Start Wirtschaft Activision Blizzard: Rekordjahr 2018 – und massiver Stellenabbau

Activision Blizzard: Rekordjahr 2018 – und massiver Stellenabbau

Gamescom-Stand von Activision Blizzard: Die Rekordzahlen des Jahres 2018 nimmt der Publisher zum Anlass, rund 8 Prozent der Belegschaft zu entlassen (Foto: KoelnMesse / Thomas Klerx)
Gamescom-Stand von Activision Blizzard: Die Rekordzahlen des Jahres 2018 nimmt der Publisher zum Anlass, rund 8 Prozent der Belegschaft zu entlassen (Foto: KoelnMesse / Thomas Klerx)

Tagelang war es nur ein Gerücht – jetzt ist es Gewissheit: Videospiele-Weltmarktführer Activision Blizzard baut 800 der 9.600 Stellen ab.

Im Zuge der Quartalszahlen-Veröffentlichung hat der US-Konzern eingeräumt, rund 8 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Betroffen sind nach Unternehmensangaben insbesondere Verwaltung, Publishing, Vertrieb und der eSport-Bereich, während in die Spiele-Entwicklung von Multi-Milliarden-Dollar-Marken wie „Diablo“, „Call of Duty“ oder „Warcraft“ verstärkt investiert werden soll. Neben den Niederlassungen in den USA will Activision Blizzard auch die Personalkapazitäten an weltweiten Standorten anpassen. Die deutsche Filiale hat ihren Sitz in Ismaning bei München.

Der Activision-Aktienkurs setzte seine wochenlange Talfahrt fort: Seit Oktober 2018 hat sich der Preis der Aktie glatt halbiert – auf zuletzt unter 38 Euro. Insbesondere der verhaltene Ausblick auf die Saison 2019/2020 verunsichert die Anleger.

Mehrere Faktoren spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle:

  • Zwar hat Activision Blizzard im Kalenderjahr 2018 ein Rekord-Ergebnis von mehr als 7,5 Milliarden Dollar eingefahren, nicht zuletzt dank starker Verkaufszahlen von „Call of Duty: Black Ops 4“. Dennoch wurden die Erwartungen von Analysten, Aktionären und seitens des Managements rund um CEO Bobby Kotick nicht erfüllt.
  • Selbstkritisch räumt das Unternehmen ein, dass die Spielqualität in mehreren Fällen nicht gestimmt habe – resultierend in schwächelnder Nachfrage. Erst vor wenigen Wochen hat Activision Blizzard die Vertriebsrechte am Online-Multiplayer-Shooter „Destiny“ an das Entwicklerstudio Bungie zurückgegeben.
  • Probleme bereitet insbesondere die Ingame-Monetarisierung – damit sind kostenpflichtige Verbesserungen, zusätzliche Waffen und Dekorationen gemeint, die sowohl in Free2play-Spielen als auch in Vollpreis-Titeln angeboten werden.
  • Die Erschließung des eSport-Segments enthält Licht und Schatten: Während für die „Overwatch League“ weitere namhafte Sponsoren verpflichtet werden konnten, liegen entsprechende Pläne für „Heroes of the Storm“ dauerhaft auf Eis.
  • Und schließlich: der „Fortnite“-Faktor. Die anhaltende Popularität des kostenlosen Battle-Royale-Spiels bereitet vielen Publishern arge Probleme – zuletzt musste Electronic Arts einräumen, dem Phänomen kein konkurrenzfähiges Pendant entgegen stellen zu können.

Zu Activision Blizzard gehören unter anderem folgende Sparten und Spiele-Marken:

  • Activision („Call of Duty“, „Crash Bandicoot“, „Skylanders“)
  • Blizzard Entertainment („Warcraft“, „HeartStone“, „Overwatch“, „Diablo“)
  • King („Candy Crush Saga“)

Der chinesische Internet-Riese Tencent ist mit rund 12 Prozent an Activision Blizzard beteiligt.

Spiele-Verkaufszahlen 2018: 22 Games-Neuheiten verkauften sich öfter als 100.000 Mal (Infografik: GamesWirtschaft / Stand: 21.1.2019)
Spiele-Verkaufszahlen 2018: 22 Games-Neuheiten verkauften sich öfter als 100.000 Mal (Infografik: GamesWirtschaft / Stand: 21.1.2019)

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