Start Marketing & PR Iron Harvest: King Art Games jagt den Kickstarter-Rekord – Update

Iron Harvest: King Art Games jagt den Kickstarter-Rekord – Update

Die Kickstarter-Kampagne für das Echtzeitstrategiespiel
Die Kickstarter-Kampagne für das Echtzeitstrategiespiel "Iron Harvest" läuft bis 14. April 2018.

Nie zuvor lag die Kickstarter-Messlatte für ein Spiel made in Germany in vergleichbaren Regionen: Mindestens 365.000 Euro will – besser: muss – das Bremer Studio King Art Games via Crowdfunding für das Strategiespiel „Iron Harvest“ einsammeln. Ein Drittel kam bereits nach wenigen Stunden zusammen.

Ein Selbstläufer war die Finanzierung eines Computer- oder Smartphone-Spiels via Kickstarter noch nie – und nach mancher Enttäuschung sitzen die Euros und Dollars der Unterstützer ohnehin nicht mehr ganz so locker. Diese Erfahrung musste auch das Team von King Art Games machen, das im November die laufende Kampagne für das „Shakes & Fidget“-Adventure mangels Erfolgsaussichten vorzeitig beendete.

Dabei ist King Art Games deutschlandweit der Entwickler mit der größten Kickstarter-Erfahrung: Titel wie „The Book of Unwritten Tales 2“, „Battleworlds: Kronos“ oder „Die Zwerge“ wurden erfolgreich durchfinanziert.

Jetzt startet das Bremer Studio einen neuen Anlauf: Die heute gestartete Crowdfunding-Kampagne für das Echtzeitstrategiespiel „Iron Harvest“ soll mindestens 365.000 Euro einspielen. Die Spielwelt ist in einer alternativen Version des Jahres 1920 angesiedelt, also kurz nach dem Ersten Weltkrieg – das lässt kreativen Raum für verwegene Kampfroboter und anderweitiges fiktives Kriegsgerät. Erdacht wurde die „Iron Harvest“-Story vom polnischen Künstler Jakub Rózalski.

King Art verspricht drei spielbare Fraktionen, 40 Einheiten-Typen, drei Solo-Kampagnen mit 21 Missionen und kontinuierliche Produktpflege in Form von Updates und herunterladbaren Gratis-Erweiterungen (DLC).

Kickstarter Bilanz 2017: "Trüberbrook" führt mit knapp 200.000 Euro die Liste der erfolgreichsten deutschen Kickstarter-Games an.
Kickstarter Bilanz 2017: „Trüberbrook“ führt mit knapp 200.000 Euro die Liste der erfolgreichsten deutschen Kickstarter-Games an.

Iron Harvest: Das teuerste Kickstarter-Spiel made in Germany

Kickstarter-typisch haben die Entwickler von vornherein sogenannte „Stretch Goals“ erdacht – werden diese Dollar-Meilensteine erreicht, wird das Spiel immer umfangreicher und schöner.

Die Basisversion wird beim Erreichen von 450.000 Dollar umgesetzt, was der krummen Euro-Summe von rund 364.889 Euro entspricht. Ab 600.000 Dollar kommen Zwischensequenzen hinzu, den Multiplayer-Modus gibt es ab 1 Million Dollar. Weitere Zwischenstufen führen schließlich zur vorläufigen Maximalsumme von 1,5 Millionen Dollar (rund 1,2 Millionen Euro) – in diesem Fall profitieren alle Vorbesteller und Unterstützer von einer zusätzlichen Solo-Kampagne, ohne Mehrkosten.

Grundsätzliche Voraussetzung ist allerdings, dass im Kickstarter-üblichen Alles-oder-nichts-Verfahren die Zielmarke von 450.000 Dollar überschritten wird. Läuft alles nach Plan, erscheint im Sommer 2018 bereits eine Vorab-Version („Alpha 1“), gefolgt von einer erweiterten Version („Alpha 2“) im vierten Quartal 2018 und einer Beta-Version im Frühling 2019. Die Veröffentlichung ist für Ende 2019 geplant – und zwar für PC, PlayStation 4 und Xbox One.

In "Iron Harvest" setzt King Art Games auf die gewohnte Echtzeitstrategie-Steuerung.
In „Iron Harvest“ setzt King Art Games auf die gewohnte Echtzeitstrategie-Steuerung.

„Iron Harvest“: Gesamt-Budget von weit über 4 Millionen Euro

Das bislang erfolgreichste deutsche Kickstarter-Spiel heißt „Everspace“ und kommt vom Hamburger Studio Rockfish Games: Statt ursprünglich geplanter 225.000 Euro kamen letztlich über 420.000 Euro zusammen.

Im Falle von „Iron Harvest“ liegt die Hopp-oder-Topp-Marke vom Start weg deutlich höher. Auch wenn die angepeilte Summe von rund 365.000 Euro zustande kommt, reicht das natürlich nicht, um ein 25köpfiges Team für mindestens zwei Entwicklungs-Jahre durchzubringen. Das Gesamt-Budget liegt bei 5,2 Millionen US-Dollar – das sind mehr als 4 Millionen Euro. Bislang hat King Art Games nach eigenen Angaben über 1 Million US-Dollar in die Vorbereitungen investiert. In jedem Fall kommt zu einem späteren Zeitpunkt ein klassischer Publisher an Bord, der die globale Vermarktung sowie den Vertrieb übernimmt.

Spätestens nach 30 Tagen, also am 14. April 2018, wird klar sein, ob – und wenn ja, in welchem Umfang – „Iron Harvest“ letztlich erscheinen wird. Der Start verlief vielversprechend: Wenige Stunden nach Kampagnenstart sind 115.000 Euro und damit ein Drittel der angepeilten Summe bereits überschritten (Stand: 13.03., 16 Uhr).

Wer in das Spiel investieren möchte und sich über die grundsätzlichen Risiken und Nebenwirkungen von Kickstarter-Projekten im Klaren ist, kann ab 45 Dollar (rund 36 Euro) einsteigen. In der größten Ausbaustufe für 2.000 Dollar sind neben dem Spiel ein Abendessen mit dem Entwicklerteam, eine Sammelfigur, die Soundtrack-CD, ein gedrucktes Artbook und über ein Dutzend weiterer Extras enthalten.

Update vom 15. März 2018 (11 Uhr): Weniger als 36 Stunden – also eineinhalb Tage – waren nötig, um das Finanzierungs-Ziel deutlich zu übertreffen. Mittlerweile haben über 6.000 Unterstützer über eine halbe Million Dollar (rund 410.000 Euro) zugesagt. Aufgrund des guten Starts geht King Art Games davon aus, dass sämtliche vorgesehenen Meilensteine („Stretch Goals“) erreicht werden.

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