Start Politik Familienministerium bestätigt vorläufiges Aus für ‚Good Gaming Support‘

Familienministerium bestätigt vorläufiges Aus für ‚Good Gaming Support‘

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Die Grünen-Abgeordnete Andrea Lübcke warnt vor einer Kürzung von 'Demokratie leben'-Fördermitteln für das Projekt Good Gaming Support.
Die Grünen-Abgeordnete Andrea Lübcke warnt vor einer Kürzung von 'Demokratie leben'-Fördermitteln für das Projekt Good Gaming Support.

Eine „politische Entscheidung nach ideologischen Maßstäben“ sieht Grünen-Politikerin Andrea Lübcke im Förder-Stopp für die Initiative ‚Good Gaming Support‘.

„Das Projekt ‚Good Gaming Support‘ der Amadeu Antonio Stiftung endet – ebenso wie
die übrigen Innovationsprojekte sowie die Projekte der Programmebene ‚Entwicklung
einer bundeszentralen Infrastruktur‘ – zum Ende des Jahres 2026.“

So lautet die Antwort des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (PDF) auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Andrea Lübcke, die für die Grünen-Fraktion unter anderem das Thema Games-Politik bespielt.

Good Gaming Support setzt sich nach eigener Darstellung „für eine starke digitale Zivilgesellschaft im Gaming“ ein, etwa durch Weiterbildung, Qualifizierung und Beratung. Die dafür zuständige Amadeu Antonio Stiftung erhielt zuletzt auch Spendengelder aus dem Charity-Livestream Friendly Fire 10.

Lübcke wollte in ihrer Anfrage wissen, welche Maßnahmen die Bundesregierung plant oder einleitet, um die stärkere Einbeziehung von Gaming und digitaler Demokratiebildung im Bundesprogramm ‚Demokratie leben‘ umzusetzen – so wie es Familienministerin Karin Prien auf der Bühne des Branchenverbands-Sommerfest am 9. Juni in Berlin angekündigt hat. Dort hatte die CDU-Ministerin eine Rede gehalten, die sowohl in der Branche als auch bei der Opposition, beim Koalitionspartner sowie in der eigenen Partei für Irritationen und Verärgerung gesorgt hatte.

Familienministerium bestätigt vorläufiges Aus für ‚Good Gaming Support‘

Das Familienministerium will das Förderprogramm nun „weiterentwickeln“ – Schwerpunkte und Maßnahmen würden derzeit erarbeitet. Zum Fördervolumen ließen sich noch keine Aussagen treffen. Die Amadeu-Antonio-Stiftung könne sich im Anschluss analog zu anderen Organisationen auf künftige Ausschreibungen bewerben, „sofern diese den zukünftigen Zielen des Bundesprogramms entsprechen.“

Lübcke ist auf der Zinne: „Die Bundesregierung beendet mit Good Gaming Support ein anerkanntes Projekt, bevor dessen Evaluation überhaupt abgeschlossen ist. Das ist kein faktenbasierter Umbau, sondern eine politische Entscheidung nach ideologischen Maßstäben. Union und SPD übernehmen mit der Zerschlagung bewährter Projekte einen Kurs, den die rechtspopulistische AfD seit Jahren fordert, und setzen kritische zivilgesellschaftliche Organisationen unter Druck.“

Gerade dort, „wo Hass, Desinformation und rechtsextreme Ansprache in digitalen Communities stattfinden“, dürfte vorhandene Expertise nicht leichtfertig zerschlagen werden, so die Grünen-Politikerin.

Schließlich arbeite Good Gaming Support just in dem Bereich, den Prien selbst als wichtig bezeichnet hatte – nämlich die konkrete Arbeit in und mit Gaming-Communities.

„Solche gewachsenen Strukturen lassen sich nicht einfach abschalten und später auf Knopfdruck wieder aufbauen“, betont Lübcke. „Ein Hohn ist der Hinweis der Bundesregierung, die Amadeu Antonio Stiftung könne sich künftig erneut auf Ausschreibungen bewerben. Erst wird ein funktionierendes Projekt beendet, dann sollen die Träger um die Fortsetzung ihrer eigenen Arbeit konkurrieren.“

Als „Lichtblick“ bewerten die Grünen die Ankündigung, dass der ‚Digitale Raum‘ dauerhaft im Bundesprogramm verankert werden soll. In welcher Weise und mit welchen Budgets, ist allerdings noch völlig offen.

Bereits im April hatte Lübcke namens ihrer Fraktion vor einem „Kahlschlag“ bei Fördermitteln für Games-Projekte gewarnt.

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