Start Wirtschaft Goodgame Studios: Personalkosten sinken um 36 Millionen Euro

Goodgame Studios: Personalkosten sinken um 36 Millionen Euro

In der Hamburger Zentrale von Goodgame Studios sind derzeit über 300 Mitarbeiter beschäftigt (Foto: GGS)
In der Hamburger Zentrale von Goodgame Studios sind derzeit über 300 Mitarbeiter beschäftigt (Foto: GGS)

Die Kosten-Vollbremsung der Jahre 2015 bis 2017 hat Spuren in den Bilanzen des Hamburger-Spiele-Entwicklers Goodgame Studios („Empire: Four Kingdoms“) hinterlassen.

Nach einem zweistelligen Millionen-Verlust im Geschäftsjahr 2016 hat der Hamburger Online- und Mobile-Games-Entwickler Goodgame Studios („Goodgame Empire“, „Big Farm“) im Jahr 2017 wieder tiefschwarze Zahlen geschrieben: Unterm Strich lag der Überschuss bei fast 12 Millionen Euro. Diese Daten wurden Mitte Februar im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Umsatz ist um mehr als 27 Prozent auf knapp 96 Millionen Euro eingebrochen: In Summe hat Goodgame Studios mehr als 36 Millionen Euro weniger eingenommen als im Jahr zuvor. Das Management begründet die Entwicklung mit dem „Rückgang der Anzahl der zahlenden Spieler“. Deshalb wurde kräftig in neue Spiele investiert, die aber offenkundig nicht alle die großen Erwartungen erfüllt haben: So wurde das Smartphone-Strategiespiel „Empire: Millennium Wars“ seit September 2018 nicht mehr aktualisiert. Ungleich besser scheint es beim Bauernhof-Manager „Big Farm: Mobile Harvest“ zu laufen. Ganz neu im Sortiment ist seit kurzem das Browsergame „Goodgame Empire: World War 3“.

Analog zum Umsatz sind auch die Personalkosten zurückgegangen – und zwar von 54 Millionen Euro (2016) auf 18 Millionen Euro (2017), also rund 36 Millionen Euro weniger. Grund: Das Unternehmen hat die Belegschaft in mehreren Schritten drastisch reduziert. Waren 2016 noch über 1.000 Mitarbeiter beim Hamburger Unternehmen beschäftigt, so ist dieser Wert auf durchschnittlich 318 Mitarbeiter gefallen. Zur Einordnung: Der Stellenabbau entspricht der Beschäftigtenzahl von Ubisoft Blue Byte und Crytek – zusammengenommen. Gegenüber den Hochzeiten des Jahres 2015 hat das Unternehmen drei von vier Arbeitsplätzen gestrichen.

Rückkehr in die Gewinnzone: Goodgame Studios hat ein drastisches Kostensenkungs-Programm hinter sich (Stand: 26.2.2019)
Rückkehr in die Gewinnzone: Goodgame Studios hat ein drastisches Kostensenkungs-Programm hinter sich (Stand: 26.2.2019)

Trotzdem bleibt Goodgame Studios einer der größten Arbeitgeber der Branche. Betrachtet man die Zahl der Mitarbeiter, dann rangiert Goodgame Studios auf Platz 3 der deutschen Spiele-Entwickler. Nach Umsatz handelt es sich um das zweitgrößte deutsche Studio, hinter InnoGames („Forge of Empires“).

Im Januar 2018 wurde die Übernahme durch die schwedische Stillfront Group abgeschlossen, die in den vergangenen Jahren gleich mehrere deutsche Studios erworben hat. Bewertung: 270 Millionen Euro, also das 2,8fache des 2017-Umsatzes. Die beiden Gründer des einst größten deutschen Spiele-Entwicklers haben bereits im November 2018 angekündigt, die operative Verantwortung abzugeben und sich auf ihre Rolle als Stillfront-Hauptaktionäre zu konzentrieren – ab März 2019 übernimmt ein neues Management.

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