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Fachkonferenz diskutiert Rundfunklizenz

Die Medienanstalten verlangen von Twitch-Livestream-Kanälen wie PietSmiet eine Rundfunklizenz.
Die Medienanstalten verlangen von Twitch-Livestream-Kanälen wie PietSmiet eine Rundfunklizenz.

Die umstrittene Rundfunklizenz für Letsplayer ist eines der Topthemen bei der Fachkonferenz zur Digitalen Spielkultur am 1. Juni im Berliner „Digitalministerium“.

„Warum die Lizenzpflicht für Rundfunk im Internet verfassungswidrig ist“ – so lautet der Titel eines Vortrags des Leipziger Medienrechtlers Prof. Dr. Hubertus Gersdorf. Er ist einer jener Experten, die sich am 1. Juni 2017 im Berliner Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur mittlerweile zweiten „Fachkonferenz zur Digitalen Spielkultur“ treffen.

Die diesjährige Konferenz steht unter dem Motto „Konflikt. Konsum. Kontrolle – Wie Digitale Spiele der Gesellschaft den Spiegel vorhalten.“ Die gleichnamige Keynote hält Gamedesign-Professorin Linda Breitlauch, die als Stellvertretende Vorsitzende des GAME Bundesverbands auch Themen wie die Games-Förderung oder den Deutschen Computerspielpreis bearbeitet.

Gleich mehrere Spiele-Entwickler geben Einblicke in die Entstehung buchstäblich ausgezeichneter Indie-Titel: So erzählt Wojciech Setlak vom Warschauer 11bit Studios, wie „This War of Mine“ entstanden ist – und Melanie Taylor von Osmotic Studios aus Hamburg zeigt, wie Daten als Machthebel in „Orwell“ funktionieren.

Fachkonferenz „Konflikt. Konsum. Kontrolle“ am 1. Juni in Berlin

Am Nachmittag steht das vieldiskutierte Thema „Rundfunklizenz“ im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Unter anderem hält Doris Brocker einen Vortrag über „Sinn und Unsinn von Rundfunk-Lizenzen fürs Internet“. Brocker ist Stellvertretende Direktorin der Landesanstalt für Medien NRW und damit zuständig für prominente Letsplayer wie PietSmiet und Gronkh, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben. Die Livestreaming-Kanäle beider Webvideo-Größen erfüllen nach Ansicht der Landesmedienanstalt die Voraussetzungen für „zulassungspflichtigen Rundfunk“ und wurden aufgefordert, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Über die Regulierung von Twitch und Youtube diskutieren unter anderem Michael Haenisch (Geschäftsführer der Berliner Agentur Freaks 4 U Gaming), Petra Fröhlich (Chefredakteurin GamesWirtschaft), Medienrechtler Prof. Gersdorf und Doris Brocker als Vertreterin der Medienanstalten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet ein „Ask Me Anything“ mit Rednern und Spieledesignern.

Das Publikum darf und soll sich explizit einbringen durch Fragen und Diskussionsbeiträge:  Deshalb wird die komplette Konferenz auch live im Netz übertragen – natürlich standesgemäß via Twitch (www.twitch.tv/gamesweekberlin).

Los geht es um 11 Uhr. Das Programm mit allen Themen, Vorträgen und Rednern ist auf der Website der veranstaltenden Stiftung Digitale Spielekultur zu finden.

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