) sieht höhere Darlehenssummen von bis zu 200.000 Euro und nachgebesserte Rückzahlbedingungen vor. 

Seit dem Jahr 2011 fördert die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) nicht nur Filme, sondern auch Spiele für PC, Konsole, Smartphone und Virtual-Reality-Systeme. Pro Jahr steht ein Etat von 600.000 Euro zur Verfügung.

Die Möglichkeit zur Antragstellung nutzten in der Vergangenheit bekannte Spiele-Entwickler wie Black Forest Games („Giana Sisters“) oder das Ludwigsburger Studio Fizbin („The Inner World“). Die Produktion des nächsten Fizbin-Adventures „A Minute of Islands“ wurde erst im November 2017 mit 120.000 Euro gefördert. In der selben Förderrunde erhielten „Die Fantastischen Vier“ einen Zuschuss von 40.000 Euro für den Prototypen einer VR-Installation zum 30jährigen Bühnenjubiläum.

Analog zu den Richtlinien anderer Bundesländer wie Berlin oder Bayern handelte es sich nicht um Geschenke, sondern um „zinslose, erlösbedingt rückzahlbare Darlehen“. Sprich: Wirft ein Projekt Gewinn ab, muss der Entwickler die Fördergelder anteilig zurückzahlen.

Über die Auswahl über die Anträge entscheidet eine Jury, bestehend aus Medien-Wissenschaftlern, dem Familienprogramm-Abteilungsleiter des Südwestrundfunks und Rocket-Beans-Manager Heiko Gogolin.

Diese Spiele-Projekte made in Germany wurden in den vergangenen Jahren mit mehr als 100.000 Euro gefördert (Stand: März 2018)
Diese Spiele-Projekte made in Germany wurden in den vergangenen Jahren mit mehr als 100.000 Euro gefördert (Stand: März 2018)

Digital Content Funding 2018: Baden Württemberg verbessert Rahmenbedingungen

Ab der Saison 2018 gelten eine Reihe von Neuerungen:

  • Weiterhin unterscheidet die MFG zwischen Konzept, Prototyp, Produktion und Vertrieb. Im Segment Produktion sind ab sofort Darlehenssummen von bis zu 200.000 Euro möglich – bislang waren es 120.000 Euro.
  • In den Disziplinen „Konzept“ und „Prototyp“ ist die Rückzahlung nur dann erforderlich, wenn das Spiel auch tatsächlich auf den Markt kommt oder die Rechte weiterverkauft werden. Außerdem steigt der maximale Förder-Anteil auf 80 Prozent der Gesamtherstellungskosten.
  • Die immer wichtiger werdenden Posten für Marketing und Vertrieb dürfen bis zu 25 Prozent der förderfähigen Herstellungskosten ausmachen.
  • Die Entwickler müssen sich nicht mehr von vornherein auf eine bestimmte Plattform festlegen: So kann die Entwicklung zum Beispiel auf einer Konsole starten – ein späterer Wechsel auf PC oder Smartphone ist dennoch möglich.
  • In Ausnahmefällen ist statt eines Darlehens auch ein Zuschuss möglich, der aber maximal 20 Prozent betragen darf.

Nächster Einsendeschluss für Studios in Baden-Württemberg ist der 16. August 2018, also kurz vor der Gamescom. Wer maximal 20.000 Euro für Konzepte und Prototypen benötigt, kann auch unterjährig einen Antrag stellen – die MFG entscheidet dann innerhalb von zwei Monaten.

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