Start Politik Games-Förderung: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt

Games-Förderung: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) koordiniert nicht nur das Columbus-Labor auf der ISS, sondern hilft auch bei Games-Förderung (Foto: NASA / ESA / DLR)

Keine Raketenwissenschaft: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hilft dem Verkehrsministerium bei der Bewältigung der Games-Förderung.

Houston, wir haben ein Problem: Zu viele Anträge auf staatliche Games-Förderung – zu geringe Kapazitäten im zuständigen Bundesverkehrsministerium (BMVI). Etliche Studios warten seit Monaten auf eine Rückmeldung. Der Knackpunkt: Die Vorhaben dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden sein, müssen aber gleichzeitig bis spätestens 30. November 2020 abgeschlossen werden.

Deshalb wurde schon im Sommer beschlossen, dass ein externer Dienstleister bei der „Abschichtung“ der Unterlagen hilft.

Die Wahl fiel auf das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland mit fast 9.000 Mitarbeitern und Dutzenden Instituten. Bekanntester DLR-Standort ist das Kontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen: Von dort steuert und kontrolliert die DLR das Columbus-Labor an Bord der International Space Station (ISS), wo unter anderem ESA-Astronaut Alexander Gerst während der „Horizons“-Mission seine Experimente durchführte.

 

Um die Projekte der deutschen Spiele-Studios kümmert sich seit Anfang Oktober die Sparte DLR Projektträger – was die E-Mail-Adresse games@dlr.de erklärt, die seitdem auf der BMVI-Website als Ansprechpartner genannt wird. Das hat das Ministerium auf GamesWirtschaft-Anfrage bestätigt. Zu den DLR-Auftraggebern gehören Bundes- und Landesministerien, Behörden und Verbände. Im vergangenen Jahr wickelte die Projektträger-Abteilung mehr als 10.500 Förder-Vorhaben mit einem Volumen von 1,4 Mrd. Euro ab.

Laut Bundesverkehrsministerium liegen rund 380 Anträge für Zuschüsse von bis zu 200.000 Euro vor, die in der Reihenfolge des Auftragseingangs abgearbeitet werden. Bislang wurden allerdings erst sechs Zuschüsse von weniger als einer Million Euro für sechs Spiele bewilligt – darunter ein „authentisches 16-Bit-Action-Abenteuer“, die „umfangreiche Weiterentwicklung von Autobahnpolizei-Simulator 2“ und ein Multiplayer-Spiel, bei dem sich Roboter in einer Arena mit Bomben duellieren.

Spiele-Sachverstand ist im konkreten Fall nicht zwingend erforderlich: Im Rahmen der sogenannten De-Minimis-Förderung werden in erster Linie Bonität, Kalkulation und finanzielle Eckdaten anhand von Jahresabschlüssen und Business-Plänen überprüft. Ob das jeweilige Spiel technisch überhaupt in der prognostizierten Zeit und Qualität auf den angestrebten Plattformen realisierbar ist, spielt im ersten Schritt eine untergeordnete Rolle – ebensowenig wie die Marktchancen. Maximal 15 DIN-A4-Seiten darf die einzureichende „Projektskizze“ umfassen, die später um ausführlichere Unterlagen ergänzt werden muss.

Ungleich aufwändiger und anspruchsvoller wird die „Großprojekt-Förderung“, die eigentlich schon im Herbst 2019 hätte starten sollen. Die Genehmigung der EU-Kommission steht weiterhin aus. Elementarer Bestandteil wird ein sogenannter Kulturtest, der die Vorhaben anhand eines Punktesystems bewertet. Unklar ist, wieviel Geld für diese Großprojekte im laufenden Jahr nach Abzug der 380 vorliegenden Anträge überhaupt noch zur Verfügung steht: Maximal 50 Millionen Euro hat der Bundestag für 2019 bewilligt – die Lage für 2020 klärt sich erst am Donnerstag. Im Unterschied zu den Förderungen der Bundesländer müssen die Zuschüsse nicht zurückbezahlt werden.

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