Start Sport Nach massiver Kritik: Riot Games stoppt Neom-Sponsoring

Nach massiver Kritik: Riot Games stoppt Neom-Sponsoring

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Die "LEC" ist die höchste europäische Spielklasse im "League of Legends"-E-Sport (Abbildung: Riot Games)

Sollte Saudi-Arabien für das Prestigeprojekt Neom in der „League of Legends“-Königsklasse werben dürfen? Nein, finden die LEC-Fans. Und jetzt auch Riot Games.

Im europäischen Spitzenfußball werden unangenehme Fragen zu Menschen- und Völkerrecht traditionell ausgeblendet oder zumindest in Kauf genommen – nur so ist zu erklären, dass der FC Bayern München seine Trainingslager in Katar abhält oder dass der russische Versorger Gazprom zu den Hauptsponsoren der Champions League zählt.

Im E-Sport führen vergleichbare Vorgänge zu vergleichsweise heftigem Protest – und zu Konsequenzen. Beim Anbieter des weltweit bedeutendsten E-Sport-Titels „League of Legends“ war man offenkundig der Meinung, es wäre eine kluge Idee, die höchste europäische Spielklasse LEC von einem XXL-Infrastrukturprojekt („Neom“) des Königreichs Saudi-Arabien präsentieren zu lassen. In der Profi-Liga tritt unter anderem Schalke 04 Esports an. Zu den Sponsoren gehören Kia, Red Bull und Nestlé.

Hinter Neom verbirgt sich eine gewaltige „Megastadt“, die im Nordwesten von Saudi-Arabien aus dem Wüstenboden gestampft wird – ein Mix aus Dubai, Singapur und Silicon Valley, allerdings in vielfach größeren Dimensionen. Für das Projekt sind 500 Milliarden Dollar veranschlagt.

Jetzt hat Riot Games die Partnerschaft mit Neom mit sofortiger Wirkung gekündigt: Man habe den Fehler erkannt und korrigiert. „Wir haben in diesem Fall die Erwartungen an uns selbst nicht erfüllt und werden daher unsere interne Struktur überarbeiten, damit dies nicht mehr vorkommt.“

Zuvor hatte die Ankündigung des Deals massive Kritik in sozialen Netzwerken nach sich gezogen – von Fans, Spielern, Streamern, Kommentatoren und Riot-Mitarbeitern gleichermaßen. Dies umso mehr, da Riot Games die LEC auch im Umfeld der „Pride Week“ platziert, die für Toleranz wirbt. Homosexuelle werden in Saudi-Arabien verfolgt und sind von Gefängnis- und Todesstrafe bedroht.

Immer wieder geraten Computerspiele-Hersteller in Konflikte mit der politischen Agenda von Sponsoren und Absatzmärkten: So hat Blizzard Entertainment einen „Hearthstone“-Spieler für dessen Kritik am Umgang Chinas mit Hongkong sanktioniert – und erst nach öffentlichem Druck unter dem Hashtag #BoycottBlizzard rehabilitiert.

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