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Esports World Cup 2026 in Riad: Kann die E-Sport-WM stattfinden?

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Beim Esports World Cup 2026 geht es um ein Gesamtpreisgeld von 75 Mio. $.
Beim Esports World Cup 2026 geht es um ein Gesamtpreisgeld von 75 Mio. $.

115 Tage verbleiben bis zum Auftakt des Esports World Cup 2026 im saudischen Riad – doch ist das E-Sport-Großereignis vor dem Hintergrund des Nahost-Krieges überhaupt durchführbar?

Die praktischen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in dieser Woche hautnah erlebt: Der geplante Abflug der Bundeswehr-Maschine vom Airport der saudischen Hauptstadt in Richtung Türkei wurde in letzter Minute verschoben, weil der Luftraum über Riad kurzfristig gesperrt werden musste.

Immerhin: Derweil die Lufthansa die Verbindungen nach Dubai oder Abu Dhabi noch mindestens bis zum Wochenende aussetzt, hat der Konzern die Verbindungen nach Riad wieder aufgenommen – und organisiert über diese Route auch Rückholaktionen für Touristen und Geschäftsreisende, die etwa in Katar gestrandet sind.

Gleichwohl ist die Auskunft auf der Website des Auswärtigen Amts an Klarheit nicht zu überbieten: „Vor Reisen nach Saudi-Arabien wird gewarnt.“ Denn nach wie vor ist das Königreich Angriffen aus dem Iran ausgesetzt, wie abgefangene Drohnen auf die Ölfelder des Landes belegen.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf den Esports World Cup 2026 (EWC): Zur ‚E-Sport-Weltmeisterschaft‘ werden vom 6. Juli bis zum 23. August mehr als 2.000 Spieler aus 100 Ländern erwartet – das Preisgeld liegt bei 75 Mio. $ (ca. 65 Mio. €). Entlang des siebenwöchigen EWC-Zeitraums und inklusive der flankierenden Konzerte und Events rechnen die Veranstalter mit mehr als drei Millionen Besuchern. Alle relevanten Spielehersteller – darunter Valve, Ubisoft, Activision Blizzard und Epic Games – sind als Partner an Bord.

Esports World Cup 2026 in Riad: Kann die E-Sport-WM stattfinden?

Zumindest auf den Social-Media-Kanälen gilt weiterhin ‚business as usual‘: Nichts deutet  auf die Lage in Saudi-Arabien hin. Auf der EWC-Website sind Tages- und Wochen-Tickets sowie Hotel-Pakete erhältlich.

Wie kann das sein? Auf Anfrage teilt ein Sprecher staatlichen Esports World Cup Foundation mit, die Vorbereitungen für den Esports World Cup im Sommer und für den Esports Nations Cup im November liefen weiterhin nach Plan – schließlich seien beide Veranstaltungen noch einige Monate entfernt.

Weiter heißt es: „Gleichzeitig beobachten wir die Situation sehr genau und stehen in ständigem Austausch mit den zuständigen Behörden. Die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Spieler, Fans, Partner und Angestellten hat für uns höchste Priorität. Wir sind auf mögliche Störfälle des laufenden Betriebs vorbereitet – sollte sich die Lage ändern, werden wir die Stakeholder informieren.“

Saudi-Arabien gilt mittlerweile als einer der weltweit wichtigsten Player in der Games- und E-Sport-Industrie: Mit substanziellen Beteiligungen (u. a. Nintendo, Take-Two, Capcom) und Übernahmen (u. a. Electronic Arts, Niantic, ESL) will sich der Wüstenstaat unabhängiger machen vom Öl- und Gas-Geschäft; von Groß-Events wie dem Esports World Cup verspricht sich Saudi-Arabien Impulse für den Tourismus. Das Land ist außerdem Gastgeber der FIFA Fußball-WM 2036.