Start Politik Europawahl 2019: Drogenbeauftragte Mortler wechselt ins EU-Parlament

Europawahl 2019: Drogenbeauftragte Mortler wechselt ins EU-Parlament

Marlene Mortler (CSU) ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Foto: BPA/Denzel)
Marlene Mortler (CSU) ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Foto: BPA/Denzel)

Wie heißt der / die künftige Drogenbeauftragte der Bundesregierung? Nach ihrem Einzug ins EU-Parlament wird CSU-Politikerin Marlene Mortler ihr Amt aufgeben.

Es gibt politische Entwicklungen, die fast nur Gewinner kennt – diese hier ist eine: Dank eines vielversprechenden Listenplatzes hat die CSU-Politikerin Marlene Mortler bei der Europawahl ein Mandat im Straßburger Parlament errungen. Ihr Bundestags-Mandat wird die 63jährige nach 17 Jahren genauso aufgeben wie ihren Job als Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Dieses Amt hatte Mortler seit 2014 inne.

Deutschland bekommt also zeitnah eine(n) neuen(n) Drogenbeauftragte(n).

Die Personalie dürfte nicht nur bei der CSU und in Mortlers Wahlkampf-Team für Ausgelassenheit und Frohsinn sorgen: Die Politikerin steht seit Jahren unter heftigem Beschuss aufgrund ihrer restriktiven Haltung zur Legalisierung von Cannabis.

Scharfe Kritik lösten unter anderem ausweichende Antworten auf Journalisten-Fragen aus, weshalb Alkohol legal und Cannabis illegal sei – ungeachtet der positiven Erfahrungen in anderen EU-Ländern. Argument: „Weil Cannabis eine illegale Droge ist“ – hingegen gehöre Alkohol zur Kultur des Landes.

Youtuber Rezo hatte den entsprechenden Ausschnitt in seinem mittlerweile 12 Millionen Mal abgerufenen Video „Die Zerstörung der CDU“ aufgegriffen.

Auch die deutsche Games-Branche verliert mit Mortler eine hartnäckige Kritikerin. Regelmäßig sorgten Mortlers Vorstöße mit Blick auf die Suchtgefahren von Videospielen für Schlagzeilen – das Thema ist mittlerweile fester Bestandteil des amtlichen Drogenberichts der Bundesregierung.

Bereits 2016 plädierte Mortler für eine Berücksichtigung von Suchtrisiken bei der USK-Alterseinstufung. Der Industrieverband BIU (inzwischen: Game) und die USK lehnten eine Anpassung rundherum ab, weil dadurch Eltern verunsichert werden könnten. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa beklagte sie, dass die Branche weder an einem Dialog noch an einem wirkungsvollen Schutz vor Suchtgefahren interessiert sei. Einer Einladung des Branchenverbands auf die Gamescom war die CSU-Abgeordnete allerdings nicht nachgekommen.

Zuletzt wies die Drogenbeauftragte anlässlich der Gamescom 2018 auf „gesundheitliche Risiken einer exzessiven Mediennutzung und Videospielsucht“ hin. Bei 100.000 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren müsse das Nutzungsverhalten als problematisch gelten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält Mortlers Argumente offenkundig für deutlich stichhaltiger als die Computerspiele-Lobby: Analog zur Glücksspielsucht zählt die „Gaming Disorder“ mittlerweile zum Katalog der anerkannten Krankheiten.

Unstrittig ist in jedem Fall: Der Posten des Bundesdrogenbeauftragten ist vakant. Da das Amt einen Geschäftsbereich innerhalb des CDU-geführten Ressorts von Gesundheitsminister Jens Spahn darstellt, dürfte Mortlers Nachfolger ebenfalls aus den Reihen der Union kommen.

4 Kommentare

  1. Bitte nicht nochmal so ein Steinzeitfossil aus der CDU! Wir brauchen JUNGE Leute mit Fachkenntnissen die auch Ahnung von der Materie haben. Ich hab ehrlich kein Bock mehr drauf, dass mir alte Politiker die schon mehr als die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich haben die Zukunft versauen!

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